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  • 26.04.2023 16:41

  • von Filip Cleeren, Co-Autor: Kevin Hermann

Warum viele Formel-1-Talente Teil von McLarens großem Umbruch sein wollen

McLaren zieht im Rahmen der großen Umstrukturierung Ingenieurstalente von Formel-1-Topteams an: Andrea Stella und Zak Brown erklären den Andrang

(Motorsport-Total.com) - Neben den großen Infrastrukturprojekten hat McLaren eine große Rekrutierungskampagne gestartet, um wieder an die Spitze der Formel 1 zu gelangen, wobei konkurrierende Ingenieure an den Plänen des Unternehmens gerne "teilhaben" wollen.

Titel-Bild zur News: Zak Brown

McLaren-CEO Zak Brown will sein Team wieder auf Vordermann bringen Zoom

Ob man McLaren nun einen gefallenen oder einen schlafenden Riesen nennen will, man muss sagen, dass CEO Zak Brown und der neue Teamchef Andrea Stella nichts unversucht lassen, um das Team wieder aufzuwecken.

Nachdem Brown festgestellt hatte, dass sein Team 2022 in der Entwicklung ins Hintertreffen geraten war, beauftragte er Stella mit der Entwicklung einer neuen technischen Struktur. Er ersetzte den technischen Direktor James Key und beauftragte ein Triumvirat aus Neil Houldey, Peter Prodromou und Ferrari-Rückkehrer David Sanchez mit der Besetzung der Schlüsselpositionen in den Bereichen Technik und Design, Aerodynamik und Fahrzeugkonzept.

Stella: "Jeder versteht, dass wir Geschichte schreiben wollen"

Auch die jeweiligen technischen Teams wurden aufgestockt. Es wurden bereits mit 15 Ingenieuren Verträge geschlossen, von denen einige bereits an Bord sind, während andere wie Sanchez noch in der sogenannten "gardening leave" sind und Zeit absitzen müssen, ehe sie bei ihrem neuen Team anfangen können.

Zu den Neuzugängen gehören der langjährige Aero-Experte Mariano Alperin, der von Aston Martin kommt, sowie weitere Mitarbeiter der Topteams Ferrari und Red Bull. McLaren hält sich zwar noch bedeckt, was die Identität seiner Verstärkungen angeht, aber es ist klar, dass das Unternehmen aggressiv rekrutiert und offenbar erfolgreich ist, wenn es darum geht, Top-Talente für sich zu gewinnen.

"In unseren Interviews kam McLaren immer als eine sehr aufregende Perspektive für die Leute rüber, die wir interviewt haben, und jeder versteht den Ehrgeiz, den wir haben", sagt Stella nach der Herausforderung gefragt, konkurrierende Talente anzulocken.


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"Jeder versteht, dass wir Geschichte schreiben, wenn wir die Situation bei McLaren umdrehen, und jeder will ein Teil davon sein, also würde ich nicht sagen, dass es kompliziert war, Talente zu finden. Die Auswirkungen des Modellwechsels sind noch zu jung, um den Prozess der Rekrutierung tatsächlich zu beeinflussen."

"Ich möchte nur hinzufügen, dass die Art und Weise, wie wir die Personalbeschaffung insgesamt angegangen sind, Teil der Philosophie unserer leistungsorientierten Organisation ist. Und selbst bei der Art und Weise, wie man Leute einstellt, denkt man an Leistung, was bedeutet, dass wir in dieser Hinsicht aggressiv sind, wie es für den Wettbewerb in der Formel 1 erforderlich ist", erklärt der Italiener.

Infrastrukturinvestitionen untermauern McLarens Ambitionen

Ein wichtiger Pluspunkt bei McLarens Rekrutierungsbemühungen sind die frischen Investitionen hinter den Kulissen, die es dem Unternehmen ermöglicht haben, seine in die Jahre gekommenen Anlagen nach einer durch eine Pandemie erzwungenen Verzögerung endlich zu modernisieren.

In der Ära von Ron Dennis war das McLaren Technology Centre in Woking der Neid der Formel-1-Welt, ein futuristischer Tempel mit der neuesten Ausrüstung und Technologie. Aber wenn man lange genug wartet, wird selbst die Zukunft zur Vergangenheit.

Viele der Kronjuwelen des MTC sind inzwischen veraltet und der Windkanal ist ebenfalls in die Jahre gekommen, da er auf einem suboptimalen Deal beruht, Teile per LKW zu Toyotas Tunnel in Köln zu transportieren.

Der neue Windkanal ist jedoch endlich fertiggestellt und wird im Juni nach den erforderlichen Kalibrierungsarbeiten in Betrieb genommen. Der neue Simulator und die Produktionseinheit werden später in diesem Jahr folgen.

Brown: COVID hat Entwicklung gehemmt

Brown wollte nicht, dass McLarens Infrastrukturdefizit zu einer müden Ausrede wird. Schließlich war der Wunsch, mehr Leistung aus den vorhandenen Ressourcen des Teams herauszuholen, der Auslöser für die technische Umstrukturierung.

Aber es ist klar, dass die neuen Einrichtungen McLaren in eine viel bessere Wettbewerbsposition versetzen. Nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. McLaren scheint ein Projekt zu sein, an dem man gerne mitarbeiten möchte. Eine verlockende technische Herausforderung.

"Niemand bezweifelt das Engagement unserer Aktionäre oder unseres Vorstands, wieder an die Spitze zu kommen", sagt Brown. "Endlich können wir einen Großteil der Infrastruktur, über die wir seit Jahren sprechen, in Betrieb nehmen."


Fotostrecke: Glorreiche Sieben: Alle McLaren-Champions

"Unser Windkanal steht kurz vor der Fertigstellung. Eine neue Produktionseinheit mit hochmodernen Produktionsanlagen. Man kann sie betreten, die Gebäude sehen und eine Menge anderer Infrastrukturen. Aber wir waren ziemlich weit im Rückstand, wir haben investiert und sind dann während COVID bei der Umsetzung einiger dieser Maßnahmen ins Stocken geraten."

"Wir haben alle Ressourcen, die wir brauchen. Wir sind hoch motiviert. Und wir haben eine Menge Leute, die sich uns angeschlossen haben, und eine Menge Leute, die dabei sind, sich uns anzuschließen. Jetzt, wo Andrea das Modell eingeführt hat, sind wir noch nicht fertig, dieses Modell auf Touren zu bekommen. Wir stehen erst am Anfang."

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