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Viele McLaren-Fragezeichen: Alles in Ordnung, nichts in Butter

Am Tag der Homologation will Honda den Antriebsstrang in "rennbereiten" Zustand versetzt haben - McLaren erwartet bei den ersten Rennen trotzdem Probleme

(Motorsport-Total.com) - Für McLaren-Honda entwickelt sich der dritte und letzte Formel-1-Wintertest in Barcelona zur Achterbahnfahrt. Nach einem ermutigenden Aufritt am Freitag erlebte die Krisentruppe am Samstag den nächsten Rückschlag: Beim Auftritt des Fernando-Alonso-Ersatz Kevin Magnussen schaffte der MP4-30 wegen eines Öllecks nur 39 Runden. Am frühen Nachmittag packten die Mechaniker ein. "Wir mussten den Motor abschalten, weil wir auch morgen noch fahren wollen", erklärt Rennleiter Eric Boullier.

Kevin Magnussen

Kevin Magnussen staunte nicht schlecht über den runderneuerten McLaren Zoom

Selbst mit wenig Sprit im Tank blieb der Däne als Achter 2,203 Sekunden hinter der Tagesbestzeit zurück. Trotzdem spricht Boullier von einem "zuletzt drastisch verbesserten" Boliden. Er rechnet mit schwierigen Übersee-Rennen in Australien, Malaysia und Bahrain, will aber bei der Rückkehr nach Spanien in Form sein: "Sobald es nach Europa geht, sollten wir uns massiv verbessert haben", orakelt er. Angeblich bereiten die Systeme zur Energierückgewinnung keine Kopfschmerzen mehr. Alles funktioniere.

Auf der Agenda steht beim Antrieb derzeit das Mapping, im gesamten Entwicklungsplan genießt es aber keine Priorität. Boullier sieht andernorts Handlungsbedarf: "Unsere Probleme kommen eher vom Chassis. Weil es uns an Kilometern fehlt, haben wir da noch nicht alle Schwachstellen entdeckt. Seitdem wir den Antriebsstrang zum Arbeiten bekommen haben, können wir aber das Auto entwickeln." Auch im Honda-Lager demonstrieren die Verantwortliche viel Zuversicht und Zufriedenheit.

Magnussen lobt sanften MP4-30: "Ganz anderes Auto"

Yasuhisa Arai erklärt: "Das Paket ist gut und rennbereit. Die Hardware und die Software haben wir soweit in Ordnung gebracht. Wir brauchen einfach nur etwas mehr Übung und Zeit für Checks." Nach der Homologation des Antriebsstrangs am Samstag und dem Einsatz einer für einen Grand Prix tauglichen Version auf dem Circuit de Catalunya soll es nur noch den Feinschliff geben: "Am Sonntag sammeln wir die letzten Daten, die es für Melbourne braucht", meint Arai. "Ich habe ein gutes Gefühl." Allerdings zeigt man sich im McLaren-Lager besorgt, wie vier Antriebsstränge für die komplette Saison reichen sollen.


Fotos: McLaren, Testfahrten in Barcelona, Samstag


Auch Magnussen zeichnet ein erfreuliches Bild der Situation: "Bis das Problem auftauchte, war es ein guter Tag. Das Auto ist sehr konstant, sehr stabil und bietet wenig Überraschungen. Da war der Vorgänger viel unberechenbarer und gerade mit abgefahrenen Reifen ein Problem", erinnert er sich mit Schaudern an den Bock der Vorsaison, von dem wenige Monate später kaum noch etwas übrig geblieben ist: "Fühlt sich an wie ein ganz anderer Wagen, die Idee ist eine ganz andere", schwärmt Magnussen.

Das sanft übertragene Drehmoment und das nahtlos hochschaltende Getriebe haben es ihm bei der Erprobung von Grand-Prix-Routinen wie Einführungsrunden besonders angetan: "Es überrascht mich, wie schnell das geklappt hat." Boullier zieht nach elf von zwölf Testtagen ein gemischtes Fazit: "Ich bin nicht so unzufrieden. Wir haben gar nicht erwartet, jedes Mal 100 Runden zu drehen. Man vergisst schnell, wie es den Teams im vergangenen Jahr ging." Dennoch räumt der Franzose ein: "Wir sind nicht so viel gefahren, wie wir wollten, und das schadet der Entwicklung natürlich."

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