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Silly-Season für die Saison 2025: Bricht bei den Formel-1-Teams das Chaos aus?

Die Silly-Season für die Formel-1-Saison 2025 könnte einer Achterbahnfahrt gleichen - Die Teams könnten schon in den kommenden Wochen zum Handeln gezwungen sein

(Motorsport-Total.com) - Der überraschende Wechsel von Lewis Hamilton von Mercedes zu Ferrari für die Formel-1-Saison 2025 könnte eine lange Kette von Dominosteinen zum Fallen bringen, denn die Teams sind gezwungen, sich bereits vor dem Start der Saison 2024 um ihren Fahrerkader für die folgende Saison zu kümmern. Bricht also in der Silly-Season das Chaos aus?

Titel-Bild zur News: Lewis Hamilton, Charles Leclerc

Wie wird sich die Silly-Season 2025 entwickeln? Zoom

Mercedes muss einen Nachfolger für Hamilton finden, der den Platz neben George Russell einnehmen wird. Esteban Ocon hat bereits klargestellt, dass er noch immer Mercedes-Junior ist. Der aktuelle Alpine-Pilot könnte also Chancen auf das freie Cockpit haben, aber wer würde dann der Nachfolger des Franzosen und was macht Carlos Sainz in Zukunft? Die Gedankenspiele beginnen!

Viele Teams haben noch keine Verträge mit Fahrern für 2025 und darüber hinaus abgeschlossen, sodass hier noch viel Bewegung in das Feld kommen könnte. Ab 2026 gilt in der Formel 1 ein neues Reglement, das erneut zu Veränderungen im Fahrerkader führen könnte.

Schnelle Entscheidung oder Poker?

Doch welche Fahrer haben langfristige Verträge? Max Verstappen ist bis 2028 an Red Bull gebunden, Russell hat bei Mercedes einen Vertrag bis Ende 2025. Über den Vertrag von Lance Stroll ist nichts bekannt, man rechnet aber damit, dass er bei Aston Martin bleibt. McLaren setzt langfristig auf Oscar Piastri und Lando Norris. Für die Saison 2025 sind theoretisch 13 Cockpits zu vergeben.

Das könnte dazu führen, dass etablierte Fahrer in den kommenden Wochen mit den Teams daran arbeiten, ihre Zukunft in der Königsklasse zu sichern. Im Formel-1-Fahrerlager werden daher einige Vertragsverlängerungen erwartet, denn kein Fahrer möchte ohne Vertrag dastehen, wenn die "Reise nach Jerusalem" für die Saison 2025 beginnt.

Auf der anderen Seite könnte es aber auch Spielchen geben, denn die aktuelle Situation könnte für die eine oder andere Überraschung sorgen und der Poker, auf eine Vertragsverlängerung zu verzichten, um ein besseres Cockpit zu ergattern, könnte aufgehen. Aus Teamsicht könnte sich das Warten lohnen, weil plötzlich ein Top-Fahrer zur Verfügung steht.

Antonelli eine Option?

Mercedes könnte die Lücke aber auch einfach mit einem Nachwuchsfahrer aus den eigenen Reihen füllen und so viele Diskussionen im Keim ersticken. Andrea Kimi Antonelli aus Italien wäre eine Option, denn der Italiener dominiert mit Prema die Nachwuchsklasse im Formelsport. Der 17-Jährige aus Bologna holte in zwei Jahren vier Titel und wird 2024 in der Formel 2 debütieren.

Antonelli könnte aber auch von Mercedes bei Williams geparkt werden, so wie es der Rennstall damals mit Russell gemacht hat. Doch Williams hat eigene Pläne, und wenn kein Cockpit frei ist, gibt es auch keinen Platz für den jungen Italiener. Mit Logan Sargeant und Alexander Albon hat Williams zwei solide Fahrer in seinen Reihen.

Albon könnte aber ein Auge auf ein mögliches Red-Bull-Cockpit werfen, wenn die Zeit von Sergio Perez bei den Österreichern abläuft, aber auch Daniel Ricciardo und Liam Lawson sind Kandidaten für die Nachfolge von Perez, sollte dieser überhaupt rausgeschmissen werden. Der Mexikaner genießt derzeit noch die Unterstützung von Red Bull, weshalb ein schneller Wechsel nicht zu erwarten ist.

