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Eng-Kolumne: "Mein Start in ein neues Kapitel"

Formel-2-Pilot Philipp Eng über die ersten Eindrücke aus der neuen Serie, die Power des Boliden und die Hilfestellung durch Christian Danner

Liebe 'Motorsport-Total.com'-Leser,

Philipp Eng

Seit zwei Wochen läuft für mich ein neues Kapitel: Formel 2 Zoom

jetzt hat also endlich wieder ein neues Kapitel in meiner Motorsport-Karriere begonnen. Das erste Wochenende in der neuen Formel 2 liegt hinter mir und die ersten Eindrücke und Rennen in Valencia haben mir eindeutig gezeigt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Die Serie ist super organisiert, es gab erstaunlich wenige Defekte, das Feld liegt eng beisammen und das Auto macht verdammt viel Spaß.

Im vergangenen Jahr bin ich nicht allzu viel gefahren. Allerdings gab es Anfang Dezember für mich nochmal ein Highlight, als ich in Mexiko City den Formel-1-Boliden des BMW Sauber F1 Teams ausprobieren durfte. Das war ein unglaublich schönes Erlebnis. In diese Liga möchte ich irgendwann einmal dauerhaft vorstoßen und die Formel 2 ist sicherlich ein guter Weg dorthin.#w1#

Natürlich ist der Formel-2-Wagen im Vergleich zur Formel 1 langsam, aber mein erster Eindruck von dem neuen Auto war trotzdem extrem gut. Der Wagen wurde von Williams entworfen, hat vergleichsweise wenig Abtrieb, aber der Zweiliter-Audi-Turbomotor schiebt gewaltig an. Das macht unglaublich viel Spaß. Viel mehr als in der Formel 3, wo man quasi wie auf Schienen fährt. In der Formel 2 kann man auch mal kontrolliert driften - eine Gaudi!

Formel-2-Debüt in Valencia

Das Debütwochenende in Valencia war spektakulär, nicht nur wegen der Rennen an sich. Die ganze Motorsportwelt hat dorthin geschaut, weil es wahrscheinlich noch einige Leute gab, die daran gezweifelt haben, dass bei der Feuertaufe der neuen Formel 2 alles gut läuft. Diese Skeptiker sind eines Besseren belehrt worden.

Großartiges Erlebnis im Dezember: Ich durfte in Mexiko Formel 1 fahren Zoom

FIA-Chef Max Mosley war dort, ich habe unter anderem auch Martin Brundle und John Surtees gesehen. Insgesamt tummelten sich viele ehemalige Formel-1-Fahrer dort - einer davon ist mein Mentor: Christian Danner. Ich habe ihn im vergangenen Jahr kennengelenert und bei der Motorsport Expo in Köln im Winter haben wir über die Formel 2 gesprochen. Wir haben uns sehr gut verstanden und er hat versprochen, mir zu helfen.

Christian macht das perfekt, ich hätte mir das kaum besser wünschen können. Er gibt mir sehr viele Tipps, die über das reine Fahren hinausgehen. Da geht es vor allem um immer wiederkehrende Abläufe an einem Rennwochenende. Man muss sich da wirklich an eine ganz konsequente Linie halten. Er erklärt mir zum Beispiel, wie man die Sessions und das Rennen angehen sollte und steht mir auch bei der Setuparbeit zur Seite.

Bei der Formel 2 ist es so, dass die technsiche Betreuung jedes Rennwochenende wechselt. Ich habe also immer wieder einen neuen Ingenenieur an meiner Seite. Da ist es extrem wichtig, dass man schnell einen Draht zueinander findet, dieselbe Sprache spricht und sich schnell fast blind versteht. Das hat am ersten Wochenende richtig gut geklappt, auch mit anderen Fahrern sind erste Kontakte entstanden. Mit Sebastian Hohenthal verstehe ich mich zum Beispiel sehr gut.

Beim ersten Wochenende aufs Podest

Die beiden Wertungsläufe liefen grundsätzlich erst einmal richtig gut für mich - wenn im ersten Durchgang nicht ein Problem aufgetaucht wäre. Ich lag die ganze Zeit auf Platz fünf und habe dann einen Fehler beim Zurückschalten gemacht. Die Elektronik verweigert den Schaltvorgang, wenn eine gewisse Drehzahl überschritten wird. In diesem Fall war das so, weil ich zu früh schalten wollte. Also habe ich es nochmal versucht und was passiert? Der Wagen schaltet gleich zweifach runter, in den ersten Gang. Die Hinterachse hat blockiert und ich habe mich weggedreht. So etwas passiert.

Philipp Eng

Die 400 PS starken Audi-Turbomotoren sorgen für kräftigen Schub Zoom

Im zweiten Lauf ging es dann richtig gut. Ich hatte einen perfekten Start und das ganze Rennen war ein harter, schöner Kampf. Ich lag auf Platz drei und hatte die ganze Zeit Andy Soucek im Getriebe. Der Andy hat viel Erfahrung und kennt alle Tricks, deswegen musste ich mich mit Händen und Füßen wehren. Letztlich ist es gut gegangen und ich durfte sofort einen ersten Podestplatz feiern. Robert Wickens hat beide Rennen gewonnen. Völlig zurecht, denn er war definitiv der beste Mann.

Es ist schön, dass man das einfach so sagen kann. In anderen Serien ist das gar nicht selbstverständlich. In der Formel 1 sieht man immer wieder, wie viel vom Fahrzeug abhängt. In der Formel 3 ist das ähnlich, denn dort musst du schon ein werksunterstütztes Team von Volkswagen oder Mercedes erwischen, um überhaupt eine Chance zu haben. In der Formel 2 ist das anders. Wir haben alle das gleiche Material. Nur ein gutes Setup und die fahrerische Leistung entscheiden also. Allein schon aus diesem Grund macht die Serie sehr viel Freude.

Beim nächsten Rennwochenende in Brünn sind wieder viele Punkte das Ziel, vielleicht sogar ein weiteres Podium. Mir fehlt es jetzt noch etwas an Selbstvertrauen, vor allem in schnellen Kurven. Ich will das aber nicht nach Villeneuve-Manier erzwingen, so nach dem Motto: Mal sehen, wann ich abfliege. Ein kräftiges Übersteuern reicht auch. Es muss nicht gleich der Reifenstapel sein. Das Selbstvertrauen kommt dann wahrscheinlich in den kommenden Rennen von ganz allein.

Drückt mir weiter kräftig die Daumen!

Euer,

Philipp Eng

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