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Vasseur: Formel 1 für Räikkönen nur ein Hobby? Das merkt man nicht!

Alfa-Romeo-Teamchef Frederic Vasseur nimmt Bezug auf Kimi Räikkönens Aussagen, die Formel 1 sei mehr ein Hobby als alles andere: So versessen arbeitet der "Iceman"

(Motorsport-Total.com) - Kimi Räikkönen scheint derzeit so viel Freude an der Formel 1 zu haben, wie schon lange nicht mehr. "Für mich ist es zuletzt eher ein Hobby geworden", schmunzelte er in China in der Pressekonferenz - auch wenn man bei Alfa Romeo Sorge hatte, dass man die Aussagen des "Iceman" falsch interpretieren könnte und ihn eher im Urlaub als im Arbeitsalltag wähnt.

Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen kann die Formel 1 mittlerweile lockerer nehmen Zoom

Doch Räikkönen fasst es eher so auf, dass ihm die Formel 1 wieder so viel Freude bereitet, dass es eher Spaß ist als Arbeit. Von einer laschen Arbeitseinstellung - das betont man beim Team - kann keine Rede sein. Teamchef Frederic Vasseur hat das in seinem neuen Starpiloten auch nicht gesehen. Im Gegenteil: Er hält diese Einstellung für einen "tollen Ansatz".

"Wenn er bei der Arbeit ist, zeigt er vollen Einsatz, aber außerhalb des Systems kann er den Druck vollkommen ablassen", sagt der Franzose und betont: "Er nimmt es nicht auf die leichte Schulter. Er ist voll entschlossen, voll fokussiert und konzentriert sich bei jedem Detail wie die Hölle", so Vasseur. "Ihr könnt die Ingenieure fragen: Keiner wird annehmen, dass Kimi im Urlaub ist."

Dem Teamchef kommt dabei ein witziges Detail in den Sinn: "In der Vorwoche war er bei mir im Büro und hat ein paar Zeichnungen vom Bremspedal angefertigt, weil er ein paar Änderungen haben wollte", erzählt er. "Er hat die Zeichnungen wirklich auf einem Stück Papier angefertigt. Ehrlich, ich mag das", sagt Vasseur. "Er achtet auf jedes kleine Detail - das ist beeindruckend."


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Schon bei den Wintertestfahrten machte ein Video die Runde, als Räikkönen selbst seinen eigenen Sitz reparierte. Doch dass er nun auch sein eigenes Pedal anfertigt, geht Vasseur dann doch zu weit: "Dann müsste ich ihn ja bezahlen", lacht er.

Doch im Ernst: Mit dem Weltmeister von 2007 ist man bei den Schweizern hochzufrieden. Der Finne fuhr in allen drei Saisonrennen in die Punkte und ist mit zwölf Zählern "Best of the Rest" hinter den Piloten der Topteams.

"Mit Sicherheit hat man bei uns weniger Druck als bei Ferrari", ergänzt Vasseur. Zwar gibt es auch bei den Schweizern durchaus Ziele, doch Räikkönen hatte schon mehrfach betont, dass er sich keine konkrete Vorgabe gesetzt habe. "Er ist aber überhaupt nicht relaxt", meint der Teamboss. "Vielleicht kann er es jetzt einfach etwas mehr genießen, wenn es weniger Druck gibt."