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"Mehr als ein Kuss": Sebastian Vettel erklärt Trainingscrash

Wieso Vettel seinen Ferrari im Training in Singapur in die Mauer setzte, mit Blick auf das Rennen aber keine Panik schiebt - Räikkönen trotz Bestzeit unzufrieden

(Motorsport-Total.com) - Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel hat seinen Unfall im zweiten Freien Training zum Singapur-Grand-Prix (Formel 1 2018 live im Ticker!) erklärt. Wie der Deutsche sagt, hätte er in Kurve 21 zwar einen Fahrfehler begangen, als er den Linksknick zu schnell nahm und am Ausgang in die äußere Betonmauer einschlug. Deshalb gräme er sich aber nicht: "Es ist ganz normal", findet ein ruhiger Vettel.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel musste das Training nach einem Unfall vorzeitig beenden Zoom

"Es ist natürlich nicht gut, wenn es passiert, aber man probiert es natürlich und lotet ein bisschen das Limit aus", sagt er und stellt etwas geknickt fest: "Die Mauer kam schneller als ich dachte."

Dass er nach dem Kontakt, der von einer dicken Staubwolke und wildem Funkenflug begleitet wurde, zur Box rollte, war angesichts der Härte des Aufpralls verwunderlich. "Es war ein bisschen mehr als ein Kuss", bestätigt Vettel. Dass er nach einem Check durch die Mechaniker kurz darauf den Fahrbetrieb einstellte, sei eine "Vorsichtsmaßnahme", um größere Schäden zu vermeiden, gewesen.

Folge: Fast eine Stunde Trainingszeit ging verloren und Vettel landete nur auf dem neunten Rang, weil er keine saubere Runde zu Ende brachte. Dazu absolvierte er keinen einzigen Versuch mit vollem Tank. Auch ohne Longrun hat er aber ein gutes Gefühl: "So schlecht war's nicht", findet Vettel.

Schließlich passte das Set-up bereits am Vormittag. Experimente mit der Abstimmung in der zweiten Session glückten nicht, was bei Vettel in Sachen Rennvorbereitung aber "überhaupt nicht" für Panik sorgt. "Wir wissen ziemlich genau, was die anderen gemacht haben. Es ist der Schlüssel, aus ihren Zeiten und ihrer Reifenwahl die richtigen Schlüsse zu ziehen", meint er und hofft, im Abschlusstraining am Samstag noch etwas von seinem Freitagsprogramm nachholen zu können.

Wesentlich erfreuter war Teamkollege Kimi Räikkönen, der die Bestzeit setzte. Der Finne war mit einem schlechteren Set-up gestartet, optimierte es jedoch. "Am Nachmittag ist es gut gelaufen - auch wenn es besser hätte sein können", meint er über 0,011 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger. "Auf meiner schnellsten Runde bin ich auf die Randsteine gekommen und habe Zeit liegen lassen."

Vettel sieht sich noch in der Verlosung um den Singapur-Sieg, warnt jedoch vor Mercedes und vor Red Bull: "Es geht knapp zur Sache zwischen den drei Topteams." Auf den Longruns hätten besonders Max Verstappen und Daniel Ricciardo schnell ausgesehen. "Vor Sonntag sehen wir nicht klar, aber hier ist ist schon die Qualifikation sehr wichtig", meint Vettel - und da lässt Red Bull normalerweise Federn.

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