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Formel 2 Bahrain 2020: Mick Schumacher entgeht Crash mit Titelrivalen

Mick Schumacher wäre beim Sprintrennen der Formel 2 fast von Callum Ilott abgeräumt worden, kann den Fehler seines Rivalen aber kaum nutzen

(Motorsport-Total.com) - Mick Schumacher (Prema) hat am Sonntag beim Sprintrennen der Formel 2 auf dem Bahrain International Circuit in Sachir eine Steilvorlage seines Rivalen Callum Ilott (Virtuosi) nur teilweise nutzen können. Ilott blieb nach einer Kollision, in die um ein Haar auch Schumacher verwickelt worden wäre, ohne Punkte.

Mick Schumacher

Mick Schumacher wäre fast von Callum Ilott abgeräumt worden Zoom

Schumacher kam seinerseits aber nur auf Rang sieben ins Ziel und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung lediglich um zwei Zähler aus. Der Sieg ging an Schumachers Teamkollegen Robert Schwarzman, der vor seinem Landsmann Nikita Masepin (Hitech) und dem Schweizer Louis Deletraz (Charouz) gewann.

Zum Crash der beiden Titelrivalen wäre es fast in Runde 8 nach dem Re-Start nach einer Safety-Car-Phase gekommen. Schumacher, der zu diesem Zeitpunkt auf Rang fünf direkt vor Ilott fuhr, verbremste sich in der Anfahrt zu Kurve 10. Ilott wollte diesen Fehler ausnutzen, bremste seinerseits aber viel zu spät und verlor die Kontrolle über sein Auto.

Ilott räumt Daruvala ab und streift Schumacher

Im Scheitelpunkt der Kurve rammte Ilott den Boliden von Jehan Daruvala (Carlin), der sich drehte und aus dem Rennen ausschied. Ilott beschädigte sich bei der Kollision den Frontflügel, während Schumacher der Kollision trotz einer leichten Berührung am linken Vorderrad mit ein wenig Glück ohne Schaden entkam. Durch den Reparaturstopp und eine Durchfahrtsstrafe für das Verursachen der Kollision blieb Ilott ohne Punkte.

Doch auch Schumacher wäre beinahe leer ausgegangen. Durch den Verbremser und einen vorhergehenden harten Zweikampf mit Masepin hatten seine Reifen gelitten und seine Rundenzeiten stiegen an. Nachdem zunächst Pedro Piquet (Charouz) und Guanyu Zhou (Virtuosi) am Deutschen vorbeigegangen waren, lag er nur noch auf Rang sechs und geriet unter Druck von Christian Lundgaard (ART).

Dann hatte Schumacher jedoch Glück, dass Lundgaard seinerseits von Samstagssieger Felipe Drugovich (MP Motorsport) attackiert wurde. Die beiden verwickelten sich in einen Zweikampf, der Schumacher Luft verschaffte.

In der Schlussphase des Rennens schlug dann die Stunde von Deletraz, der von Position 16 gestartet war und in der Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel an die Box gekommen war. Auf frischeren Pneus stürmte der Schweizer durchs Feld und ging in Runde 20 von 23 an Schumacher vorbei, der damit nur noch auf Rang sieben lag.

Schumacher kämpft mit Reifen auf verlorenem Posten

Nachdem Piquet in der vorletzten Runde ohne Vortrieb ausrollte, übernahm Schumacher kurzzeitig wieder Position sechs, doch in der letzten Rennrunde gelang Lundgaard vor Kurve elf ein Überholmanöver. Somit stand Schumacher am Ende mit nur zwei Punkten da, wodurch es in der Meisterschaft spannend bleibt. Schumacher und Ilott trennen in der Meisterschaftswertung nun 14 Punkte.

Rechnerisch kann auch Schwarzman noch Meister werden, der von der Pole-Position aus am Sonntag zu einem ungefährdeten Sieg fuhr und damit zum vierten Mal in dieser Formel-2-Saison triumphierte. "Wir müssen ehrlich sein: Die Chancen sind gering", sagt der Russe aber angesichts von 46 Punkten Rückstand. "Leider hatten wir viel Pech dieses Jahr. Aber ich freue mich über diesen Sieg. Der bedeutet mir viel."

Auch Masepin, der einmal mehr ein kämpferisches Rennen zeigte und nicht nur zu Beginn Schumacher, sondern im Kampf um Rang zwei auch Marcus Armstrong (ART) sehenswert niederrang, könnte bei 43 Punkten Rückstand rechnerisch in der nächsten Woche noch den Titel holen. "Wenn ich nicht daran glauben würde, wäre ich nicht hier!", sagt er.

"Ich wusste, dass wir eine kleine Chance hatten, Robert zu kriegen. Wir haben Prema heute gezeigt, wie schnell wir sein können. Ich musste aber am Anfang sehr hart dafür arbeiten. Bei diesem Reifenverschleiß kommst du fast nicht durchs Rennen. Meine Reserven hatte ich schon zu Beginn des Rennens aufgebraucht", fasst Masepin sein Rennen zusammen.

Deletraz' Reifenpoker geht auf

Freude herrschte nach dem fünften Podiumsresultat in dieser Formel-2-Saison auch bei Deletraz, dessen Reifenpoker aufging. "Vom 16. Platz aus waren wir die Einzigen, die den Poker mit dem Medium gemacht haben. Wir haben uns das letzte Nacht ausgerechnet, und es ist wunderbar aufgegangen", so der Schweizer. "Ich glaube, mit einer Runde mehr hätte ich gewonnen."

Armstrong kam letztlich auf Rang vier ins Ziel, gefolgt von Zhou, Lundgaard, Schumacher und Drugovich. Roy Nissany (Trident) und Artjom Markelow (HWA) komplettierten die Top 10.

Aus dem Titelrennen ausgeschieden ist am Sonntag Yuki Tsunoda (Carlin). Der Japaner wurde in der ersten Runden auf Position zwei liegend in Kurve 1 von Armstrong berührt und fing sich dabei einen Reifenschaden ein. Nach dem unplanmäßigen Boxenstopp kam der Red-Bull- und Honda-Junior nur auf Rang 15 ins Ziel.

Die Titelentscheidung in der Formel 2 fällt am nächsten Wochenende beim Saisonfinale, welches ebenfalls in Sachir stattfindet. Dann wird aber auf dem kürzeren und schnelleren Außenkurs des Bahrain International Circuit gefahren.