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  • 28.11.2023 07:21

  • von Kevin Hermann

Lewis Hamilton in Abu Dhabi klar geschlagen: "Schwer zu begreifen"

Lewis Hamilton kam beim Formel-1-Wochenende in Abu Dhabi einfach nicht auf Touren und zieht eine ernüchternde Saisonbilanz: "Allgemein kein gutes Jahr"

(Motorsport-Total.com) - Der Abschluss der Saison lief für den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton alles andere als nach Plan. Im Qualifying schon im zweiten Segment mit Platz elf ausgeschieden, konnte er im Rennen nur zwei Plätze gut machen. Früh im Grand Prix beschädigte er seinen Frontflügel als er bei einem Überholversuch Pierre Gasly ins Heck fuhr.

Titel-Bild zur News: Lewis Hamilton

Lewis Hamilton kämpfte in Abu Dhabi im Mittelfeld gegen die AlphaTauris Zoom

Und obwohl sich Mercedes im Kampf um Platz zwei in der Konstrukteurswertung gegen Ferrari durchsetzen konnte, war Hamilton nach dem Rennen nicht groß zum Jubeln zumute: "Ich war während des gesamten Rennens einfach langsam. [Meine Stimmung] ist nicht großartig."

"Ich bin nur Neunter geworden, zwei wirklich schlechte Rennen. Red Bull hat mit 17 Sekunden Vorsprung gewonnen und hat das Auto seit August oder Juli nicht mehr angerührt. Man kann sich also denken, wo sie nächstes Jahr stehen werden", blickt der Brite schwarz in die Zukunft. "Aber ich freue mich wirklich für das Team [für P2 in der WM]. Wir hatten eine gute Zuverlässigkeit."

Warum ist immer nur ein Mercedes schnell?

Auffällig war in Abu Dhabi bei Mercedes jedoch einmal mehr, dass mit George Russell nur ein Fahrer bei der Musik dabei zu sein schien. Ein Muster, was sich bereits durch die komplette Saison zieht. Darauf angesprochen, meint Teamchef Toto Wolff: "Es ist einfach schwer zu begreifen, dass gute Fahrer in verschiedenen Teams diese Leistungsschwankungen haben."

"Man hat es dieses Wochenende bei Sainz und Leclerc gesehen. Man hat es bei George und Lewis gesehen. Oscar und Lando, und das Offensichtliche ist Perez und Verstappen, Perez ist keine Sekunde langsamer als Max. Was ist das also? Wir haben gesehen, dass es in beide Richtungen schwankt."

"Wenn man das Auto in einem Sweet Spot hat, einer stabilen Plattform, mit der man zu Beginn des Wochenendes arbeiten kann, dann kann man Leistung erwarten. Ich denke, wenn das nicht der Fall ist, gibt es einfach keine Leistung, man fällt buchstäblich von der Klippe. Ich habe also keine Erklärung dafür. Ich glaube, der einzige, der in diesem Jahr verstanden hat, wie man diese Reifen fährt, ist Max."

Hamilton über 2023: Froh, dass ich es überlebt habe

Trotz des schwachen Wochenendes in Abu Dhabi konnte sich Hamilton dennoch den dritten Platz in der Fahrerwertung sichern und ist damit erster Red-Bull-Verfolger 2023 gewesen. Trotzdem kann der 38-Jährige seiner Meinung nach nicht viel aus der Saison mitnehmen: "Eigentlich nicht allzu viel", antwortet er. "Es war allgemein kein gutes Jahr. Es gibt also nicht viel, was man aus diesem Jahr mitnehmen kann. Die Tatsache, dass ich es überlebt habe. Das war's dann wohl auch schon."

Die Aussichten für 2024 sind laut Hamilton auch nicht viel rosiger, da Red Bull nach der Sommerpause im Prinzip keine Updates mehr gebracht hat, um sich auf das Auto für die kommende Saison zu konzentrieren. Mercedes möchte jedoch 2024 das Konzept grundlegend auf den Kopf stellen.


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Wolff: Lewis ist immer noch der beste Fahrer der Welt

Auf die Frage, ob er Max Verstappen im nächsten Jahr herausfordern kann, sagt er: "Im Moment weiß ich das noch nicht so genau. Dass Red Bull am Ende mit 17 Sekunden Vorsprung gewonnen hat, obwohl sie ihr Auto seit August nicht mehr weiterentwickelt haben, ist definitiv besorgniserregend. Aber wir haben viel über das Auto gelernt, und jetzt liegt es am Team, das weiß, was es tun muss. Ob wir es schaffen, werden wir sehen."

Teamchef Toto Wolff fügt hinzu: "Aus Lewis' Sicht hatte er ein schlechtes Wochenende. Das ist Tatsache. Und ich denke, das ändert nichts daran, dass er der beste Fahrer der Welt ist. Und wenn wir in der Lage sind, ihm ein Auto zu geben, wird er um die Weltmeisterschaft kämpfen, daran habe ich keinen Zweifel."

"Es ist klar, dass man sich mit einem Formel-1-Auto, wie wir es jetzt haben, nie wohl fühlt. Es gibt gute und schlechte Wochenenden, aber jedes Mal, wenn wir gesehen haben, dass Lewis jemanden vor sich im Visier hat und es darum geht, das Rennen zu gewinnen, dann kommt der wahre Lewis zum Vorschein. Und das müssen wir ihm einfach geben."