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Wegen Unterbodenstrebe: Alpine droht Mercedes mit Protest!

Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer hat beim Grand Prix von Kanada einen Protest in Aussicht gestellt und Mercedes so zum Handeln gezwungen

(Motorsport-Total.com) - Das Mercedes-Team hat vor dem dritten Freien Training zum Grand Prix von Kanada in Montreal jene zusätzliche Strebe, die eigentlich den Unterboden des W13 verstärken sollte, entfernt. Hintergrund ist ein möglicher Protest gegen die technische Modifikation, den einige konkurrierende Teams angekündigt haben, sollte Mercedes das ganze Wochenende so fahren wie am Freitag.

Zusätzliche Unterbodenstrebe am Mercedes F1 W13 E Performance

Die zweite Unterbodenstrebe am Mercedes sorgt bei Alpine für Stirnrunzeln Zoom

Vermeintlich gestattet wurde die zusätzliche Strebe innerhalb jener Technischen Richtlinie, die die FIA am Donnerstag überraschend bekannt gegeben hat, um das nach Meinung zahlreicher Fahrer möglicherweise gesundheitsgefährdende "Porpoising" der neuen Formel-1-Autos in den Griff zu bekommen.

Aber: "Technische Richtlinien sind keine Regeln, wie wir alle wissen", erklärt Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer. "Kann gut sein, dass wir das also im Qualifying und Rennen nicht fahren sollten. Die Teams, die solche Streben haben, könnte man sich nachher genau anschauen und gegen sie Protest einlegen. Denn Stand heute ist das gegen das Reglement."

Alpine hatte aufgrund der Kürze der Zeit keine Gelegenheit, eine solche Zusatzstrebe wie Mercedes vorzubereiten, und auch McLaren-CEO Zak Brown grinst, er habe "keine Kristallkugel" - und deutet so, ohne es auszusprechen, an, dass andere Teams den Inhalt der Richtlinie möglicherweise schon im Vorhinein erwartet und sich darauf vorbereitet haben könnten.

Nur Mercedes mit zusätzlicher Strebe

Das einzige Team, das am Freitag in Montreal eine Zusatzstrebe gefahren ist, war Mercedes. Das Problem dabei: Die FIA kann zwar theoretisch auch während der Saison die Regeln ändern, wenn das aus Sicherheitsgründen erforderlich ist. Doch dann müssen es schon wirklich die Regeln sein und nicht nur eine technische Richtlinie, argumentiert Szafnauer. Ein Formfehler.


Analyse: So kam's zum irren Grid in Kanada!

Er kann's also doch: Im Qualifying in Montreal war der Mick Schumacher die große Sensation. Für Sebastian Vettel hingegen setzte es eine Enttäuschung. Weitere Formel-1-Videos

Dass Alpine und Co. darüber nicht begeistert sind, verwundert nicht. Frühestens zum nächsten Rennen könne man selbst auch eine solche Zusatzstrebe vorbereiten, sagt Szafnauer und erklärt: "Wenn du eine solche zusätzliche Strebe hast, kannst du das Auto tiefer und steifer fahren und so einen Leistungsvorteil gewinnen."

Mercedes: Brachte nicht so viel wie erhofft

Die Variante mit der Zusatzstrebe brachte für Mercedes am Freitag ohnehin nicht die erhofften Fortschritte. Um es nicht auf eine unnötige Kontroverse und einen möglichen Protest ankommen zu lassen, hat das Team jetzt entschieden, Qualifying und Rennen beim Grand Prix von Kanada nur mit einer Strebe zu fahren. So, wie das auch laut Reglement gestattet ist.

Sollte die FIA darauf beharren wollen, eine zusätzliche Strebe für zukünftige Rennen zu erlauben, könnte dies bereits bei der nächsten Sitzung des FIA-Motorsport-Weltrats am 29. Juni beschlossen werden und zum nächsten Grand Prix am 3. Juli in Silverstone in Kraft treten. Dass das passieren wird, ist aber Stand heute keineswegs in Stein gemeißelt.

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