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Missverständnis mit Renningenieur: Warum Alonso in Q1 ausgeschieden ist

Fernando Alonso steht von ganz hinten ein schwieriger Heim-Grand-Prix in Barcelona bevor, immerhin hat es aber eine Aussprache mit dem FIA-Präsidenten gegeben

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso hat mit FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem ein klärendes Gespräch geführt, nachdem er den Verband infolge einer Kontroverse über seine Zeitstrafe beim Grand Prix von Miami scharf kritisiert, die Rennkommissare als "inkompetent" bezeichnet und gleichzeitig auch FIA-Rennleiter Niels Wittich angegriffen hatte.

Fernando Alonso im Gespräch mit FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem

Fernando Alonso im Gespräch mit FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem Zoom

"Ich spreche regelmäßig mit ihm", sagt Alonso über seine Aussprache mit bin Sulayem. "Er hatte mein Feedback schon direkt nach Miami. Letztendlich sitzen wir ja alle im selben Boot: die FIA, wir Fahrer, die GPDA. Wir alle versuchen, einander zu helfen und den Sport gerechter und besser zu gestalten."

Das Gespräch mit dem Präsidenten sei "nett und freundlich" gewesen: "Wir schauen nach vorn und kriegen solche Entscheidungen in Zukunft hoffentlich besser und konstanter hin." Entschuldigt habe er sich für seine Kritik aber nicht, unterstreicht Alonso.

Strafe für Motorwechsel vor dem Rennen

Im Hinblick auf sein Heimrennen in Barcelona (ab 14:45 Uhr im Formel-1-Liveticker), das er wegen eines Wechsels der kompletten Powerunit von ganz hinten in Angriff nehmen wird, geht Alonso davon aus, dass ihn nur "ein mega-fantastisches Safety-Car" retten kann.

Alonso war am Samstag in Q1 ausgeschieden, infolge eines "Missverständnisses" mit seinem Team am Boxenfunk. Der Spanier fuhr am Beginn seiner entscheidenden Runde dicht auf Lando Norris auf, fand aber erst später heraus, dass noch genug Zeit gewesen wäre, um mehr Abstand zu nehmen. Letztendlich wurde er 17.

"Ich begann die Runde hinter Lando und dachte, wir hätten nur noch ein, zwei Sekunden Luft bis zum Ende der Session. Dabei waren es noch 20 Sekunden. Wenn ich das vorher weiß, lasse ich mehr Abstand für meine Runde. Am Funk habe ich gehört, dass es knapp ist. 'Go now, now, now!' Also bin ich sofort aufs Gas, was gar nicht nötig gewesen wäre."

Dafür habe er "einen hohen Preis bezahlt", denn: "Wenn du in Barcelona hinten startest, wird es schwierig. Jetzt können wir wahrscheinlich nicht mehr viel ausrichten. Hier wird nicht viel überholt, und wenn du hinter anderen Autos fährst, bauen deine Reifen schneller ab. Schauen wir mal."

Alonso: Safety-Car kann mich noch retten

Aber: "Die letzten paar Rennen haben Fahrer, die von hinten losgefahren sind, oft Glück gehabt und noch Punkte geholt. Vielleicht trifft das diesmal mich. Wenn ich eins dieser mega-fantastischen Safety-Cars genau im richtigen Moment bekomme, dann habe ich vielleicht Glück und nehme ein paar Punkte mit. Aber ich bezweifle es. Es wird ein schwieriges Rennen."


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Immerhin glaubt Alonso, dass das jüngste Update seines Alpine-Teams einen Fortschritt darstellt. Teamkollege Esteban Ocon, der im Qualifying Zwölfter wurde, habe allerdings andere Teile am Auto gehabt als er: "Die zwei Autos sind nicht gleich. Kann sein, dass ich auch deswegen ein bisschen verloren habe. Diesmal war halt er dran."

"Der Freitag war gut. Das Auto war sehr schnell, fühlte sich gut an. Heute war es nicht so schnell wie gestern, und ich schätze, dass unsere realistische Position P12 oder P13 gewesen wäre. Sicher nicht besser. Wir müssen verstehen, warum das so war", wundert sich der 40-Jährige.

Ocon: Es wäre mehr drin gewesen

Indes glaubt auch Ocon, dass mehr im Alpine steckt: "Wir hatten Schwierigkeiten damit, die Reifen bis zum Ende der Runde am Leben zu halten. Diese Regel, die Outlap schneller fahren zu müssen, hat uns mehr wehgetan als den anderen. Ich schätze, dass sonst noch zwei Zehntel zu holen gewesen wären."

"Es geht in die richtige Richtung. So gesehen bin ich enttäuscht über das Ergebnis, denn wir sollten weiter vorn stehen", seufzt Ocon. "Im Rennen werden sich aber Möglichkeiten bieten, und uns stehen alle möglichen Strategievarianten zur Verfügung, weil wir von allen Reifentypen noch einen neuen Satz haben. Schauen wir mal, wie unser Renntempo ist."

Dass er ein weiter fortgeschrittenes Update an seinem Auto gehabt haben soll als Alonso, wie vom Teamkollegen suggeriert, kann Ocon nicht explizit bestätigen: "Ich bin mir da nicht sicher", meint er. "Vielleicht. In Imola hatten wir einen unterschiedlichen Unterboden. Ich muss mich erst erkundigen, was genau ich am Auto hatte."

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