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Tost: Tsunoda liefert "fantastisches Beispiel" für eine Rookie-Saison

AlphaTauri-Teamchef Franz Tost erklärt, warum Yuki Tsunodas Rookie-Saison schlechter aussah, als sie war, und nimmt den Japaner für 2022 in die Pflicht

(Motorsport-Total.com) - Yuki Tsunoda zeigte 2021 zwar vielversprechende Ansätze, doch seine Rookie-Saison wurde auch durch verschiedene Unfälle und Fehler getrübt, sodass der japanische Youngster klar im Schatten seines Teamkollegen Pierre Gasly stand.

Yuki Tsunoda

Yuki Tsunoda wurde 2021 zum Opfer seiner eigenen Ambitionen Zoom

So sorgte Tsunoda bei seinem Debüt in Bahrain mit einem neunten Platz für Aufsehen, hatte dann aber Mühe, an dieses Ergebnis anzuknüpfen. Während Gasly beständig Punkte sammelte, um AlphaTauri im Kampf um den fünften Platz in der Konstrukteurswertung zu halten, erreichte Tsunoda nur sechs weitere Top-10-Plätze.

Der Japaner selbst gestand in seinem Saisonrückblick: "Bis zu meinem Umzug nach Italien war ich ein fauler Sack." Zur Saisonmitte siedelte er ins italienische Faenza, dem Sitz von AlphaTauri, um und eignete sich eine diszipliniertere Herangehensweise an, um sich aus seinem frühen Saisonloch kämpfen zu können.

Tost: Man muss sich zu 100 Prozent anpassen

Sein Teamchef Franz Tost betont, er habe nie daran gezweifelt, dass der hoch gehandelte Youngster die Kurve noch kriegen würde. Vor der zweiten Saison des 21-Jährigen sagt er aber auch, dass es jetzt an ihm liege, sein Talent in Ergebnisse umzuwandeln.

"Ich kann nur sagen, dass Yuki ein wirklich fantastischer Fahrer ist. Jetzt liegt es auch in seinen Händen, was er daraus macht, denn Talent zu haben ist eine Geschichte", weiß Tost. "Ich kenne ein paar Formel-1-Fahrer, die wirklich talentiert waren, aber sie haben vielleicht ein Rennen oder sogar gar kein Rennen gewonnen."

"Als Formel-1-Fahrer kann man nicht genug trainieren. Die Ernährung ist sehr wichtig, man muss wirklich diszipliniert sein. Und die gesamte Lebensweise muss zu 100 Prozent mit den Anforderungen der Formel 1 übereinstimmen", mahnt der Teamchef.

Teamchef ist von Tsunodas Talent überzeugt

"Das liegt jetzt in seinen Händen. Wir können ihm nur Ratschläge geben, aber dann muss er es selbst tun. Und da wird man sehen, ob er ein echter Topstar werden kann. Vom Fahren her kann er es schaffen. Jetzt liegt es an ihm", blickt Tost voraus.


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In der Rückschau ordnet der AlphaTauri-Teamchef Tsunodas erstes Jahr als "ein fantastisches Beispiel" für eine Rookie-Saison ein, die schlechter aussah, als sie war, auch weil er sich dem direkten Vergleich mit Teamkollege Gasly stellen musste.

"Dieses Jahr war es das erste Mal, dass ein sehr erfahrener Fahrer an der Seite eines Rookies stand. Normalerweise starteten wir mit zwei Rookies oder einem Fahrer mit einem Jahr Erfahrung und dann war der Unterschied nicht so offensichtlich", erklärt Tost. "Was mit Yuki passiert ist, ist ganz einfach zu erklären."

Tsunoda hat sich selbst zu früh zu viel zugetraut

"Er fuhr ein gutes Rennen (in Bahrain; Anm. d. R.), wurde Neunter, alles fantastisch. Und für mich war klar, dass bald ein Crash kommen würde, denn Yuki fuhr schon am Limit. Aber es ist immer das Gleiche mit jungen Fahrern. Wir sagen ihnen 'Hey, du bist am Limit' und ich weiß genau, was Yuki im Kopf hatte."

"Nach Bahrain dachte er - und das ist typisch für junge Fahrer - 'Huh, die Formel 1 ist nicht so schwierig'", sagt Tost, der die Folgen schon kommen sah. Denn in Imola schied ein aggressiver Tsunoda sowohl im Qualifying als auch im Rennen aus, gefolgt von weiteren Ausfällen in den darauffolgenden Rennen.

"Er war geschockt, er hat das Vertrauen verloren". Natürlich kommt dann die Frage auf: 'Bin ich gut genug? Ist die Formel 1 vielleicht zu schnell für mich?' Das ist bei allen Fahrern gleich, aber bei Yuki ist es einfach so ein fantastisches Beispiel", so Tost.

"Das ist der Grund, warum ich sage, dass ein junger Fahrer mindestens drei Jahre braucht, um die Formel 1 ein wenig zu verstehen, denn sie ist viel komplexer, als die Leute denken. Nächstes Jahr wird es ganz anders sein, weil er viel mehr weiß. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben."

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