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Renault-Chef mahnt Liberty: Hersteller sind Hauptdarsteller

Die Interessen der neuen Formel-1-Besitzer stehen nicht immer im Einklang mit den Herstellern - Renault-Sportchef Stoll erinnert Carey und Co., wer die Zeche zahlt

(Motorsport-Total.com) - Das neue Liberty-Zeitalter der Formel 1 bringt zahlreiche Chancen mit sich, birgt aber auch Gefahren. Vor allem die vier Hersteller Ferrari, Mercedes, Renault und Honda müssen um ihre Privilegien fürchten, die sie sich in der Ära Ecclestone erkämpft haben. Pläne, die Gelder unter den Teams gerechter zu verteilen, könnte für die großen Teams weniger Einnahmen bedeuten. Das weiß auch Renault-Motorsportchef Jerome Stoll. Und er nutzt die Gelegenheit, um Liberty an eine wichtige Sache zu erinnern.

Jerome Stoll

Jerome Stoll will, dass die Hersteller weiter erste Geige mitspielen Zoom

"Wir stehen der neuen Liberty-Ära offen gegenüber. Sie wollen wirklich etwas ändern. Ich weiß noch nicht, wie es aussehen wird, aber wir wollen als Hauptdarsteller angesehen werden. Ohne Hersteller wie Mercedes, Ferrari und uns, die als einzige Motoren entwickeln und viel Geld investieren, würde es gar keine Show geben", sendet Stoll im Interview mit 'Autosport' ein klares Signal in Richtung Chase Carey, den neuen Geschäftsführer und Nachfolger von Bernie Ecclestone. Ob er dabei Honda bewusst weglässt oder die Japaner bloß vergisst, sei einmal dahingestellt.

In anderen Punkten wiederum decken sich die Interessen von Renault und Liberty. Stoll hofft auf eine positive Zusammenarbeit: "Wir hatten bereits einige Diskussionen. Wir haben dargelegt, dass wir bei der Frage, wie wir die Show verbessern können, zusammenarbeiten sollten. Die Attraktivität der Show hat nämlich nachgelassen. Deshalb sollten wir einen offenen Dialog führen, wie wir unser Ziel erreichen können." Wohlgemerkt aber unter der Prämisse, dass die Hersteller als Hauptakteure betrachtet werden.

Auch hat Renault ein Interesse daran, dass die Diskussionen über das Vertragswerk nach 2020 bald beginnen. Dann werden die Ecclestone-Verträge mit den Teams auslaufen. Hier ist der Punkt, an dem die Hersteller um ihre Privilegien bangen müssen. "Uns stehen viele Gespräche hinsichtlich der Veränderungen bei der Umverteilung der Rechte und der Tatsache, dass kleine Teams nicht überleben können, bevor", ist er sich der Lage bewusst. "Da gibt es vieles zu diskutieren, was in den kommenden Wochen erfolgen sollte."

Stoll will gemeinsam mit Liberty daran arbeiten, wieder mehr Zuschauer für den Sport zu begeistern. In den Kernmärkten befindet sich die Formel 1 nämlich seit geraumer Zeit im Sturzflug. "Wenn man die Show verbessert, wird auch das Publikum größer", weiß der in Tunesien geborene Franzose. Aber er will auch an weiteren Stellschrauben drehen: "Bezahlfernsehen und solche Dinge waren in letzter Zeit das Verbreitungssystem, aber es könnte sich in den kommenden Jahren ändern." Liberty kokettierte bereits offen mit einem Livestream.

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