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  • 13.09.2018 · 16:17

  • von Dominik Sharaf & Adam Cooper

Streit zwischen Renault und Haas eskaliert: Rollen nun Köpfe?

Mit dem Protest gegen Haas in Monza soll Renault ein Gentleman's Agreement bewusst verletzt haben - Günther Steiner sieht Chancen in der Berufung bei 50:50

(Motorsport-Total.com) - Der Streit um die Disqualifikation Romain Grosjeans beim Italien-Grand-Prix schaukelt sich hoch: Nachdem die Haas-Mannschaft angekündigt hat, gegen das FIA-Urteil in Berufung zu gehen, wirft Teamchef Günther Steiner Renault unsportliches Verhalten vor und glaubt, dass die Führungsetage Köpfe rollen lassen könnte: "Intern werden daher Leute infrage gestellt. Das ist richtig so", sagt er.

Kevin Magnussen, Carlos Sainz

Das Duell zwischen Haas und Renault findet nicht mehr nur auf der Strecke statt Zoom

Grund für den Vorwurf ist, dass Renault von der Geschichte mit dem Unterboden wohl weit früher Wind bekommen hatte, mit einem Protest aber bis nach dem Monza-Rennen wartete - um Haas keine Chance zu geben, sein Auto regelkonform zu gestalten, sondern für den Abzug von WM-Punkten zu sorgen. Wäre der Protest nach dem Freien Training erfolgt, hätte es vielleicht Auswege gegeben.

Bestätigen will Steiner das nicht, meint mit Blick auf das Duell in der Konstrukteurs-WM jedoch über Renault: "Sie haben sich wohl gedacht: 'Wir müssen etwas tun, sonst werden wir Fünfter!'" Er sei am Abend nach dem Italien-Grand-Prix überrascht gewesen, dass der Protest noch erfolgt wäre, sagt Steiner, "aber irgendwie auch wieder nicht. Was würden Sie tun, wenn Sie Renault wären?"

Steiners Worte lassen durchblicken: Haas wusste, dass der Unterboden nicht dem Reglement entspricht. Eine Warnung von FIA-Rennleiter Charlie Whiting hatte es bereits im Juli gegeben. Das Team argumentiert allerdings: Weil die Fabriken im August zwei Wochen schließen mussten und die Teile von Zulieferern kommen, sei es unmöglich gewesen, das Auto rechtzeitig umzubauen.


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"Es ist eine Kleinigkeit, aber sie sollte ordentlich erledigt werden und es ist anspruchsvoll. Es ist nicht wie früher, wo man mit einer Feile oder einer Säge gearbeitet hat", erklärt Steiner. Möglich also, dass sich bei einem Protest am Freitagabend am Haas-Auto nichts mehr hätte richten lassen.

Oder dass die US-Amerikaner es nicht für nötig gehalten hätten. Denn in Spa-Francorchamps kam identisches Material zum Einsatz und es rührte sich niemand. "Wir waren nicht der Meinung, dass es illegal wäre", so Steiner über die Denke in der Sommerpause. Man wollte an funktionierende Unterböden nicht Hand anlegen und "nicht riskieren, in Spa ohne Unterboden dazustehen". Zumal die Bauweise "nur einen marginalen oder gar keinen Vorteil" für die Performance gebracht hätte.


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"Die Chancen stehen 50:50", sagt Steiner über die Aussichten in der Berufungsverhandlung, die am 1. November stattfindet. Dann beruft sich Haas auf verschiedene Argumente. Die Strategie der Juristen sei "eine Mischung aus Technischen Regularien, ihrer Interpretation, Mehrdeutigkeiten und dem Informationsfluss." In Singapur wird das Thema nicht wieder akut, weil im Zuge eines Updates ohnehin ein neuer Unterboden zum Einsatz kommt, der auf jeden Fall regelkonform ist.

Für Steiner ist die Angelegenheit ein Beweis dafür, dass die Bandagen in der Formel 1 härter geworden sind: "Es hat von den Topteams auf das Mittelfeld übergegriffen, weil so viel auf dem Spiel steht", findet er, sieht jedoch auch Gutes darin, dass um die Positionen jenseits des Podiums härter gekämpft wird. "Nur muss man deshalb kein Gentleman's Agreement untergraben", findet Steiner.

Renault-Pilot Nico Hülkenberg verteidigt das Vorgehen seines Rennstalls: "Aus gutem Grund" sei man gegen Haas vorgegangen. "Regeln sind Regeln. Ja, das ist schon ein Wettbewerb, ein Kampf, in dem es für uns um viel geht."

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