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  • 14.04.2013 · 14:49

  • von Dieter Rencken aufgezeichnet

Massa: "Jede Runde wurde ich langsamer und langsamer"

Während Teamkollege Fernando Alonso das Rennen souverän gewann, wurde Teamkollege Felipe Massa von starkem Graining geplagt

(Motorsport-Total.com) - Gemeinschaftlich flogen Fernando Alonso und Felipe Massa schon früh im Rennen am führenden Lewis Hamilton vorbei. Doch ab diesem Zeitpunkt entwickelten sich die Rennen der beiden Ferrari-Piloten unterschiedlich: Während Alonso den Großen Preis von China ungefährdet siegreich beenden konnte, fiel der Brasilianer kontinuierlich zurück und wurde am Ende Sechster. Woran das lag und was sich seit seiner Trainingsbestzeit verändert hat, das erzählt der 31-Jährige im Interview.

Fernando Alonso, Felipe Massa

Zu Rennbeginn konnte Felipe Massa noch gut mit Fernando Alonso mithalten Zoom

Frage: "Felipe, du sahst sehr stark aus im ersten Teil des Rennens. Was lief danach schief?"
Felipe Massa: "Ich hatte wahnsinnig viel Graining an den Vorderreifen. Jede Runde wurde ich langsamer und langsamer. Am Ende des Stints hat es sich aber wieder verbessert und ich konnte wieder gute Rundenzeiten fahren. Mit Sicherheit war Graining das größte Problem. Beim zweiten Stint hatte ich Angst, dass es zu viel werden würde. Dann hab ich den Stopp sogar ein wenig vorgezogen - vielleicht ein wenig zu sehr."

"Dann bin ich auf den nächsten Stint gegangen und es gab wieder Graining. Aber das hat sich dann aufgelöst und ich war am Ende wieder sehr schnell. Selbst beim letzten Stint, wo ich rund 20 Runden gefahren bin, war ich in den letzten sechs Runden sehr schnell. Vorher hab ich mit dem Graining aber viele Positionen und viel Zeit auf meine Vorderleute verloren. Ich war sehr stark auf den Softreifen, aber ich habe eine Runde später als Fernando gestoppt, was ein Problem für das war, was ich zu dieser Zeit wollte."


Fotos: Ferrari, Großer Preis von China, Sonntag


Frage: "Warum bist du denn eine Runde nach Fernando reingekommen?"
Massa: "Normalerweise kann sich der Fahrer, der vorne liegt, aussuchen, wann er stoppt. Es wäre besser gewesen, wenn ich die Runde zuvor mit Hamilton in die Box gekommen wäre. Danach hätte ich aber sowieso Probleme mit den Reifen bekommen, also glaube ich nicht, dass das das größte Problem meines Rennens war."

Frage: "Am Anfang des Wochenendes schienst du aber zufrieden mit der Performance über längere Stints zu sein. Ist das eine Frage des Setups gewesen oder hat sich die Strecke für dich in die falsche Richtung entwickelt?"
Massa: "Die Streckenentwicklung gibt dir ein wenig mehr Grip an der Hinterachse. Wenn du mehr Grip hinten hast, benutzt du deinen Vorderreifen mehr. Das war der Unterschied zu Freitag. Am Freitag auf der grünen Strecke hatte ich weniger Graining. Heute hatte ich viel. Ohne das hätte ich bestimmt an der Spitze kämpfen können."

"Selbst wenn es ein schlechtes Rennen war, bringt der sechste Platz wichtige Punkte. Das Gute ist, dass ich zufrieden mit meinem Auto bin. Wir müssen uns nun auf die nächsten Rennen konzentrieren. Man hat nicht immer das beste Rennen aller Zeiten. Manchmal passieren eben Dinge, und heute haben die Vorderreifen alle meine Möglichkeiten zerstört."

Frage: "Sind die stark abbauenden Reifen, die DRS-Zonen etc. zu viel für die moderne Formel 1?"
Massa: "Es ist viel für uns. Für euch ist das Spaß. Das Wichtigste ist, dass wir verstehen, was wir tun - und den besten Weg finden. Das ist alles. Mit dem Graining heute hätte das DRS auch nichts an meinem Problem geändert. Wir müssen verstehen, wie wir die Dinge besser machen können."