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Vorschau auf den Großen Preis von Kanada

Der Große Preis von Kanada sorgt meist für viel Spektakel - "König Montreal" ist eindeutig Michael Schumacher

(Motorsport-Total.com) - Den Großen Preis von Kanada gibt es schon seit 1967, doch wurde er seitdem nur 32 Mal ausgetragen. Von 1978 an wurde das Rennen in Montreal ausgetragen. Das Auftaktrennen gewann Gilles Villeneuve, der Vater des jetzigen Formel-1-Piloten Jacques Villeneuve. Am 8. Oktober jenen Jahres war es in Kanada so kalt, dass die Piloten eingemummelt auf dem Podium standen und bei Schneeflocken ihre Pokale entgegen nahmen...

David Coulthard

Fünf WM-Punkte aus sechs Rennen - Coulthards Kanada-Bilanz ist dürftig Zoom

Wer in Kanada an die Formel 1 denkt, der denkt gleichzeitig auch an Villeneuve. Zuerst war es Gilles, der 18 Monate vor seinem Sieg in Montreal in die Formel 1 gewechselt war und bis in die frühen 80er-Jahre sechs Siege feiern sollte, bevor ihm die berühmt-berüchtigte Rennstrecke von Spa-Francorchamps das Leben kosten sollte. Der Kanadier war bei seinen Landsleuten beliebt, weil er ein echter Draufgängertyp war. Nach dem Tod Villeneuves wurde die Rennstrecke von Montreal in "Circuit Gilles Villeneuve" umbenannt.

In der Saison 1996 war es Sohn Jacques, der in der Formel 1 für Furore sorgen konnte und schon in der nächsten Saison den WM-Titel einfahren konnte. Ansonsten vermissen die Kanadier einen erfolgreichen Fahrer aus dem eigenen Land. Doch sie lieben auch Michael Schumacher, Jean Alesi und ab diesem Jahr wohl auch Juan-Pablo Montoya - alles Fahrer, die durch ihren besonders aggressiven Fahrstil auffallen und eine Persönlichkeit darstellen wie sie einst Gilles Villeneuve war.

Die Strecke liegt im ehemaligen Expo-Gelände von 1967 auf einer künstlich aufgeschütteten Insel inmitten des Hudson-Rivers und immer noch sind die Ruderanlagen der Olympischen Spiele von 1976 zu sehen. Über den Hudson-River kann die Strecke über Brücken erreicht werden. Das Wasser, die Skyline von Montreal und vereinzelte Schiffe auf dem Fluss bestimmen das Bild rund um die Rennstrecke. Montreal ist die trendigste Stadt Kanadas, weswegen der Großteil des Formel-1-Trosses gerne über den Großen Teich in das Land des Ahornblattes fliegt. Clubs und Bar's gibt es zuhauf und seit diesem Jahr hat auch Jacques Villeneuve mit seinem "Newtown"-Restaurant ein entsprechendes Angebot vorzuweisen.

Die Strecke selbst ist eine der schnelleren Pisten im Kalender, auf der man mit wenig Flügel fährt und die spätes Bremsen erfordert. Zahlreiche Kurven und Schikanen sind eng und anspruchsvoll und werden von Leitplanken und Betonmauern gesäumt, was Monaco-Feeling aufkommen lässt. Diese Strecken-Eigenschaften führen insbesondere am Freitag zu vielen Ausrutschern, denn die Piste wird nur einmal im Jahr befahren und ist aus diesem Grund zu Beginn des Wochenendes sehr rutschig und staubig.

Mit der 4,421 Kilometer langen Strecke kam bisher eindeutig Michael Schumacher am besten zurecht. Der Deutsche ist mit vier Siegen in Montreal der erfolgreichste Pilot. Zwei Mal schied Schumacher bei neun Starts aus, ansonsten war ein Fünfter Platz 1995 das schlechteste Ergebnis. Im Schnitt holte der Ferrari-Pilot 6 WM-Zähler pro Rennen.

Mika Häkkinen konnte nur 1999 einmal gewinnen, insgesamt bringt es der Finne auf einen Punkteschnitt von 1.7 WM-Zählern. David Coulthard gelang gar noch nie der Sprung auf das Podium, der Schotte erreichte 1996 als Vierter seine bisher beste Platzierung und kommt auf eine Erfolgsquote von 0.8 WM-Punkten je Einsatz. Jacques Villeneuve konnte sein Heimrennen bisher noch nie gewinnen, der Kanadier wurde 1996 lediglich Zweiter. Neben Schumacher und Häkkinen ist Jean Alesi der einzige aktive Pilot, der in Montreal gewinnen konnte. 1995 feierte der Franzose im Ferrari dort seinen bisher einzigen Grand-Prix-Sieg.

