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McLaren-Teamchef: Neue technische Strukturen werden Potenzial "entfalten"

Neue technische Strukturen sollen bei McLaren in der Formel 1 die Wende bringen - Teamchef Andrea Stelle spricht von der Entfaltung des vollen Potenzials

(Motorsport-Total.com) - McLaren hat seinen Technischen Direktor James Key vor die Tür gesetzt und muss sich nun neu aufstellen. Teamchef Andreas Stella hat bereits Ideen, wie das Formel-1-Team in Zukunft aufgestellt werden soll. Mit den Veränderungen soll das volle Potenzial des Rennstalls aus Woking ausgeschöpft werden, doch wie sieht der Plan des Schlusslichts der Königsklasse aus?

Titel-Bild zur News: McLaren-Teamchef Andrea Stella

Andrea Stella wird McLaren auf den Kopf stellen Zoom

Nach dem Abgang von Key hat sich ein Trio gefunden, das gemeinsam die technische Abteilung bei McLaren leitet: Peter Prodromou (Aerodynamik), Davide Sanchez (Fahrzeugkonzept und Performance) und Neil Houldey (Technik und Design). Laut Stella war der Ideenaustausch mit den alten Strukturen begrenzt, da vor allem Prodromou wenig Einfluss hatte.

Deshalb erhält der Aerodynamik-Chef in der neuen Konstellation nun mehr Kompetenzen. "Wir wollten eine unserer stärksten Ressourcen, die aus irgendwelchen Gründen nicht genutzt wurde, wie Peter Prodromou, einen der kompetentesten Aerodynamik-Experten in der Formel 1, involvieren. Das ist nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen. Das wollten wir ändern."

Mitarbeiter sollen sich einbringen

Damit hat die Aerodynamik-Abteilung bei McLaren nun eine klare Führung und auch die Kompetenzen sind klar verteilt. Laut Stella geht es nun darum, "Wissenschaft und gesunden Menschenverstand" zu kombinieren, um "das Auto schneller zu machen". In der Formel 1 sei es wichtig, auf die Wissenschaft zu hören, aber da sich die Bedingungen schnell ändern könnten, wolle er auch pragmatische Ansätze zulassen, was bei McLaren bisher nicht gut funktioniert habe, räumt Stella ein.

McLaren möchte auch seine langjährigen Mitarbeiter ermutigen, sich mit ihren Ideen stärker einzubringen. Stelle: "Wir haben langjährige Mitarbeiter in der Aerodynamik-Abteilung und auch in der Technik-Abteilung. Wir müssen sie nur dazu bringen, ihr Fachwissen einzubringen und ihnen die Möglichkeit geben, Entscheidungen zu treffen."

So soll das Team schneller auf Veränderungen reagieren können. Die Umstrukturierung der Hierarchien und die neuen Rollen im Team sollen die Entscheidungsfindung beschleunigen und neue Impulse geben. Unter Key habe das nicht funktioniert, weil er Ideen im Keim erstickt habe, heißt es.

Brown hält für Entscheidungen den Kopf hin

"Es gibt ein Missverständnis über den Entscheidungsprozess in der Formel 1, nämlich dass es immer jemand da ist, der Entscheidungen treffen kann. Die Realität ist aber, dass man auch Gegenvorschläge braucht und es dann einen natürlichen Auswahlprozess gibt. So wollen wir McLaren in Zukunft aufbauen. Wir wollen keinen Tisch, an dem alle zustimmen und einer entscheidet. So kommen wir nicht weiter", sagt Stella.

McLaren-Geschäftsführer Zak Brown war mit der Entwicklungsgeschwindigkeit des neuen Autos nicht zufrieden. Dann kam der Wechsel an der Spitze des Teams, denn Andreas Seidel verließ das Team, um bei Alfa Romeo als Geschäftsführer anzuheuern. Doch schon unter Seidels Führung hatte Brown den Wunsch, Umstrukturierungen vorzunehmen, denn schon damals war Sand im Getriebe.

"Der Wechsel des Teamchefs gab mir die Möglichkeit, die Dinge etwas aggressiver anzugehen, und ich gab Andrea die Anweisung, sich das Team genau anzusehen", sagt Brown. "Das hat er getan. Er hat nicht bei Null angefangen und kam mit einem Modell zu uns, das für uns absolut Sinn ergab. Dann haben wir angefangen, die Pläne umzusetzen."


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Brown sieht sich als Geschäftsführer des Formel-1-Teams in der Pflicht, auch unpopuläre Entscheidungen zum Wohle des Rennstalls zu treffen. "Wie Andrea sagte, trifft man große Entscheidungen nie allein, sondern immer in Absprache mit den Teamverantwortlichen", so Brown. "Wenn es im Sport nicht läuft, muss man die Entscheidung treffen, den Kurs zu ändern. Das haben wir getan, und ich glaube an die Richtung, die wir eingeschlagen haben."