Ocon zwischen Alpine und Mercedes

Aston Martin will mit Fernando Alonso weitermachen, Stroll scheint sein Cockpit sicher zu haben, solange sein Vater Lawrence Stroll in den Rennstall investiert. Alonso denkt trotz seiner 42 Jahre noch lange nicht ans Aufhören und will wohl auch 2025 noch in der Königsklasse fahren.


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Alpine führt derzeit Gespräche mit seinen aktuellen Fahrern Ocon und Pierre Gasly. Die beiden Franzosen scheinen eine Vertragsverlängerung mit dem Werksteam nicht auszuschließen. Ocon sagt: "Je früher, desto besser. In diesem Jahr geht es um 15 Fahrer, da wird es sicher Chaos geben. Uns steht eine große Silly-Season bevor. Wir werden sehen. Ich fühle mich hier wohl. Aber Formel 1 ist Formel 1, man weiß nie, was passiert."

Seine Beziehung zu Mercedes leugnet der Franzose nicht: "Seit 2015 werde ich von Mercedes gemanagt. Ich bin ein Junior-Fahrer, auch wenn ich kein Nachwuchsfahrer mehr bin. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Im Moment konzentriere ich mich voll auf Alpine, meine Aufgaben im Team und die Ziele, die wir haben. Von der potenziell wilden Silly Season will sich Ocon nicht anstecken lassen.

Gasly will Rennen gewinnen

Gasly ergänzt: "Das [Hamiltons Wechsel zu Ferrari] kam für viele sehr unerwartet. Das hat die Dynamik auf dem Fahrermarkt verändert. Ich bin letztes Jahr zu Alpine gekommen und kenne daher das Projekt, an dem ich arbeite. Mein Vertrag läuft Ende des Jahres aus, aber es gibt Gespräche. Die Situation ist klar, aber ich will sehen, was das Auto kann. Das Ziel ist, vorne mitzufahren."

Der 28-Jährige glaubt an das Alpine-Programm und spricht davon, "in seinen besten Formel-1-Jahren" zu sein. "Ich will um Siege und Podestplätze kämpfen", stellt Gasly klar, der auch eine chaotische Silly-Season erwartet. Ocon und Gasly bekennen sich zu Alpine, aber beide können ihren Erfolgshunger nicht verleugnen, weshalb sie sicher auch außerhalb ihres Teams nach Möglichkeiten Ausschau halten.

Zurück zu Sainz, der seinen Platz bei Ferrari für Hamilton räumen muss. Der Spanier wird mit Sauber-Audi in Verbindung gebracht. "Ich wollte meine Zukunft vor dem ersten Rennen absichern", sagt der Noch-Ferrari-Pilot. "Mit diesem Szenario haben sich die Dinge etwas verändert. Ich denke, es wird jetzt ein längerer Prozess."


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Sainz will sich Zeit lassen

Sainz spricht von den "wichtigsten drei bis vier Jahren seiner Karriere". "Ich muss sicherstellen, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin", so der Spanier. "Deshalb möchte ich das richtige Team für meinen nächsten Schritt wählen. Ich werde mir die Zeit nehmen, alle Möglichkeiten zu prüfen. Ich möchte mich wohl fühlen, wenn ich meine Entscheidung treffe. Deshalb will ich mir die Zeit nehmen, alle nötigen Informationen zu sammeln."

Sainz verlässt sich dabei wie Ocon, Gasly und die anderen Fahrer auf sein erfahrenes Management im Hintergrund. Doch wie geht es mit Perez weiter? Bleibt der Mexikaner langfristig bei Red Bull oder läuft seine Zeit beim Top-Team ab? "Ich konzentriere mich einfach darauf, ein gutes Jahr zu haben, der Rest wird sich von selbst ergeben", erklärt Perez seinen pragmatischen Plan.

"Solange du auf der Strecke deine Leistung bringst, wird sich alles fügen", so der Mexikaner weiter. "Deshalb interessiert mich das alles nicht. Das wird meine 14. Formel-1-Saison, also konzentriere ich mich nur darauf, auf der Strecke schnell zu sein. Wenn man so lange im Geschäft ist, weiß man, wie es läuft. Deshalb interessiert mich das nicht so sehr. "

Perez will die Zeit "genießen", "viel Spaß" haben und sich "motivieren", um bei Red Bull gegen Verstappen zu bestehen. Der Niederländer hat seinen Teamkollegen bisher klar im Griff und spürt von ihm kaum Druck. Gleichzeitig hat sich Perez als Nummer zwei bei Red Bull bisher vernünftig verhalten, weshalb Red Bull womöglich kein Interesse daran hat, den Status quo schnell zu ändern.