Warum Mick Schumacher zu Williams nur eine Luftnummer ist

Mick Schumacher zu Williams? Immer noch unwahrscheinlich - aber Valtteri Bottas steht angeblich knapp vor einer Vertragsunterschrift bei James Vowles ...

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Mediendonnerstag in Monaco trieb die "Silly Season" wilde Blüten. Eine große deutsche Zeitung macht am Freitag mit der Headline "Wechselt Verstappen jetzt zu McLaren?" auf, und an anderer Stelle im Internet wird spekuliert: "Mick Schumacher: Chance bei Williams?" Beides Varianten, die laut Informationen von Motorsport-Total.com in Wahrheit kein Thema sind.

Titel-Bild zur News: Valtteri Bottas

Valtteri Bottas ist bei Williams viel wahrscheinlicher als Mick Schumacher Zoom

Bei Williams ist die Situation zumindest im Hinblick auf 2025 klar. Teamchef James Vowles hat eine geheime Wunschliste, deren Nummer 1 Carlos Sainz ist. Der Plan B heißt Valtteri Bottas. Mick Schumacher wollte Vowles schon vergangenen Sommer nicht, und daran hat sich nichts geändert.

Die Mick-Gerüchte kamen letztendlich wohl auf, weil Logan Sargeant wackelt: "Ja, er ist angezählt", sagt inzwischen sogar Vowles im Interview mit Sky und unterstreicht: "Sein Cockpit ist in Gefahr. Er muss liefern [...]. Ich will, dass er erfolgreich ist. Aber in der Zwischenzeit sprechen wir auch mit anderen Fahrern." News dazu werde es "in ein paar Wochen" geben.


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Experte Timo Glock meinte dann in Imola bei Sky, es gebe "in meinen Augen momentan nur einen, der reinspringen könnte. Das wäre Mick Schumacher." Aber daran glaubt nicht einmal Micks Onkel Ralf Schumacher, der sonst nicht dafür bekannt ist, die Chancen seines Neffen künstlich kleinzureden.

Gedankenspiel: Antonelli und Ocon im Direktvergleich?

Ein Gedankenspiel, das aus Mercedes-Sicht Sinn ergeben würde, geht so: Sobald Sargeant rausfliegt, könnte Andrea Kimi Antonelli für den Rest der Saison ins Cockpit steigen und für einen Wechsel zu Mercedes zur Saison 2025 ausgebildet werden.

Das würde Williams aber nur machen, wenn Motorenlieferant Mercedes dafür ein Incentive bieten kann. Mercedes könnte dann für 2025 zwischen Esteban Ocon, der immer noch von Mercedes gemanagt wird, und Antonelli wählen. Und derjenige von den beiden Fahrern, der nicht im Mercedes sitzt, fährt 2025 Williams. Für Vowles ein mehr als passabler Trostpreis.

Eine logisch erscheinende Konstellation, die dem Vernehmen nach aber daran scheitert, dass Vowles kein Fan von Ocon ist. Der Franzose sei kein Teamplayer, weshalb Sainz und Bottas höher im Kurs stehen. Sainz ist inzwischen bei Mercedes kein Thema mehr, und aus seinem Umfeld hört man, dass es auch bei Red Bull "nicht gut" aussieht.

Warum Sainz-Audi immer wahrscheinlicher wird

Also wird der Spanier wahrscheinlich bei Audi unterschreiben. Sein Heim-Grand-Prix in Barcelona wäre ein optimaler Zeitpunkt für eine offizielle Bekanntgabe. Dass er aber auch bei Williams als Kandidat gehandelt wird, hilft seiner Verhandlungsposition. Weil er nicht auf Audi angewiesen ist, sondern einen Plan B vorzeigen kann.

Dass sich Sainz letztendlich gegen ein Werksprogramm und für Williams entscheidet, wo er genauso erstmal jahrelang Aufbauarbeit leisten müsste, erscheint wenig plausibel. Weshalb viel drauf hindeutet, dass letztendlich Bottas zu Williams zurückkehren wird. Der ist dort schon 2013 bis 2016 gefahren, vor seinem Wechsel zu Mercedes.

Bottas meinte in Imola, es werde "nächste Woche" Bewegung in die Sache kommen. Da hatte er Williams gerade ein halbstündiges Meeting abgestattet, bei dem man angeblich nur Kaffee getrunken habe. In Wahrheit ging's natürlich um 2025. Vowles kennt Bottas aus der gemeinsamen Mercedes-Zeit und weiß, wie schnell der Finne ist. Und dass er ein hervorragender Teamplayer sein kann.

Bottas selbst spricht davon, "gute Optionen" zu haben, obwohl er bei Audi dem Vernehmen nach nicht zu den Wunschfahrern gehört. Sein Plan A heißt Williams, sein Plan B Haas. Bei Haas wiederum hat aber Teamchef Ayao Komatsu bevorzugt Esteban Ocon ins Auge gefasst, sollte der bei Alpine das sinkende Schiff verlassen wollen.

Auf die Frage, ob er bereits bei Williams unterschrieben habe, antwortet Bottas in Monaco: "Ich habe im Moment noch bei niemandem unterschrieben." Hundertprozentig fix sei ein Deal in der Formel 1 erst, "wenn die Tinte auf dem Papier ist".

Er habe aber nach wie vor das Gefühl, 2025 "zu 99 Prozent" Formel 1 zu fahren, und verspüre "keine Panik". Bottas unterstreicht: "Wir reden nicht nur mit einem Team. Das ist gut so. Es gibt auch andere Möglichkeiten. Wir reden, aber ich habe für mich eine klare Priorität. Welche das ist, werde ich nicht verraten."

Längst vergessen: "Valtteri, it's James ..."

Bottas findet, dass er 2024 "eine sehr gute Saison" fährt, und sieht auch keinen Stolperstein darin, dass Vowles derjenige ist, der ihm seinerzeit am Mercedes-Boxenfunk mögliche Siege per Stallorder weggenommen hat. "Valtteri, it's James" ist inzwischen ein legendärer Funkspruch der Formel-1-Popkultur.

Heute bezeichnet Bottas Vowles als "alten Freund" und betont, dass sich die Unterstützung für Lewis Hamilton "nie" auf das persönliche Verhältnis ausgewirkt habe: "Das war immer gut. Unsere Funksprüche haben ein paar Leute aufgeregt, aber das wurde durch Social Media verstärkt. Unser Verhältnis war immer gut, sehr geradeaus und ehrlich zueinander."

Williams führe Vowles gerade "in die richtige Richtung. Er weiß, was nötig ist, um mit dem Team an die Spitze zu kommen. Als ich gesehen habe, dass James Teamchef bei Williams wird, wusste ich, dass das gute Neuigkeiten für das Team sind, denn ich kenne den Kerl und weiß, was er kann. Und bis jetzt macht er einen sehr guten Job."

Zumal Williams zwar einerseits schon 14 Kilogramm Übergewicht abgespeckt hat, aber trotzdem eigenen Angaben nach immer noch 0,45 Sekunden pro Runde verliert, weil man über Gewichtslimit liegt. So gesehen könnte Williams schneller in Richtung Spitzenfeld kommen als Sauber, denn zieht man diese Rundenzeit ab, wäre das Team jetzt schon regelmäßig in den Top 10.

Doch klar ist: Sowohl bei Audi als auch bei Williams wird es Jahre dauern, ehe durchschlagender Erfolg realistisch ist. Weswegen Sainz dann wohl doch eher zu Audi tendieren wird. Dort werden ihm die Aufbaujahre immerhin mit einem Werksfahrergehalt veredelt ...

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