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  • 11.10.2014 · 20:50

  • von Rencken, Nimmervoll & Reyer

Mercedes in Sotschi vor Gewinn der Konstrukteurs-WM

Die Mercedes-Piloten Lewis Hamiton und Nico Rosberg haben in der Saison 2014 bereits 522 Punkte eingefahren - 190 Punkte Vorsprung auf Red Bull sichern Titel ab

(Motorsport-Total.com) - Der eine Titel ist ihnen so gut wie nicht mehr zu nehmen, der andere noch lange nicht entschieden. Die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zeigt ein einheitlich silbernes Bild. 522 Punkte hat Mercedes in der Saison 2014 gesammelt, alleine acht Doppelerfolge feierte man in diesem Jahr bereits. Das erste Verfolgerteam Red Bull liegt mit 332 Punkten 190 Zähler hinter Mercedes. Williams auf Rang drei (201 Punkte) ist bereits 321 Zähler vom Titel entfernt. In den letzten vier Rennen kann ein Team maximal noch 215 Punkte erreichen.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Volle Punktezahl: Auch in Suzuka holten Hamilton und Rosberg 43 Zähler ab Zoom

"Für mich ändert sich nicht viel im Rennen, aber das ist ein ziemlich historischer Moment für mich ein Teil dieses Teams zu sein und den Erfolg zu sehen und Teil dieses Erfolgs zu sein", schildert Lewis Hamilton nach dem Qualifying, wo er mit seiner Pole-Position und Nico Rosberg mit seinem zweiten Platz den Grundstein für einen weiteren Doppelerfolg gelegt hat. "Auch hat Mercedes noch nie eine Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen, das wird das erste Mal sein, also ist das ein spezieller Moment", ergänzt der Brite.

Für Rosberg ist es noch spezieller, da er seit dem ersten Jahr des Mercedes-Teams in der Formel 1 dabei war - zuerst an der Seite von Michael Schumacher, dann mit Lewis Hamilton. "Das ist eines der zwei großen Ziele des Teams seit fünf Jahren. Ich bin hier seit Tag eins und es ist sehr, sehr aufregend zu sehen, dass wir nun so nahe dran sind. Das wäre eine große Tat. Ich hoffe, dass wir es morgen schaffen und dann können wir das vielleicht ein bisschen feiern", so Rosberg.

Wolff, der Superpessimist

"Für meine Kollegen im Team ist die Konstrukteurs-Wertung eigentlich das Wichtigste. Das weiß ich, dessen bin ich mir bewusst. Ich freue mich dann auch für meine Kollegen und das Team. Es war ein langer, schwieriger Weg. Toll, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, den Sack zuzumachen. Dann gibt es auch einen Bonus für alle Mitarbeiter", meint der Deutsche.

"Ich bin ein Zweckpessimist. Aber nach Suzuka war es selbst als Superpessimist klar, dass wir gewinnen." Toto Wolff

Auch für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wäre der Konstrukteurs-Titel etwas Besonderes. Er gibt zu lange nicht daran geglaubt zu haben: "Ich bin ein Zweckpessimist. Aber nach Suzuka war es selbst als Superpessimist klar, dass das fast nicht mehr zu verlieren ist." Auch er hat bereits nachgerechnet: "Selbst wenn Red Bull in allen Rennen Doppelerfolge einfährt, dürften wir nicht mehr als 25 Zähler holen. Ich klopfe auf Holz. Für mich kam der Moment, als ich das realisiert habe, in Japan. Das war zufriedenstellend."

Er bemerkt, dass der Titel vor allem für den Daimler-Konzern von großer Bedeutung ist. "Da ist die Konstrukteurs-WM viel Wert, auch wenn die Fahrer-WM mehr mediale Resonanz erhält - zurecht. Wir haben fünf Jahre um das Team gekämpft. Das jetzt einzufahren, ist ein schöner Moment." Trotzdem wird es nicht das Ende sein: "In dem Stress, in dem wir leben, ist das nur ein Häkchen, das wir setzen. Das nächste ist die Fahrer-WM und die ist noch lange nicht gesichert."

Wolff: In Abu Dhabi kein "beklopptes" Rennen

"Es ist leider die Philosophie unserer Zeit, dass das, was du schon erreicht hast, nicht so viel zählt wie das, was du noch erreichen kannst", führt der Österreicher weiter aus. "Das ist in Stuttgart angekommen, man hat es realisiert. Gleichzeitig sind wir aber besorgt genug." Was bedeutet das nun für die beiden Fahrer im Team? "Die oberste Prämisse ist, dass man sich nicht ins Auto fährt. Beide wertschätzen das. So gesehen war Spa-Francorchamps vielleicht ein wichtiger Moment für die Entwicklung des Teams." Beim Grand Prix von Belgien kam es in der ersten Runde zur Berührung zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg, woraufhin Hamilton das Rennen nicht beenden konnte.

Auch Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo, der derzeit Dritter in der WM-Wertung ist, lässt Wolff nicht aus den Augen: "Am Ende kommen wir nach Abu Dhabi mit diesen Lotterie-Doppelpunkten, dann gewinnt ein Ricciardo das Rennen, der die Meisterschaft noch gewinnen kann, weil wir wegen eines bekloppten Wochenendes nicht gepunktet haben."


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Russland


Wie Hamilton bereits angesprochen hat, wäre der Konstrukteurs-Titel der erste für Mercedes. "Das wissen wir. Das ist ehrenhaft und unglaublich, dass wir Teil dieser Geschichte sein können. Der Geist, mit dem das Unternehmen funktioniert, überträgt sich auch auf das Team. Es zählt nicht, was wir gestern oder heute erreicht haben, sondern war wir noch erreichen können."

Er meint, dass immer nur das Morgen zähle, denn es sei in Wahrheit egal wie oft ein Team den Titel holt. "Der nächste Titel ist der Grund, warum wir hier sind. Es ist kein Marketingspruch. Racing ist die DNA von Mercedes, da kommen wir her. Irgendwie ist es befriedigend, dass wir an Erfolge der Fünfziger anknüpfen und ein Rennteam wie früher aufbauen."

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