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  • 26.08.2011 · 21:00

  • von Dieter Rencken

Petrow: "Konnte nicht mehr lenken"

Witali Petrow schildert eine Schrecksekunde im Freitagstraining und glaubt nicht, dass sich für ihn durch den Fahrerwechsel etwas ändern wird

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Witali, am Freitag lief es nicht einwandfrei für dich. Lag es an Problemen mit der Lenkung?"
Witali Petrow: "Ja. Heute Morgen hatten wir ein Problem mit der Lenkung. Wir konnten es sogar auf den Daten erkennen: Ich fuhr ganz normal in die Kurve hinein, doch dann klemmte die Lenkung plötzlich und ich konnte weder nach links noch nach rechts lenken. Ich entschied daher, sofort an die Box abzubiegen. Im Nassen lief es nicht so schlecht. Wir hatten aber nach wie vor einige Probleme, über die ich mich beschwerte. Im Trockenen ging es dann immer besser."

Witali Petrow

Witali Petrow erlebte im heutigen Training eine riesige Schrecksekunde

"Ich nahm Kurve 16 mit Vollgas, doch dann verklemmte sich mein Lenkrad erneut. Ich dachte nur: 'Ach du Schande!' Da habe ich mich schon in der Mauer gesehen, aber dann ging ich vom Gas und die Lenkung reagierte wieder. Sehr merkwürdig. Ansonsten haben wir eine gute Basisabstimmung gefunden, indem wir vieles geändert haben. Wir stehen viel besser da als in Silverstone."

Frage: "Was ist an eurem Auto an diesem Wochenende anders?"
Petrow: "Wir haben keine riesigen Upgrades, die eine Sekunde oder so bringen, wie die Leute glauben. Wir haben einige kleine Upgrades, aber es ist schwierig, die zu spüren. Ich habe nur gespürt, dass der Unterboden funktioniert, was wichtig ist. Morgen im Trockenen erfahren wir hoffentlich mehr."

¿pbvin|512|3989||0|1pb¿Frage: "Glaubst du, dass es ohne Nick Heidfeld schwieriger wird, das Auto für das Rennen abzustimmen?"
Petrow: "Überhaupt nicht. Ich habe mir dieses Jahr alles selbst erarbeitet - ich habe Nick nie gefragt und Nick hat mich nie gefragt. Ich habe versucht, das Auto selbst nach vorne zu bringen."

Frage: "Aber du konntest zumindest mehr Daten vergleichen als jetzt mit Bruno Senna..."
Petrow: "Bruno ist ein Rookie. Wir müssen ihm Zeit geben, vielleicht ein oder zwei Grands Prix, bis er wirklich konkurrenzfähig ist."

Frage: "Hast du Angst davor, dass du an der neuen Führungsrolle im Team scheitern könntest?"
Petrow: "Ich hatte noch nie Angst. Das Team hat von Anfang an von mir erwartet, dass ich mich als Fahrer weiterentwickle."


Fotos: Renault, Großer Preis von Belgien, Freitag


Frage: "Was sind die Stärken und Schwächen dieses Teams?"
Petrow: "Wir selbst und viele Außenstehende kennen unser Problem, nämlich dass wir zum Beispiel im Rennen taktische Fehler gemacht haben. Das ist kein Geheimnis. Ich glaube aber, dass wir inzwischen verstehen, warum gewisse Fehler passiert sind. Außerdem haben wir ein aerodynamisches Problem, denn wir haben schon so viele neue Teile gebracht, die uns eine Sekunde und uns näher an Ferrari heranbringen sollten. Am Saisonbeginn waren wir nur drei bis fünf Zehntel weg, aber dann haben wir Performance eingebüßt. Wir haben nicht verstanden, warum im Windkanal alles funktioniert hat, aber auf der Strecke nicht mehr. Ich glaube, wir haben einen Rückschritt gemacht."

Frage: "Und was ist das Gute an diesem Team?"
Petrow: "Die Offenheit. Wenn mir etwas nicht passt, kann ich es den Leuten sagen. Sie stimmen dann auch zu. Du musst nicht jedes Mal kämpfen, wenn du etwas willst, sondern es wird zusammengearbeitet."

Frage: "Wird das Formel-1-Interesse in Russland langsam größer?"
Petrow: "Ja klar, jeden Tag - es wird immer mehr."