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Norris: Warum Stroll den Podestplatz in Monza "nicht verdient" hat

Eigentlich Dritter? McLaren-Fahrer Lando Norris fühlt sich von den Formel-1-Regeln um einen Podestplatz im Italien-Grand-Prix 2020 gebracht

(Motorsport-Total.com) - "Ich denke, ich hätte heute auf dem Podium stehen sollen", sagt McLaren-Fahrer Lando Norris nach dem Italien-Grand-Prix 2020 in Monza. Begründung: Racing-Point-Fahrer Lance Stroll habe einen "Gratis-Boxenstopp" gekriegt, indem er ausschließlich unter Rot die Reifen gewechselt habe. Deshalb habe Stroll Platz drei auch "nicht verdient".

Lance Stroll

Lance Stroll auf dem Podium in Monza: Er hat sich einen Boxenstopp "gespart" Zoom

Tatsächlich hat sich Stroll zunutze gemacht, was das Reglement erlaubt: Unter roter Flagge dürfen die Teams die Reifen wechseln lassen. Das hat Racing Point am Fahrzeug von Stroll gemacht und so die Formel-1-Vorgabe erfüllt, wonach in einem Rennen zwei unterschiedliche Reifenmischungen gefahren werden müssen. Und das erfüllte Stroll mit dem Wechsel von Soft auf Medium.

Norris ist damit nicht einverstanden. Er meint: "Diese Regel sollten wir rauswerfen, finde ich. Wer nicht an der Box war, der hat 24 Sekunden für nichts geschenkt gekriegt. Der müsste eigentlich nochmals an die Box fahren, weil es sein Fehler ist, noch keinen Reifenwechsel absolviert zu haben. Ich halte es nicht für richtig, wenn jemand keinen echten Boxenstopp einlegt."

McLaren-Teamchef Seidl widerspricht Norris

McLaren-Teamchef Andreas Seidl widerspricht Norris in diesem Punkt: "Ich sehe da kein Problem mit den Regeln. Alle Teams arbeiten mit der FIA zusammen, um die Regeln auf den Stand zu bringen, auf dem sie jetzt sind."

Er könne die emotionale Reaktion Norris' nachvollziehen, meint Seidl weiter, "aber es wird uns auch mal mehr in die Karten spielen."

"Die Regeln sind, wie sie sind. Wir kennen die Regeln, wir stimmen darüber ab. Es gibt also keinen Grund, sich darüber zu beschweren."

Verständnis für Norris' Äußerungen

Er glaube auch, es gäbe im Nachgang zum Rennen in Monza "nicht viel zu besprechen oder zu erklären", weil es emotionale Äußerungen gewesen seien.


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"Die Jungs sind die Helden in unserem Sport und sie geben alles im Auto. Und dann passiert etwas, was sie im Eifer des Gefechts für nicht fair halten, dann gibt es eben eine emotionale Reaktion. Ich bin mir aber sicher: Es ist schon wieder gut", sagt Seidl.

Für Formel-1-Rennleiter Michael Masi ist jedenfalls alles in bester Ordnung. Er sagt: "Die Regeln für eine Rennunterbrechung gibt es nun schon seit geraumer Zeit. Zum Glück kommt eine solche Situation nicht allzu oft vor."

Keine Regeländerung in der laufenden Saison

Sollte es Bedarf geben, die entsprechenden Vorschriften einer Überarbeitung zu unterziehen, "dann werden wir uns das in der sportlichen Arbeitsgruppe anschauen", meint Masi. Dann sitzen auch die jeweiligen sportlichen Leiter der Teams mit am Tisch. "Und wenn nötig, dann stoßen wir den vorgeschriebenen Prozess an", sagt Masi.

Er stellt klar: "Für die restliche Saison 2020 wird sich nichts ändern. Wir können das Thema aber besprechen und überlegen, was in Zukunft passieren soll, daraus lernen und sehen, ob wir etwas verbessern können."

Norris spricht indes - etwas gefasster - von einem "guten Rennen" für ihn selbst, das eine gewisse Portion "Chaos" beinhaltet habe. Er sagt aber klar: "Ich hätte nicht viel mehr erreichen können. Es geht natürlich immer noch besser, aber dazu hätte ich vor Carlos [Sainz] starten müssen."

Norris geplantes Manöver gegen Bottas

Der Schlüssel zu P4 im Ziel sei sein Überholmanöver gegen Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas gewesen. Ihn bezwang Norris noch in der ersten Rennrunde, nachdem er in der Startphase knapp am Überholmanöver gescheitert war.

"Ich wusste, ich würde vor der zweiten Schikane eine neue Chance kriegen. Ich zog nach rechts, um eine bessere Position zu haben, und er bekam Dirty Air ab. Davon habe ich profitiert", erklärt Norris.

Was er auch sagt: Es war ein Manöver, wie er es sich ausgemalt hatte. "Ich hatte mir vor dem Rennen nämlich die Videos vom vergangenen Jahr angeschaut und wollte es genauso machen. Und das hat perfekt funktioniert."

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