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Toto Wolff erklärt: Warum Schuldzuweisungen zu nichts führen

Toto Wolff hält nichts davon, bei Fehlern einen Schuldigen an den Pranger zu stellen - Der Mercedes-Teamchef erklärt, warum er diesen Ansatz verfolgt

(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat einen klaren Führungsstil. Der Österreicher verfolgt bei den Silberpfeilen eine strikte "no blame culture". Das bedeutet, dass niemals einer einzelnen Person die Schuld gegeben wird, wenn Fehler passieren. In der YouTube-Reihe 'Deep Dive' von Mercedes erklärt Wolff, warum sich das zwar einfach anhört, die Umsetzung aber ziemlich schwierig ist.

Toto Wolff

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"Auf einem rationalen Level ist [dieser Ansatz] einfach zu verstehen. Aber der menschliche Verstand ist so strukturiert, dass man jemandem die Schuld gibt, wenn etwas passiert", sagt Wolff und erklärt: "Das nimmt den Druck von mir. Im ersten Schritt ist es wichtig, das zu verstehen. Es ist nur ein Ventil, um Druck von sich selbst zu nehmen. Ich versuche daher, ruhig zu bleiben, emotional, aber nicht zu aufgeregt."

Wenn ein Fehler passiere, dann gehe es vielmehr darum, die Ursache des Problems zu klären. Wer letztendlich den Fehler begangen habe, sei nicht wichtig. Gegenseitiges Vertrauen im Team sei bei der Aufarbeitung von Fehlern entscheidend. Die Teammitglieder wüssten, dass auch Wolff selbst "gute und schlechte Momente" habe. Er versuche aber immer, rational zu bleiben.


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"Nur dann öffnen sich die Leute und sagen: 'Ich denke, wir hätten dies oder das besser machen können.' Das ist sehr wichtig, damit das Team Fortschritte machen kann", so Wolff, der auch glaubt, dass man mit einem zu großen Ego nicht übermäßig erfolgreich sein kann. "Ego kann ein sehr starker Antrieb sein - aber nur bis zu einem gewissen Level", erklärt der Österreicher.

"Ich habe schon große Egos gesehen, die gescheitert sind. Die meisten sind gescheitert, weil sie nicht in der Lage zur Selbstreflexion waren. Sie glaubten, dass sie die Größten sind - ob in der Formel 1 oder auch woanders", so Wolff. Das sei in seinen Augen aber nicht förderlich, weil es wichtig sei, sich immer selbst zu hinterfragen. Ob mal Wolffs Ansatz mag oder nicht: Der Erfolg gibt ihm recht.

Seit 2014 gewann Mercedes sechsmal in Serie Fahrer- und Konstrukteurs-WM. Das ist vor den Silberpfeilen in der Geschichte der Formel 1 noch keinem anderen Team gelungen.

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