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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Fernando Alonso

Am Donnerstag holt Fernando Alonso zur großen Kritik aus, doch die schwebt das ganze Wochenende über ihm: Mit falscher Einstellung kann es nur schiefgehen

Fernando Alonso (Alpine) vor dem Formel-1-Rennen in Istanbul 2021

Hatte Fernando Alonso da schon eine böse Vorahnung? Zoom

Liebe Formel-1-Fans,

eigentlich ist ziemlich klar, wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat. Das kann nur unser Chefredakteur Christian Nimmervoll gewesen sein.

Der befindet sich nämlich gerade in seinem (wohlverdienten) Urlaub und darf nicht arbeiten.

Und wer ihn kennt, der weiß, dass so etwas bei ihm schon für innere Unruhe sorgt. Wer seiner Facebook-Seite "Formel 1 inside mit Christian Nimmervoll" folgt, der hat schon mitbekommen, dass er es sich selbst auf Mallorca nicht nehmen lässt, den Presse-Roundtables beizuwohnen. Geht halt nicht anders.

Dass er uns nicht delegieren und auf die Finger schauen konnte und nun auch nicht seine Kolumne schreiben darf, dürfte ihn schon etwas unruhig schlafen lassen - auch wenn die Nächte für ihn dadurch deutlich länger sind als an einem normalen Formel-1-Wochenende.

Aber gut, da muss er durch, und deswegen sitze ich jetzt am frühen Morgen hier.

Mit schlechter Einstellung in den Sonntag

Und da die meisten von euch das Privatleben unseres Chefredakteurs nicht soooo interessiert, habe ich natürlich auch einen Kandidaten aus der Formel 1 gefunden, der schlecht geschlafen hat. Und das ist heute: Fernando Alonso.

Der Spanier hat ganz sicher schlecht geschlafen, und das schon in der Nacht von Samstag zu Sonntag. Sportlich konnte man ihm mit Platz sechs in der Qualifikation nicht viel vorwerfen, doch der Alpine-Pilot ist schon mit einer bösen Vorahnung ins Bett gegangen.

"Es wird mit Sicherheit regnen, totales Chaos geben und ein verrücktes Rennen werden, wenn wir es überhaupt nicht gebrauchen können", sagte er am Samstagabend. Und wer mit so einer Einstellung in den Sonntag geht, der kann dann auch keinen anderen Rennausgang erwarten.

Denn Alonsos Rennen war praktisch schon nach wenigen Metern gelaufen. In Kurve 1 griff er außen nach Platz vier und hätte so eine Topaussicht auf ein starkes Ergebnis gehabt. Doch dabei wurde er von Pierre Gasly getroffen, der zwischen ihm und Perez eingeklemmt war. Alonso drehte sich und fiel weit zurück.

Über die Strafe gegen den Franzosen - fünf Sekunden und zwei Strafpunkte - kann man sicherlich streiten. Es war nass, es war die erste Kurve, und er war eingeklemmt. Aber vielleicht hat Gasly einfach die falsche Nationalität, wie Alonso sagen würde.

Die hatte der Spanier selbst übrigens auch eine Runde später. Mit Wut im Bauch wollte er wieder nach vorne kommen und kollidierte bei einem übermotivierten Manöver mit Mick Schumacher und zerstörte so dessen starkes Qualifying. Eigentlich untypisch für den zweimaligen Weltmeister.

Immerhin: Alonso sah seine Strafe als verdient an und entschuldigte sich beim Deutschen dafür.

Briten im Vorteil? Da passt was nicht ...

Insgesamt war es doch ein seltsames Wochenende für ihn, und über allem schwebten stets seine Aussagen vom Donnerstag. Dort hatte er die Ungleichbehandlung in der Formel 1 moniert.

Zugegeben: Ich finde es amüsant, dass Alonso in Sotschi mit Absicht durch die Auslaufzone in Kurve 2 gefahren war und auch keinen Hehl daraus machte, dass es Absicht war, um zu zeigen, wie - sorry - beschissen diese Kurve und der Umgang mit Auslaufzonen heutzutage ist.

Nicht umsonst ist Sotschis T2 Platz eins in unserer Fotostrecke der zehn schlechtesten Kurven des Formel-1-Kalenders. Könnt ihr euch übrigens hier ansehen.


Fotostrecke: Die 10 schrecklichsten Kurven des Formel-1-Kalenders

Doch seine indirekte Unterstellung, dass Briten von der Rennleitung bevorteilt werden, weil Lando Norris für die Boxeneinfahrt in Sotschi keine Strafe kassierte, teile ich nicht. Dazu reicht ein Blick in die Strafentabelle der vergangenen Saison.

Die meisten Strafpunkte bekam mit Alexander Albon nämlich ein (thailändischer) Brite. In London geboren und aufgewachsen, britischer Vater, britischer Pass. Auf Platz zwei lag mit Lewis Hamilton ebenfalls ein Brite. Platz drei? George Russell. Brite. Und Platz vier - du hast es dir sicherlich schon gedacht: Lando Norris - auch ein Brite!

Alonso selbst kam in Sotschi straffrei durch, genau wie am Samstag in Istanbul, als er wegen eines Gelbvergehens im Qualifying zu den Kommissaren musste. Wer unter doppelt Gelb zu schnell fährt, bei dem gibt es eigentlich keinen Spielraum. Er konnte die Kommissare jedoch überzeugen und kam ohne Strafe davon.

Von Strafen und Lotto

Ob das richtig ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe die Telemetriedaten nicht. Ich konnte aus Alonsos Sicht nur sehen, dass bei ihm nur ganz kurz Gelb und weit und breit kein Auto war. Max Verstappen, der sich vor ihm gedreht hatte, fuhr bereits fünf Sekunden vor Alonso normal weiter. Von daher passt die Entscheidung für mich so.

Dennoch hatte man bei jeder strittigen Aktion rund um den Spanier seine Anschuldigungen im Kopf und war gespannt, wie die Entscheidungen ausfallen würden.

Irgendwie war es einfach kein rundes Wochenende für ihn, und in einem hat er Recht: So ganz kommt der Jackpot für ihn in diesem Jahr nie. Zwölf verschiedene Fahrer standen in diesem Jahr bereits auf dem Podium - Alonso noch nicht.


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Selbst in Ungarn stand plötzlich überraschend Teamkollege Esteban Ocon im Rampenlicht und gewann. Alonso wurde Vierter.

Istanbul war nun die nächste verpasste Chance. Oder um es in Alonsos Worten auszudrücken: "Wir wussten, dass das Rennen ein wenig Lotterie sein würde. Aber immer wenn wir Lotto spielen, kommen unsere Kugeln nicht."

Ich selbst habe übrigens noch nie Lotto gespielt. Ich habe zwar somit auch noch nie gewonnen, aber ich muss mich auch nicht jede Woche ärgern, dass meine Zahlen nicht gezogen werden.

Ihr


Norman Fischer

Hinweis: An dieser Stelle schreibt normalerweise Chefredakteur Christian Nimmervoll die Kolumne, die es in zwei Wochen nach dem Rennen von Austin auch wieder von ihm geben wird. Auf seiner Facebook-Seite bekommst du regelmäßig Einordnungen der wichtigsten News. Wer noch mehr Meinungsbeiträge von mir lesen möchte, dem empfehle ich meine eigene Facebook-Seite oder Twitter (@NormanMST).

Und wer letzte Nacht am besten geschlafen hat, das verrät dir mein Kollege Stefan Ehlen auf unserer Schwesterseite de.motorsport.com!

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