powered by Motorsport.com

Massa und Bottas trauern verpassten Chancen hinterher

Obwohl das Williams-Team einen guten Start in die Saison 2014 erwischt hat, sind Felipe Massa und Valtteri Bottas nicht zufrieden und hoffen in China auf noch mehr

(Motorsport-Total.com) - 30 Punkte hat Williams nach den ersten drei Rennen der neuen Formel-1-Saison auf dem Konto - das sind jetzt bereits 25 mehr als in der gesamten vergangenen Saison. Trotzdem sehen Felipe Massa und Valtteri Bottas vor dem Großen Preis von China (Formel 1 live im Ticker) noch deutlich Luft nach oben. Vor allem der Brasilianer ärgert sich, dass er erst zwölf Zähler gesammelt hat.

Titel-Bild zur News: Felipe Massa

Felipe Massa ist sich sicher, dass in den bisherigen Rennen mehr drin gewesen ist Zoom

"Ich kämpfte das ganze Rennen über um Platz drei. Aber dann kam das Safety-Car und ich fiel vom dritten auf den achten Platz zurück", sagt Massa im Rückblick auf das vergangene Rennen in Bahrain, das er als Siebter beendete. Der Brasilianer ist sich sicher: "Ohne das Safety-Car wären wir vor den Red Bulls ins Ziel gekommen, und vielleicht sogar vor einem Force India."

"Ich bin mir nicht sicher, ob wir beide geschlagen hätten, denn sie waren sowieso auf einer Zweistoppstrategie, und das ging bei uns nicht. Perez war wegen der Strategie besser als wir, aber vielleicht hätte ich mit Hülkenberg kämpfen können. Es wäre auf jeden Fall möglich gewesen, unter die ersten Fünf zu kommen."

Verpasstes Podium in Australien

Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Massa ohne eigenes Verschulden um eine mögliche Podiumsplatzierung gebracht wurde: "Vielleicht wäre es in Australien sogar noch einfacher gewesen als in Bahrain. Aber in Australien bin ich nicht gefahren", sagt Massa in Anspielung auf seinen Startunfall, bei dem er von Kamui Kobayashi abgeräumt wurde.

"Da habe ich meine große Chance auf das Podium verpasst. Ich hoffe, dass wir noch einmal eine Chance bekommen werden", sagt der 32-Jährige weiter. Dafür müsste sein Team allerdings das Problem der zu schnell verschleißenden Hinterreifen in den Griff bekommen. In Sachir landete man am Ende auch deshalb hinter den Force Indias, da man einen Boxenstopp mehr absolvieren musste.

"Ehrlich gesagt hatte Force India auch in der Vergangenheit schon immer ein reifenschonendes Auto", sagt Massa und erklärt: "Es gab einige Rennen, in denen sie ihren letzten Stopp nach allen anderen Teams gemacht haben. Auch dieses Jahr haben sie wieder so ein Auto. Das ist keine große Überraschung."


Fotos: Williams, Großer Preis von China


Williams will Red Bull angreifen

"Ich denke, wir haben auch ein schnelles Auto, aber wegen der Reifen haben wir etwas Druck, unser Auto weiter zu verbessern. Wir müssen es nicht nur schneller machen, sondern auch den Reifenverschleiß reduzieren. Ich hoffe, dass wir uns verbessern und dass wir dann mit den Force Indias und natürlich auch den anderen Teams kämpfen können."

Dann ist laut Massa sogar ein Kampf mit dem aktuellen Weltmeister möglich. Er erklärt: "Red Bull hat ein sehr gutes Auto mit einer Menge Abtrieb. Aber ihnen fehlt es dann an anderen Stellen. Natürlich arbeiten sie daran, also wird sich ihr Auto auch verbessern. Daher dürfen wir nicht nachlassen, sondern müssen die ganze Zeit arbeiten."

Harte Arbeit ist auch die Devise von Valtteri Bottas. Der Finne, der seine zweite Saison als Williams-Stammfahrer absolviert und davor bereits seit 2010 Testfahrer war, erklärt: "Diese Saison ist definitiv die beste. Williams war in der Zeit, in der ich hier war, noch nie so stark. All die neuen Leute und die Änderungen, beispielsweise wie die Leute in der Fabrik jetzt arbeiten und mit dem Rennteam kommunizieren, haben die Dinge sehr viel besser gemacht."

"Wenn man die vergangenen Rennen analysiert, dann kann man immer etwas finden, was man hätte besser machen können." Valtteri Bottas

Bottas hofft auf "perfektes Wochenende"

Das habe "bereits im vergangenen Jahr begonnen, als Pat (Symonds; Anm. d. Red.) zu uns kam. Aber es war schwierig, da noch große Verbesserungen am Auto zu bewirken. Ich denke, diese Saison ist jetzt ein großer Schritt nach vorne."

Trotzdem ist auch er mit seiner Ausbeute von 18 Punkten nicht ganz zufrieden:"Wenn man die vergangenen Rennen analysiert, dann kann man immer etwas finden, was man hätte besser machen können", gibt der Finne zu. Beim Saisonauftakt in Australien beschädigte er sein Auto nach einem Fahrfehler und wurde am Ende Fünfter. Ohne die Berührung mit der Mauer wäre wohl mehr drin gewesen.

Valtteri Bottas, Felipe Massa

In Bahrain landeten Massa und Bottas auf den Plätzen sieben und acht Zoom

"Ich denke, insgesamt können wir mit den Punkten, die wir gesammelt haben, zufrieden sein. Im Durchschnitt haben wir pro Rennen zehn Punkte geholt, was im Vergleich zum vergangenen Jahr ein ziemlich guter Start ist. Ich denke, dass wir an einem perfekten Wochenende noch mehr Punkte holen können", erklärt Bottas.

Neue Teile für Massa und Bottas

Beim Rennen in China sollen dabei auch neue Teile helfen, die das Team mit an die Strecke bringt. Massa glaubt: "Wenn alles funktioniert, dann werden wir eine Verbesserung am Auto sehen, und im nächsten Rennen sollten wir auch wieder neue Teile bekommen. Wir arbeiten also sehr hart daran, dass wir das Auto verbessern."

"Im vergangenen Rennen hatten wir nicht so viele neue Teile wie die anderen Teams. Deshalb haben sich die anderen Teams auch mehr verbessert. Aber ich bin mir sicher, dass wir jetzt auch einen ähnlichen Fortschritt bei uns bemerken werden", sagt der Brasilianer, der außerdem glaubt, dass es ein Vorteil sein könnte, dass die Strecke in Schanghai eher die Vorderreifen belastet.

"Wir müssen das Auto nicht nur schneller machen, sondern auch den Reifenverschleiß reduzieren." Felipe Massa

"Wenn wir hier bereits eine Verbesserung bemerken, dann ist das sehr gut. Aber wir dürfen uns nicht ärgern, wenn es nicht passiert", merkt Bottas an und ergänzt: "Wir müssen dann einfach weiterarbeiten. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das ganze Jahr über stark sein können."

Wie auch schon in Bahrain muss Bottas sein Cockpit am Freitag Testpilot Felipe Nasr überlassen. "Es ist natürlich nicht ideal und es tut auch etwas weh. Aber man muss sich dann einfach auf das zweite und dritte Training konzentrieren", sagt der Finne und fügt hinzu: "Es ist einfach so, wie es ist, ich kann nichts daran ändern. Ich muss das Beste daraus machen. Es ist kein großes Problem, also mache ich mir keine Sorgen, dass es meine Leistung am Sonntag beeinflusst."