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Rosberg über Sim-Racing: "Glaube nicht, dass Lewis das versteht"

Ex-Formel-1-Pilot Nico Rosberg glaubt, dass sich Lewis Hamiltons Aversion gegen Sim-Racing gerade in dieser Saison rächen könnte - Corona-Pause habe drastische Folgen

(Motorsport-Total.com) - Seit den letzten Testfahrten Ende Februar in Barcelona saß keiner der Formel-1-Fahrer in seinem Boliden. Der Saisonauftakt in Australien wurde abgebrochen, es folgten weitere Absagen und Verschiebungen. Bis zum geplanten Neustart Anfang am 5. Juni mussten die Piloten folglich gut vier Monate pausieren.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Nico Rosberg rät Lewis Hamilton, die Vorteile von Sim-Racing zu nutzen Zoom

Nico Rosberg, Weltmeister von 2016, ahnt, wie schwer es für seine ehemaligen Kollegen sein wird, wieder zurück in den Rennmodus zu finden - und das nicht nur mental. Denn obwohl jeder versucht, sich zu Hause körperlich fit halten, könnten Kräfte, die in einem Formel-1-Wagen wirken, im Fitnessstudio nicht simuliert werden.

Das habe vor allem für die Nackenmuskulatur Folgen. "Die Autos sind so sauschnell heutzutage. Da werden sie mit dem Nacken richtig Probleme haben, wenn es wieder losgeht. Das ist sicher", prognostiziert Rosberg im RTL-Interview. "Aber das ist dann ja nur umso spannender für uns, wenn die Fahrer am physischen Limit sind."

Rosberg warnt vor Verlust der Feinmotorik

Doch der Deutsche sieht noch eine zweite große Herausforderung: "Ich glaube, dass sie die Perfektion des Autofahrens verlernen. Stellen wir uns mal vor, Roger Federer geht jetzt fünf Monate nicht auf den Tennisplatz zum Trainieren. Da ist er definitiv weit weg von seinem besten Performancelevel. Und so ist es bei Rennfahrern auch."

Wie sehr sich das durch Sim-Racing kompensieren lässt, sei schwer zu sagen. Dass das Fahrern im Simulator dem Verlust der Feinmotorik entgegen wirken kann, glaubt Rosberg schon. "Ich bin mir sicher, das ist auch ein Grund, warum Sebastian jetzt auf einmal über seinen Schatten springt und auch im Virtuellen unterwegs ist."

Sebastian Vettel debütierte Anfang des Monats in der Legends-Trophy der All-Star-Serie. Landsmann Rosberg mutmaßt: "Er hat einfach gesehen, hey, die Konkurrenz ist am Fahren, stundenlang, jeden Tag. Das ist gefährlich, ich muss jetzt auch anfangen." Ganz anders sieht es da (noch) bei Lewis Hamilton aus.

Hamilton: "Fahre nur selten im Simulator"

"Ich glaube nicht, dass er das macht und überzeugt davon ist, dass Simulatorfahren ihm vielleicht helfen könnte", sagt sein ehemaliger Mercedes-Teamkollege und sieht darin einen möglichen Nachteil. "Ich bin mir nicht sicher, ob er versteht, wie der Körper sich abbaut in Sachen Präzisionsgefühl und Fahrkönnen."


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Dabei spricht Rosberg aus eigener Erfahrung: "Wir haben früher immer drei Monate Winterpause gehabt. Und als ich dann das erste Mal wieder im Auto saß, kam mir alles viel schneller vor. Ich hatte gar nicht mehr so die Kapazität, ich war komplett überfordert." Es habe ein paar Tage gebraucht, bis er wieder "voll drin" war.

Das Fahren im Simulator könnte helfen, diesen Effekt möglichst gering zu halten. Doch Hamilton selbst scheint nicht überzeugt. "Ich fahre nur ganz selten im Simulator", gibt er auf dem YouTube-Kanal von Mercedes zu. "Ich finde das schwierig, denn die Bewegung ist nie perfekt." So bewege sich im Simulator zu Hause der Sitz nicht.

Weltmeister lässt heute von Rennspielen ab

"Dein Verstand sagt dir, dass sich das Auto bewegt. Aber man spürt nichts. Es ist so, als müsste man seinen Verstand ausschalten. Und das gefällt mir nicht. Wenn man dann wieder ins echte Auto steigt, dann ist es komplett anders", erklärt Hamilton und hält fest: "Mir persönlich bringt es nichts, im Simulator zu sitzen."

Gegen Online-Spiele mit Freunden habe er aber nichts einzuwenden: "Ich mag Gran Turismo. Sony hat mir ein komplettes Set-up geschickt. Als Kind habe ich Stunden damit verbracht, um Geld zu verdienen und all die Autos zu kaufen. Das war eine tolle Möglichkeit." So entstand im Laufe der Jahre die Idee einer eigenen Challenge.

Dabei können Spieler gegen die Zeit von Hamilton anfahren. Der Weltmeister schwärmt: "Ich bin damit aufgewachsen, Formel-1-Spiele zu spielen. Ich konnte es nicht abwarten, eines Tages mein eigenes Auto darin zu sehen." Als er dann aber in die Formel 1 aufgestiegen ist, habe er anschließend keine Rennspiele mehr gespielt.

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