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Verstoß gegen Funkverbot: Nico Rosberg verliert Rang zwei!

Der Deutsche fällt mit einer Zehn-Sekunden-Strafe auf Rang drei zurück, weil sein Team gegen das Funkverbot verstoßen hat - Mercedes kündigt Protest an

(Motorsport-Total.com) - Kein Doppelerfolg für Mercedes beim Großbritannien-Grand-Prix in Silverstone: Nico Rosberg bekam am Sonntagabend mehrere Stunden nach der Zieldurchfahrt eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, weil sein Renningenieur ihm kurz vor Ende per Funk eine Fahranweisung gegeben hatte. Das ist ein Verstoß gegen Artikel 27.1. der Sportlichen Regeln der Formel 1.

Nico Rosberg

Schon wieder eine Strafe: Nico Rosberg verliert Rang zwei in Silverstone Zoom

Rosberg fällt damit auf Rang drei zurück, den zweiten Platz erbt Red-Bull-Pilot Max Verstappen. In der WM-Gesamtwertung liegt Rosberg damit nur noch einen Zähler vor seinem Teamkollegen und Rennsieger Lewis Hamilton.

Rosberg hatte in den letzten Runden mit einem Getriebeproblem zu kämpfen. Per Funk erhielt er daraufhin die Anweisung, den siebten Gang nicht mehr zu benutzen. Die Rennkommissare kamen nach langer Beratung zu dem Schluss, dass es sich dabei um eine direkte Fahranweisung handelte, was allerdings seit einiger Zeit verboten ist. Rosberg ist der erste Pilot, der wegen eines Verstoßes gegen das partielle Funkverbot sanktioniert wird. In der Begründung der Rennkommissare heißt es, dass Mercedes Rosberg zwar über das Problem informieren, Tipps zur Behebung aber nicht hätte geben dürfen.

Mercedes kündigt Protest an - DMSB ist am Zug

Mercedes hat angekündigt, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen. Formal muss das jetzt der Träger der Nationalen Sporthoheit im Automobil-Weltverband FIA (der sogenannte ASN) tun, wobei es sich im Falle Deutschlands um den Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) handelt. Es bleiben 96 Stunden, in denen man sich theoretisch auch noch gegen den Protest entscheiden könnte.

Das Team argumentiert mit einer Liste erlaubter Funksprüche, unter denen unter Punkt zwei geführt wird: "Information über ein kritisches Problem mit dem Auto". In diesem Fall - so heißt es in den FIA-Statuten - dürften Anweisungen gegeben werden, wenn der Defekt einer Komponente oder eines Systems "unmittelbar bevorstehend oder potenziell zum Ausfall führend" ist. Wolff betont, dass der Katalog der Entscheidung zugrunde gelegen hätte, und auch am Kommandostand über die Legalität der Aktion kurz diskutiert worden sei.

Sportchef Toto Wolff fordert Regelreform

Ein drohender Getriebeschaden entspräche eben diesen Anforderungen, heißt es aus dem Lager der Silberpfeile - weil der W07 wohl im siebten Gang steckengeblieben wäre. Und auch Rosberg selbst betont: "Das Getriebe wäre kaputtgegangen!" Jedoch musste schon Force India am vergangenen Wochenende in Spielberg schweigen, als bei Pilot Sergio Perez eine Bremsscheibe ihren Dienst versagte, infolgedessen der Mexikaner einen Unfall zu beklagen hatte. Vor dem Rennwochenende kündigte die FIA dann an, bei den Funkrestriktionen härter durchgreifen und bestrafen zu wollen.


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"Diese Regeln müssen vielleicht überdacht werden", meint Wolff mit Nachdruck und wünscht sich, dass genau klargestellt wird, was erlaubt und was verboten ist. "Sonst kann man einfach den Funk ausstöpseln und ihn aus dem Auto werfen", winkt der Mercedes-Sportchef ab und will jetzt anhand der Telemetriedaten beweisen, dass der Defekt ohne das Eingreifen zu einem Ausfall geführt hätte. Rosberg zuckt mit den Schultern: "Ich kann ohnehin sagen, was ich will. Ich vertraue dem Team voll und ganz, weil sie das Reglement ganz genau gewälzt haben", erklärt der Wiesbadener.

Der Sportchef wundert sich auch darüber, dass Rosberg-Verfolger Max Verstappen im Funk gesagt bekam, dass die Sache untersucht würde, als es noch nicht offiziell war: "Interessant", murrt er, will deshalb aber nicht die Stewards auf die Konkurrenz (die von Ermittlungen verschont geblieben ist) hetzen - denn auch diese Information ließe sich ebenfalls als illegales Coaching interpretieren. "Es ist nicht unsere Art, jemand anderen hinzuhängen, um den zweiten Platz zu behalten", so Wolff.

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