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Ricciardo-Strafe: Renault hadert mit "Schwarz-Weiß"-Regelauslegung

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul wünscht sich von der FIA in Zukunft eine weniger strenge Auslegung der technischen Regeln - Michael Masi hält nichts von dieser Idee

(Motorsport-Total.com) - Bei Renault ärgert man sich noch immer über die Strafe gegen Daniel Ricciardo in Singapur. Der Australier war vom Qualifying ausgeschlossen worden, nachdem seine MGU-K für einen kurzen Moment in Q1 das erlaubte Limit von 120 Kilowatt überschritten hatte. Ricciardo selbst bezeichnete seine Disqualifikation als "skandalös", weil das Maximum nur zu einem kurzen Zeitpunkt überschritten wurde - und das nicht einmal auf einer entscheidenden Runde.

Cyril Abiteboul

Cyril Abiteboul (links) findet die Strafe gegen Daniel Ricciardo zu hart Zoom

Er verlor dadurch seinen achten Startplatz, musste von ganz hinten ins Rennen gehen und blieb schließlich ohne Punkte. Teamchef Cyril Abiteboul erklärt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Es ist etwas schade, denn wir alle wissen, dass die Fans weniger Strafen wollen." Er wundert sich: "Es ist seltsam, denn einerseits sieht man, dass [Renndirektor] Michael Masi auf der Strecke eine neue Doktrin verfolgt."

Fahrerische Vergehen werden seit einigen Wochen teilweise erst einmal mit einer Verwarnung durch die schwarz-weiße Flagge geahndet. "Anderseits haben wir [diese Strafe gegen Ricciardo], und für mich besteht da eine Diskrepanz zwischen beiden Sachen", sagt Abiteboul und erinnert: "Auf der Strecke versuchen wir, etwas weniger schwarz und weiß zu sehen."


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Bei technischen Vergehen gibt es diese Grauzone nicht - zum Missfallen von Abiteboul. "Meiner Meinung nach haben bei der FIA einige Leute den Überblick verloren", sagt er und erinnert an eine ähnliche Situation in Baku, als Pierre Gasly aus der Boxengasse starten musste, nachdem er zuvor im Training nicht an der FIA-Waage angehalten hatte.

Abiteboul erklärt: "Meiner Meinung nach müssen wir in Zukunft mit der FIA darüber sprechen, ob wir mehr das System verfolgen wollen, das auch auf der Rennstrecke zum Einsatz kommt, oder diesen strikten Ansatz, der auf Maschinen und nicht auf Menschen beruht. Wir werden eine Menge Geld sparen, wenn wir in Zukunft alles von Maschinen entscheiden lassen."

Michael Masi selbst erklärte bereits, dass er nichts davon hält, bei technischen Vergehen ab sofort ebenfalls eine etwas längere Leine zu lassen. "Persönlich denke ich, dass wir gefährliches Terrain betreten, wenn wir bei technischen Verstößen plötzlich Spielräume zulassen", so Masi, für den es in solchen Situation nur die Zustände "schwanger oder eben nicht" gibt.

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