Michael Schumacher stand 1994, 1995, 1997, 1999 und 2000 auf der Pole Position und konnte im letzten Jahr mit seinem Sieg einen Fluch beenden, der 13 Rennen lang keinen Fahrer mehr von der Pole Position ein Rennen gewinnen ließ. Der Rundenrekord beträgt im Rennen 1:19.049 Minuten (Mika Häkkinen, McLaren-Mercedes, 2000) und im Qualifying 1:18.439 Minuten (Michael Schumacher, Ferrari, 2000), was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 202,904 Stundenkilometern entspricht.

2000:
Michael Schumacher trotzte dem Regen und holte seinen 40. Formel-1-Sieg vor Teamkollege Rubens Barrichello, der in den letzten Runden den mit Bremsproblemen kämpfenden Schumacher nicht überholen durfte. Benetton-Pilot Giancarlo Fisichella fuhr wie von ihm gewohnt in Kanada ein starkes Rennen und wurde Dritter. David Coulthard würgte vor der Einführungsrunde sein Auto ab und musste aus diesem Grund eine 10-Sekunden-Strafe absolvieren. Später kollidierte er im Rennen mit Jos Verstappen, der im Arrows ein starkes Rennen fuhr und mit einem fünften Platz belohnt wurde. Coulthard wurde nur Siebter. Ralf Schumacher schied im Rennen aus, als sich Jacques Villeneuve verbremste und ihm heftig in die Seite krachte. Mika Häkkinen kam auf Platz 4.

1999:
Das Rennen 1999 war eines der turbulentesten überhaupt in Montreal. Michael Schumacher ging aus seiner Pole Position in Führung, doch drei ehemalige Weltmeister landeten vor Start und Ziel in der Mauer und mussten aufgeben, darunter Damon Hill, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve. Mika Häkkinen erbte die Führung und den Sieg. Heinz-Harald Frentzen wäre Zweiter geworden, hätte nicht eine Bremsscheibe kurz vor Rennende ihre Geist aufgebenen, was zu einem heftigen Abflug führte. Die sechs Punkte erbten Giancarlo Fisichella und Benetton. Ferrari-Pilot Eddie Irvine wurde im von zwei Safety-Car-Phasen bestimmten Rennen Dritter.

1998:
Im Qualifiying sah es mit einer Doppel-Pole für McLaren-Mercedes noch gut aus, doch Häkkinen schied schon am Start mit Getriebeprobleme aus und David Coulthard folgte 18 Runden später. Der Start wurde von einem heftigen Unfall überschattet, bei dem sich Alexander Wurz überschlug, sich dabei aber nicht verletzte. Michael Schumacher wurde wegen Abdrängens von Heinz-Harald Frentzen eine 10-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, die ihn auf den dritten Platz zurückwarf. Doch der Ferrari-Pilot arbeitete sich mit einer starken Fahrt wieder auf den ersten Platz vor und konnte das Rennen gewinnen. Giancarlo Fisichella wurde Zweiter, Eddie Irvine Dritter.

1997:
Nach 54 der 69 Runden wurde Michael Schumacher vorzeitig zum Sieger erklärt, nachdem Olivier Panis im Prost in die Leitplanken gekracht war, wobei er sich an beiden Beinen schwer verletzte. Jean Alesi wurde Zweiter, Giancarlo Fisichella Dritter. David Coulthard hätte das Rennen vielleicht gewinnen können, hätte er vor dem Unfall nicht die Box aufgesucht und dabei den Motor abgewürgt.

1996:
Damon Hill gewinnt in seinem Weltmeisterjahr von der Pole-Positition, Teamkollege Jacques Villeneuve wird bei seinem Heimdebüt Zweiter. Michael Schumacher musste nach einem Problem in der Aufwärmrunde von ganz hinten starten und schied später in Runde 43 endgültig aus. Jean Alesi wurde nach einem Unfall im Qualifying am Samstag für das Benetton-Team Dritter.

1995:
Ausgerechnet an seinem 31. Geburtstag konnte Jean Alesi seinen ersten und bisher auch einzigen Formel-1-Sieg feiern. Im Ferrari überquerte der Franzose die Ziellinie vor den beiden Jordan von Rubens Barrichello und Eddie Irvine. Michael Schumacher schied souverän in Führung liegend mit Getriebeproblemen aus.

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