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Nach Massa-Unfall: Burti fordert Konsequenzen

Luciano Burti hat aufgrund seiner Erfahrungen vom Unfall in Spa-Francorchamps 2001 eine Forderung platziert: Bessere Befestigungen für Visiere

(Motorsport-Total.com) - Viele Formel-1-Fans werden sich noch an den heftigen Unfall von Luciano Burti in Spa-Francorchamps 2001 erinnern: Der Brasilianer fährt mit Topspeed neben Eddie Irvine durch die schnelle Blanchimont-Kurve, es kommt zur Berühung, der Frontflügel am Prost-Boliden fliegt weg. Burti rast fast ungebremst mit seinem blauen Formel-1-Auto geradeaus, bohrt sich tief unter die Reifenstapel. Irvine steigt unverletzt aus seinem Jaguar und packt bei den Bergungsarbeiten mit an.

Luciano Burti

Luciano Burti bestritt nur 15 Grands Prix vor seinem furchtbaren Crash in Belgien

Acht Jahre später meldet sich Luciano Burti, dessen Formel-1-Karriere damals jäh beendet wurde, mit einem Brief an die FIA und die Fahrergewerkschaft GPDA zu Wort. Der Brasilianer hatte ähnliche Verletzungen erlitten, wie sie nun auch bei Felipe Massa zu beklagen sind. "Auch ich hatte Kopfverletzungen, war damals ebenfalls 48 Stunden im künstlichen Tiefschlaf", wird Burtis Brief auf 'Autosport' zitiert.#w1#

Die Erfahrungen aus dem eigenen Unglück sollen nun helfen, die Sicherheit der Fahrer weiter zu erhöhen. Burti hat eine entscheidende Entdeckung gemacht: "Man konnte bei Felipes Unfall deutlich erkennen, wie sich die Helme seit meinem Unfall 2001 entwickelt haben. Wenn man sich die Bilder anschaut, dann wäre es bei mir weniger schlimm gekommen, wenn die Helme schon damals aus Karbon gewesen wären. Das zeigt, dass die FIA und die Helmhersteller bereits viel getan haben."

Luciano Burtis Auto

Das Wrack von Burtis Prost nach dem Unfall 2001 in Spa-Francorchamps Zoom

"Aber bei Felipes Unfall war auch zu sehen, dass das Visier sich gelöst hat, weil die Schraube dem harten Einschlag nicht standgehalten hat", so Burti weiter. "Wenn das Gesicht dann erst einmal frei liegt, dann könnte es jederzeit deutlich schlimmere Konsequenzen für das Gesicht und die Augen geben." Der Vergleich, den der Brasilianer anführt: Bei seinem Helm 2001 war das Visier mit vier Schrauben befestigt und hielt stand, bei Massas Helm waren es nur noch zwei Schrauben.

"An seinem Helm hat man das aus Gründen der Gewichtserparnis so gemacht", kritisert Burti und liefert der FIA und den Piloten somit einen Ansatzpunkt für zukünftige Veränderungen. "Ich wiederhole noch einmal: FIA und Helmhersteller haben bezüglich der Sicherheit tolle Arbeit geleistet. Aber wenn man sich die Fakten von diesen zwei unterschiedlichen Unfällen anschaut, dann erkennt man doch, dass man bei der Visierbefestigung etwas tun sollte. Man muss sicherstellen, dass es sich nicht öffnen kann."

Er sei froh, dass Felipe Massa sich offenbar schnell von seinem Unfall erhole. Doch Burti fügte mahnend hinzu, dass er nach vier Monaten beim Ferrari-Test Anfang 2002 längst noch nicht wieder fahrbereit gewesen sei: "War ich wirklich wieder richtig gesund damals? Nein. Aber ich brauchte eine Weile, um mir das selbst einzugestehen. Ich weiß, dass jeder Krankheitsverlauf anders ist. Felipe kann sich hoffentlich schneller erholen als ich. Ansätze davon können wir bereits erkennen."