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  • 10.07.2011 · 18:28

  • von Marco Helgert

HRT: Ricciardos Kampf und Liuzzis Freude

Daniel Ricciardo kämpfte sich über die Distanz und mit den Reifen, Vitantonio Liuzzi konnte immerhin im Nassen gut mithalten und fiel später erst zurück

(Motorsport-Total.com) - Der Große Preis von Großbritannien stand für HRT ganz im Zeichen des Renndebüts von Daniel Ricciardo. Der Australier hielt sich in seinem ersten Formel-1-Rennen schadlos, machte keine Dummheiten, fiel nicht auf und damit auch nicht aus. Mit drei Runden Rückstand wurde er als Letzter im Feld klassiert. Direkt vor ihm kam Vitantonio Liuzzi ins Ziel, der nach anfänglicher sehr guter Fahrt doch wieder zurückfiel auf das bekannte HRT-Niveau.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo hatte im Rennen noch einige Mühen, doch er kämpfte wacker

"Es fühlt sich gut an, die karierte Flagge zu sehen", so Ricciardo. "Es war schön, die Runden zu fahren. Das Wichtigste für mich heute war, Erfahrung zu sammeln, die Reifen zu verstehen, ebenso die Boxenstopps und die Strategie. Das ist alles sehr komplex und ich habe das ja nie zuvor gemacht. In diesem Sinne war es ein Schritt nach vorne."

Im Rennen selbst war er meist ohne direkten Gegnerkontakt unterwegs. "Ich war etwas hinter den anderen unterwegs, aber während ich weiter lerne, werde ich da auch näher herankommen. Ich muss auch noch lernen, mit den blauen Flaggen besser umzugehen; das ist nicht einfach", fährt er fort. "Letztlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden."

"Am Mittwoch war erst die große Einführung in die Formel 1, ich traf das Team und hatte die Sitzanpassung. Ich wusste, dass es nicht einfach werden würde. Aber das Rennen zu beenden, ist für uns ein gutes Ergebnis", so der Australier weiter. "Beim nächsten Rennen möchte ich weiter lernen und vorankommen, im Qualifying etwas näher an Tonio sein und im Rennen eine weniger große Lücke nach vorn zu haben. Das ist erstmal ein gutes Ziel."

"Das war ein schwieriges Rennen, aber wir wussten seit Freitag, dass wir hier große Probleme haben würden", so Liuzzi nach dem Rennen. "Wegen der Reifen war es vom Start weg schwierig. Die Wahl der Pneus war nicht einfach. Wir begannen mit Intermediatereifen, weil die Reife zu Beginn nass war. Das machte alles noch interessanter."

In den ersten Runden hielt Liuzzi dagegen toll mit. Er schnappte sich Jarno Trulli und jagte Timo Glock nach. "Der Start war gut, wir hatten eine starke Pace. Ich konnte unseren stärksten Gegner aufschnupfen. Das wollten wir in diesem Rennen erreichen, denn wir wussten, dass unsere Pace nicht ausreichte, um sie zu schlagen", so der Italiener. "Wir haben bis zur letzten Runde durchgehalten und müssen nun viel für den Nürburgring arbeiten."


Fotos: HRT, Großer Preis von Großbritannien


"Das Rennen war für uns recht gut, denn wir hatten eine gute Strategie und machten gute Stopps", so Teamchef Colin Kolles. "Unsere Autos waren nicht so schnell wie die anderen, das war etwas Pech. Ansonsten wären wir viel konkurrenzfähiger gewesen. Ziel war es, das Rennen mit beiden Autos zu beenden. Das haben wir erreicht und beide Fahrer konnten gute Rundenzeiten fahren."

Der Aufholbedarf war aber unverkennbar. "Daniel hatte gegen Ende etwas Probleme mit den Hinterreifen und verlor daher Boden auf Tonio und die anderen", erklärt er. "Letztlich war es aber positiv, es gab keine großen Dramen. Daniel fuhr seine Runden und beendete das Rennen. Eine schnellste Runde war recht gut. Er muss sich an die Reifen gewöhnen. Das ist nicht einfach, wenn man erst ein Rennen mit neuen Reifen gestartet hat, die anderen aber schon tausende Kilometer damit gefahren sind."

"Dieser Kurs ist wahrlich nicht gut für unser Auto", so Kolles weiter. "De Wetterbedingungen waren schwierig, dann gab es die Zwischengaslösung. Das war auch nicht in unserem Sinne, weil wir einen etwas anderen Auspuff seinsetzen. Das hat uns alles nicht geholfen. Aber letztlich hat sich das Team gut geschlagen und das ist wichtig."