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  • 30.04.2008 · 12:43

Hybrid in der Formel 1: Mehr ist möglich

Toyota-Motorenchef Luca Marmorini bezeichnet das FIA-KER-System als "primitiv" und wünscht sich viel radikalere Öko-Denkansätze

(Motorsport-Total.com) - In der Formel 1 soll ab der kommenden Saison an das KER-System zur Energierückgewinnung in das Reglement aufgenommen werden, um so den Motorsport nach und nach auf einen "grünen" Kurs zu bringen.

Luca Marmorini

Luca Marmorini ist mit der KERS-Version, wie sie die FIA vorschlägt, nicht zufrieden

Toyotas Formel-1-Motorenchef Luca Marmorini gehen diese Pläne nicht weit genug. In einem Interview mit dem italienischen Magazin 'Autosprint' erklärte der Ingenieur: "Die Anwendung der Energierückgewinnung hat mich erstaunt, denn das System, das die FIA gewählt hat, ist eher primitiv." Und: "In der Autoindustrie gibt es bessere Systeme." Die von der FIA definierte Lösung liegt, so Marmorini, "um Welten hinter dem zurück, was bei einigen unserer Straßenautos bereits Standard ist."#w1#

Marmorini verweist auf den Supra HV-R, der im Jahr 2007 das 24-Stunden-Rennen von Tokachi gewonnen hat: "Der Supra holt 70 Prozent der beim Bremsen eigentlich vernichteten Energie zurück. Das System in der Formel 1 kommt auf gerade 20 Prozent." Marmorini favorisiert daher dieses System mit Hochleistungskondensatoren und Radnabenmotoren an der Vorderachse: "Das Potenzial des Hybridantriebs ist immens, aber die von der FIA bevorzugte Lösung beschränkt sich darauf, die Energie aus den Hinterrädern zu holen. Die Parameter sollten größer sein."

Unterstützung findet Marmorini beim ehemaligen Ferrari-Designer Mauro Forghieri: "Die Energierückgewinnung und die Beimischung von Biosprit sind tolle Ideen, aber man sollte einen viel extremeren Weg gehen. Man könnte einfach eine maximale Energie definieren, die zur Verfügung stehen soll. Dann könnten die Techniker mit allen Freiheiten nach den besten und intelligentesten Möglichkeiten suchen."