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Pirelli: 18-Zoll-Räder könnten drei Sekunden pro Runde bringen

Trotz mehr Gewicht und weniger Federung sieht Pirelli 2021 niedrigere Rundenzeiten kommen - Smart Tyre und Stahlbremsen könnten Entwicklung begleiten

(Motorsport-Total.com) - Die Einführung von 18-Zoll-Rädern ab der Saison 2021 könnte in der Formel 1 mehr verändern als die Optik der Autos. "Es wird ein ganz anderer Reifen werden", vermutet Williams Technikchef Paddy Lowe und führt in erster Linie das höhere Gewicht der viel größeren Felgen an. Aus technischer Sicht gäbe es für ihn daher keinen Vorteil, auf solche Niederquerschnittreifen zu setzen.

18-Zoll-Räder von Pirelli

Könnten in der Formel 1 für Aufsehen sorgen: 18-Zoll-Räder von Pirelli Zoom

Lowe weiß: "An einem Straßenauto ist es modisch, an einem Formel-1-Wagen sorgt man nur für mehr Masse. Und es gibt weniger Grip." Pirelli widerspricht der Vermutung. Manager Mario Isola verweist darauf, bereits auf 18-Zoll-Räder vorbereitet gewesen zu sein, als die damalige GP2-Serie (heute Formel 2) 2016 auf das Format wechseln wollte, sich aber kurzfristig dagegen entschied.

Die Berechnungen Pirellis für die Autos der Juniorklasse hätten damals große Verbesserungen der Rundenzeiten vorhergesagt: "Ich würde behaupten: drei Sekunden. Das ist viel", so Isola. Er warnt aber vor Tücken der Entwicklung, die seine Ingenieure im Falle einer gewonnen Ausschreibung (Pirelli besitzt nur einen Formel-1-Vertrag bis einschließlich der Saison 2019) zu überwinden hätten.

Weniger Luft in den Reifen mit kleinerer Flankenhöhe bedeutet, dass der Pneu selbst weniger federt. Ergo brauchen die Autos einen längeren Federweg. Hinzu kommt, dass unklar ist, wie die Boliden infolge der von Liberty Media angestrebten Regelnovelle 2021 aussehen werden. "Wir müssen wissen, wie viel Abtrieb es gibt, wie stark der Motor ist und welches Drehmoment er hat", fordert Isola.


Fotostrecke: Schwarzes Gold: Alle Reifenhersteller der F1

Pirelli wünscht sich viele Entwicklungsmöglichkeiten: im Idealfall drei bis vier möglichst aktuelle Testautos zur freien Verfügung, die Zusammenarbeit mit allen Topmannschaften. Bisher utopisch.

Die Einführung der 18-Zoll-Räder ist eines der Themen im aktuellen Formel-1-Podcast "Starting Grid", der sich in diesee Woche ausführlich mit den heißen Themen der Sommerpause beschäftigt. Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer erklärt darin, warum er den Schritt für überfällig und die aktuellen 13-Zöller für "Sackkarren-Reifen" hält. Zu hören jetzt im Radioplayer auf Motorsport-Total.com, via kostenlosem iTunes-Abo oder bei unserem Partner meinsportradio.de.

Pirelli schielt neben einer für die Serie relevanteren Radgröße auch auf die Einführung eines sogenannten Smart Tyres - also einem Pneu, der dank eingebauter Sensoren Informationen in Echtzeit liefert. "Ob sich die Technik im Motorsport und speziell in der Formel 1 nutzen lässt, muss wegen der im Vergleich zum Straßenauto viel höheren Kräfte, Beschleunigungswerte und Temperaturen erst erörtert werden", meint Isola. "Wir müssen auch auf die kommerziellen Aspekte achten und dürfen keine sensiblen Informationen veröffentlichen - dann wären die Teams nicht glücklich."


Formel 1 2018 - Thema: Reifen

Der ehemalige Formel-1-Pilot Karun Chandhok erklärt, warum Pirelli für die neue Saison neue Reifenmischungen an den Start gebracht hat Weitere Formel-1-Videos

Einen Anreiz für TV-Zuschauer soll der Smart Tyre nur bedingt nicht schaffen. "Es geht um technische Aspekte", meint Isola und verweist auf eine bereits im Handel erhältliche Version für die Straße: "Wir können die Sicherheit verbessern, indem wir mit seinem Sensor Warnungen vor zu stark abgefahrenen Reifen, zu hoher Geschwindigkeit oder weniger Grip durch Aquaplaning ausgeben."

Dazu könnte die Formel 1 versuchen, mit der Änderung der Radgröße zu Stahlbremsen zurückzukehren, was Geld sparen und wegen eines längeren Bremswegs das Überholen erleichtern könnte.

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