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Warum Sainz' verpasstes Podium ein Geschenk für McLaren war

Andreas Seidl erzählt, warum es im Nachhinein betrachtet positiv war, dass Carlos Sainz beim Grand Prix von Brasilien zunächst nicht aufs Podium durfte

(Motorsport-Total.com) - Der Grand Prix von Brasilien war sowohl für Carlos Sainz (erstes Formel-1-Podium überhaupt) als auch für das McLaren-Team (erstes Top-3-Ergebnis seit Australien 2014) ein besonderer Moment. Umso bitterer, dass Sainz seinen Pokal nicht persönlich am Podium abholen durfte, weil er erst durch die nachträgliche Strafe für Lewis Hamilton von P3 auf P4 aufrückte.

Carlos Sainz, Andreas Seidl

Teamchef Andreas Seidl jubelt mit Carlos Sainz über das erste Podium Zoom

Aber die verpasste Siegerehrung hatte auch etwas Gutes. McLaren-Teamchef Andreas Seidl ist es binnen eines Jahres gelungen, die 2018 teilweise noch toxische Atmosphäre innerhalb der Belegschaft um 180 Grad zu drehen. Und die Gelegenheit, bei der später improvisierten Siegerehrung nicht nur mit Sainz, sondern mit dem kompletten Rennteam aufs Podium zu dürfen, war nicht nur einmalig, sondern auch Gold wert für das Teambuilding.

"Es war für jeden einzelnen im Team super, dieses Podium zu feiern - und zwar gemeinsam zu feiern. Die Möglichkeit hast du normal nicht", sagt Seidl gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir dürfen nicht vergessen: Das Team ist seit 2014 durch eine sehr, sehr schwierige Zeit gegangen. Gleichzeitig haben wir viele junge Leute im Team, die in ihrer Motorsport-Laufbahn noch nie ein Podium gefeiert haben."

Es sei ihm "wichtig" gewesen, dass seine Mitarbeiter den Moment voll auskosten können, als Bestätigung dafür, dass sich ihre harte Arbeit auch lohnt. Und das improvisierte Podium in Sao Paulo war McLaren noch nicht genug. Bei der Heimkehr des Rennteams in die Fabrik in Woking wurde die offizielle Formel-1-Podiumszeremonie noch einmal nachgestellt. Für alle, die zu Hause geblieben waren.

Carlos Sainz

Ausgelassene Feier des McLaren-Teams auf dem Podium in Brasilien Zoom

Am Mittwoch nach dem Rennen wurde in Woking ein kleines Podest aufgebaut und die komplette Belegschaft zusammengetrommelt: "Weil wir die Podiumszeremonie in Brasilien nicht bekommen haben, haben wir sie dort entsprechend nachgeholt und den Pokal nochmal offiziell an Carlos überreicht. Vor der ganzen Mannschaft", erzählt Seidl.

Das Podium sei vom Ergebnis her zwar "glücklich" gewesen - "klar", räumt Seidl ein. Aber: "Wir waren da, als die Möglichkeit da war. Für mich und auch für das Team ist es wichtig, dass wir den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM eingefahren haben. Den verdienen wir dieses Jahr. Das Podium war ein schöner Bonus on top."

"Klar haben wir höhere Ziele. Gleichzeitig ist für mich wichtig, dass wir solche Momente dann auch genießen und entsprechend feiern. Wir leben für diesen Sport und nehmen das als Motivation, hart weiterzuarbeiten und diesen Aufwärtstrend, in dem wir uns gerade befinden, aufrechtzuerhalten", sagt er.

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