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Williams und der FOTA-Tritt: "Wir akzeptieren es"

Williams empfindet den FOTA-Rauswurf als logische Maßnahme im Zuge der anhaltenden Verhandlungen: "Wir wollen die Teams nicht spalten"

(Motorsport-Total.com) - Williams darf im großen Machtpoker zwischen FIA und Teamvereinigung FOTA erst einmal nicht mehr mitspielen. Die britische Traditionsmannschaft wurde bei einem Meeting in London von den weiteren Verhandlungen ausgeschlossen, weil Williams aus der Reihe getanzt war. Frank Williams hatte bereits am Montag eine Nennung für die Weltmeisterschaft 2010 abgegeben, während alle anderen aktuellen Teams noch zögern, um vorher das strittige Reglement für das kommende Jahr in die gewünschten Bahnen zu lenken.

Williams-Nase

Williams steht nach der frühzeitigen Einschreibung im FOTA-Regen Zoom

Was zunächst wie ein deutlicher Bruch in den Reihen der FOTA wirkte, entpuppt sich nun vielmehr as taktischer Schachzug, um gegenüber FIA-Chef Max Mosley weiterhin mit einer Stimme sprechen zu können. Williams hatte schließlich mit der Einschreibung das ursprüngliche, viel kritisierte Reglement indirekt akzeptiert. Die anderen neun Teams wollen deutliche Nachbesserungen, sonst gibt es keine Nennung bis zum Ende der Einschreibefrist am Freitag.#w1#

Ein freundlicher Williams-Rauswurf

Niemand scheint tatsächlich Groll gegen Williams zu hegen. So zumindest stellte es zunächst Teamchef Frank Williams und später auch Geschäftsführer Adam Parr dar. "Sollten sie es uns übel nehmen, so haben sie es jedenfalls nicht zum Ausdruck gebracht", wurde Parr im 'Telegraph' zitiert. "Ich sehe es als ganz pragmatische Maßnahme. Wenn die Mehrheit der Teams in eine Richtung gehen will und ein kleines Team will eine andere, dann würde sich die FOTA mit deren weiterer Mitgliedschaft schwächen. Das akzeptiere ich."

Williams hatte sich am Sonntag noch komplett der FOTA-Linie unterworfen und einen Brief an Max Mosley unterzeichnet, in welchem alle Teams eine Abkehr von den derzeitigen Regelplänen forderten. Nur einen Tag später schrieb man sich für 2010 ein. Man habe immerhin vertraglich die Teilnahme an der Formel 1 bis 2012 zugesichert, hieß es aus Grove. Womöglich waren einige Teamchefs bereits zuvor vom Ausscheren von Williams unterrichtet.

Flavio Briatore (Teamchef)

Wollte Briatore Williams-Geschäftsführer Parr auf die FOTA einschwören? Zoom

Zumindest lässt der Ablauf des heutigen Meeting am Londoner Flughafen Heathrow darauf schließen. "Frank und ich waren in der Sitzung. Als erster Punkt auf der Tagesordnung stand unsere Mitgliedschaft in der FOTA", so Parr. "Wir haben unsere Gründe dargelegt, warum wir uns am Montag eingeschrieben haben und dann haben wir angeboten, den Raum zu verlassen", sagte der Williams-Geschäftsführer, der als Freund von Mosley gilt.

Parr sieht großes Starterfeld 2010

"Nach einer Weile rief man uns wieder herein und sagte uns in freundlichen und nicht angreifenden Worten, dass wir während der weiteren Verhandlungen mit dem Weltverband lieber nicht Teil der Diskussionen sein sollten." Parr bekräftigte noch einmal, dass es keinesfalls die Absicht von Williams sei, innerhalb der FOTA einen Disput anzuzetteln.

"Ich möchte klarstellen, dass Williams keine eigenen Ziele verfolgt. Wir wollen die Teams nicht spalten. Wir wollen sie auch von nichts abhalten. Wir als Team haben eine eigene Philosophie. Die aktuelle Entwicklung war unvermeidlich. Es mag sein, dass andere Teams das etwas anders sehen. Das respektiere ich. Wir sehen eine große Chance, dass sich alles klären wird und ich bin guter Dinge, dass neben uns alle aktuellen Teams plus ein oder zwei neue Mannschaften in der Startaufstellung stehen werden."

Nachdem man Williams die weitere Teilnahme an den Beratungen untersagt hatte, zogen sich Teamchef und Geschäftsführer zurück. Entsprechend konnte Parr keine Angaben zu den weiteren Tagesordnungspunkten machen. Angeblich hatte McLaren-Mercedes einen Kompromissvorschlag im Gepäck. So soll man sich möglicherweise auf einen Zweistufenplan für die Einführung des Budgetlimits einigen können. 2010 läge die Grenze bei 100 Millionen Euro und den Neulingen würden Kundenchassis erlaubt. Ab 2011 wäre dann bei 45 Millionen Euro Schluss und alle Teams müssten ein eigenes Auto bauen.

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