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  • 26.06.2011 · 11:57

  • von Fabian Hust & Dieter Rencken

Safety-Car-Einsatz: Der eine will ihn, der andere nicht...

FIA-Rennleiter Charlie Whiting kennt die taktischen Aussagen der Fahrer hinter dem Safety-Car mittlerweile zu Genüge

(Motorsport-Total.com) - Wenn die Rennleitung sich dazu entscheidet, das Safety-Car auf die Strecke zu schicken, weil es ihrer Meinung nach regnerische Bedingungen erfordern, ist es immer wieder spannend, in den Boxenfunk zu lauschen. Denn die Fahrer sind sich nicht immer ganz einig, ob es richtig ist, langsam hinter dem Sicherheitsfahrzeug hinterher zufahren, oder ob man das Rennen doch freigeben sollte.

Safety-Car

Safety-Car in Montreal: Vettel fand es toll, Hamilton wollte es von der Strecke haben

So wunderte sich Lewis Hamilton im vergangenen Jahr über Sebastian Vettel, der beim Großen Preis von Südkorea forderte, dass das Rennen abgebrochen wird, weil es mittlerweile zu dunkel sei.

"Ich kann den Bremspunkt in der ersten Kurve nicht mehr sehen, in anderen Kurven auch nicht mehr!", meldete der Red-Bull-Pilot seinem Team über Funk. Randnotiz: Vettel lag zu diesem Zeitpunkt in Führung. Der zu jenem Zeitpunkt an dritter Stelle liegende Hamilton relativierte: "Das Licht ist okay." Wenige Augenblicke später wurde Vettel langsamer und rollte mit einem Motorschaden aus.

Auch beim vergangenen Rennen in Kanada, das aufgrund des Regens hinter dem Safety-Car gestartet wurde, begrüßte der in Führung liegende Sebastian Vettel die Entscheidung als richtig, wohingegen Lewis Hamilton forderte, das Rennen endlich freizugeben.

"Wir hören alle Fahrerkommunikationen ab", bestätigt Rennleiter Charlie Whiting. "Wir können nicht mit den Fahrern sprechen, aber ihnen zuhören. Wir wählen also einige Fahrer aus, deren Meinungen unserer Meinung nach zählen. Das hängt vom Typ ab, aber auch von der Position auf der Strecke, denn es bringt wenig, dem führenden Fahrer zuzuhören - der wird immer sagen, dass es so sicherer ist. Also hören wir allen zu."

Die Verantwortlichen des Automobilweltverbandes FIA lassen sich also nicht durch bestimmte Aussagen irritieren, die natürlich auch taktisch gewählt sind. Wäre Vettel in den beiden betreffenden Rennen nicht in Führung gelegen, er hätte wohl eine andere Aussage getroffen.

"Ein gutes Beispiel dafür ist Südkorea im Vorjahr, als es gegen Rennende dunkel wurde", erinnert sich Whiting an das bereits erwähnte Rennen. "Wir hörten uns die vorderen sechs Fahrer an. Von denen haben sich zwei beschwert. Einer lag in Führung, der andere hatte völlig abgenutzte Hinterreifen und daher auch einen Grund, sich einen Abbruch zu wünschen."

"Auch in Kanada haben wir viel zugehört", so der Brite weiter. "Das hilft uns dabei, festzustellen, wenn die Bedingungen besser werden. Oder Fuji 2007 - ein sehr schwieriger Fall. Man kann darüber streiten, ob die Bedingungen während des Rennens wirklich deutlich besser geworden sind, aber in Kanada haben wir genau zugehört."

"Es gibt immer die ein, zwei Fahrer, die immer sagen: 'Kommt schon, lasst uns fahren!' Die anderen sagen gleichzeitig, dass es noch nicht geht. Aber wenn es soweit ist, nehmen wir den Ratschlag der Fahrer meistens an. Es lohnt sich auf jeden Fall, auf die Fahrer zu hören, finde ich."

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