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Pirelli: Spa-Vibrationen noch nicht abschließend geklärt

Vollkommen unproblematisch, aber mysteriös: Pirelli forscht weiter an Vibrationen der Formel-1-Reifen in Spa, weil die Sache in der TV-Übertragung ein Thema war

(Motorsport-Total.com) - Formel-1-Reifenzulieferer Pirelli hat noch keine abschließende Erklärung für die starken Vibrationen seiner Pneus beim Belgien-Grand-Prix in Spa-Francorchamps gefunden. Obwohl sich das Problem zwei Wochen später in Monza in Luft auflöste, wollen die Italiener die Angelegenheit weiter untersuchen - alleine schon, um nützliche Informationen über sein Produkt zu erhalten. "Die Ursache ist nicht ganz klar", räumt Pirelli-Manager Mario Isola ein, "wir haben jedoch einige Ideen."

Kevin Magnussen

Dass die Reifen in Spa für Vibrationen sorgten, sorgt nicht (mehr) für Bedenken Zoom

Die Formel 1 verfügt in diesem Jahr über mehr Grip und Drehmoment, was ein Grund für die Vibrationen sein kann. "Sie kamen vor, ohne dass Autos den Randstein berührt hätten", meint Isola. "Es ist bei Geschwindigkeiten von 100 und 200 km/h passiert." Am Ausgang langsamer Kurven, also bei bei hoher Traktion, flatterte es besonders heftig - allen voran nach der La-Source-Haarnadel und der Bus-Stop-Schikane. "Das Auto spielte keine Rolle, nur Speed und die Bedingungen."

Heißt im Umkehrschluss: Die Vibrationen haben nichts mit der Konstruktionsweise zu tun, die Pirelli für seine 2017er-Modelle gewählt hat. Deshalb verzichteten die Ingenieure in Spa auf eine Anpassung der Vorgaben für den Luftdruck, ganz zu schweigen von einem Redesign. "Wir haben mit den Teams Analysen durchgeführt", meint Isola und hält fest: "Es gibt mit der Konstruktionsweise kein Problem." Warum also setzte man sich in Mailand mit der Thematik überhaupt auseinander?

Ganz einfach, erklärt Isola: "Weil die Vibrationen im Fernsehen thematisiert wurden, haben wir sie intensiv untersucht. Uns ist aufgefallen, dass sie auch bei anderen Rennen vorkamen." Dass Pneus für Unruhen sorgen, ist an sich nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil, die Teams wissen laut Isola davon: "Der Reifen vibriert auf einer bestimmten Frequenz. Die Daten haben sie von uns im Dezember erhalten. Wenn sie ihr Auto entwerfen, meiden sie es, Teile zu konstruierten, die auf gleicher Frequenz vibrieren."