powered by Motorsport.com

Robert Kubica fährt nächsten Formel-1-Test für Renault

In Le Castellet absolvierte Robert Kubica am Mittwoch einen weiteren Formel-1-Test für Renault und ist im Simulator auch schon das aktuelle Auto gefahren

(Motorsport-Total.com) - Robert Kubica hat auf seinem Weg zurück in Richtung Formel 1 am Mittwoch einen weiteren Schritt gemacht. In Le Castellet fuhr der Pole einen weiteren Test für Renault. In einen Auto des Vorgängerteams Lotus aus der Saison 2012 absolvierte Kubica auf dem Grand-Prix-Kurs im Süden Frankreichs insgesamt 90 Runden, die nach Aussage von Renault problemlos verliefen. Auch Kubica selbst war mit seinem zweiten Test sehr zufrieden.

Robert Kubica

Robert Kubica saß am Mittwoch erneut im Formel-1-Auto Zoom

"Meine Zweifel an meinen Fähigkeiten sind nach diesen beiden Testtagen verschwunden", so Kubica gegenüber der französischen Sporttageszeitung 'L'Equipe', die als einzige Medium der Testfahrt beiwohnen durfte. "Ich habe keine Angst mehr davor, dass ich nicht gut genug bin, aber es liegt noch ein langer Weg vor mir", sagt Kubica.

Seine Behinderung, seit einem schweren Rallyeunfall im Jahr 2011 kann Kubica seinen rechten Arm nur eingeschränkt bewegen, seien auch bei diesem zweiten Test kein Hindernis gewesen. "Meine körperlichen Einschränkungen behindern mich nicht beim Fahren", sagt Kubica.

Diese Aussagen befeuern Spekulationen über ein Formel-1-Comeback des Polen, der bei Renault als mögliche Alternative zu Jolyon Palmer gesehen wird. Allerdings stellt Kubica klar, dass er dafür aktuell noch nicht bereit ist. "Ich bin noch kein aktuelles Formel-1-Auto gefahren und wäre daher für Silverstone nicht bereit", sagt er. "Dafür müsste ich zwei Tage lang in einem aktuellen Auto testen." Dieses ist der Pole bisher nur im Simulator gefahren, wie er gegenüber 'Sky Italia' erklärte. Dabei sei es "recht gut" gelaufen. "Ich hatte schon bessere Tage, aber auch schlechtere."

Auch bei Renault ist man sich bewusst, dass die Tests mit dem 2012er-Auto, welches auf die Bedürfnisse Kubicas umgerüstet wurde und beispielsweise beide Schaltwippen auf der linken Seite des Lenkrads hat, noch nicht viel über seine Leistungsfähigkeit in einem aktuellen Auto im Umfeld eines Grand Prix aussagen.

"Er ist bisher nur mit einem alten Auto mit einem gedrosselten Motor und Demonstrations-Reifen gefahren. Den Belastungen eines Rennens oder dem Fahren im Verkehr war er noch nicht ausgesetzt", gibt Renault-Sportchef Cyril Abiteboul gegenüber 'L'Equipe' zu bedenken. Gerüchte, Kubica können bei den Tests nach dem Grand Prix von Ungarn auf dem Hungaroring erstmals den aktuellen Renault R.S.17 testen, wollte Abiteboul weder bestätigen noch dementieren. "Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen", weicht er aus.

Kubica selbst stellt jedoch klar, dass die Tests für Renault für ihn mehr als nur ein Freizeitvergnügen sind und er härter denn je an einer Rückkehr in die Formel 1 arbeitet. Allerdings will der Sieger des Kanada-Grand-Prix von 2008 nur dann ein Comeback wagen, wenn er konkurrenzfähig ist: "Ich will nicht nur einfach so zurückkommen, sondern wenn dann auf höchstem Niveau."