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  • 16.03.2008 09:48

Haug: "Ferrari hatte keine Chance"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug analysiert den Sieg von Lewis Hamilton in Australien und lobt die starke Silberpremiere von Heikki Kovalainen

(Motorsport-Total.com/Premiere) - Es wäre ein glatter Doppelsieg geworden, wenn nicht ausgerechnet das Mercedes-Safety-Car Heikki Kovalainen einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, aber auch so hatte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem Grand Prix von Australien allen Grund zur Freude: Sieg durch Lewis Hamilton, 14:1 im Duell gegen Ferrari nach dem ersten von 18 Rennen 2008!

Norbert Haug

Große Freude bei Norbert Haug über den ersten Sieg 2008 in Australien Zoom

Frage: "Herr Haug, herzlichen Glückwunsch zum Sieg! Wie glücklich sind Sie nach diesem Ergebnis?"
Norbert Haug: "Sehr glücklich! Man hat gesehen, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat. Wir haben keine Geräusche gemacht, sondern haben gearbeitet. Vor dem Rennen wussten wir nicht, wie stark wir tatsächlich sind, aber wir waren im Rennen noch stärker als im Qualifying. Der Speed war überragend, Lewis war fehlerfrei. Von Heikki war es eine Traumpremiere."#w1#

Boxenstopps wurden vorgezogen

"Gott sei Dank haben wir Lewis so früh reingeholt zum Boxenstopp." Norbert Haug

"Gott sei Dank haben wir Lewis so früh reingeholt zum Boxenstopp, sonst wäre er auch hinter das Safety-Car gekommen. Wir können eben nicht zwei gleichzeitig abfertigen. Als wir Heikki eine Runde später reinholen wollten, war das Safety-Car schon draußen. Aber er hat einen guten Kampf geliefert, hat Alonso überholt. Ich weiß nicht, was auf der Geraden war - er muss irgendeinen Aussetzer gehabt haben, sonst wäre er Vierter geworden. Aber das verkraften wir, auch wenn es schade ist für Heikki."

"Wir haben aber 14 Punkte und führen die WM an, Ferrari hat null Punkte (wegen Rubens Barrichellos nachträglicher Disqualifikationen einen; Anm. d. Red.). Die haben sich hier sicher nicht ganz stark gezeigt, würde ich sagen. Wir haben zumindest mitgeholfen, dass Nico (Rosberg; Anm. d. Red.) sein erstes Podium kriegt, denn er war Vierter und ist jetzt Dritter - Glückwunsch! Auch an Keke (Rosberg; Anm. d. Red.) die besten Wünsche. Das war eine starke Leistung."

"Ein rein deutsches Podium im Windschatten von Mercedes - bei Lewis ist das Auto ja deutsch. Lewis hat das Autofahren ja in Deutschland gelernt, zwei Jahre im Rahmen der DTM. Er hat mit Mercedes-Motoren in der Formel-3-Euroserie 15 von 20 Rennen gewonnen, ist Meister geworden. Viele wissen das gar nicht mehr. Er hat eine gute Connection zu Deutschland und besonders zur Marke Mercedes. Und ein Silberpfeil ist und bleibt deutsch!"

Frage: "Wie ist der Start verlaufen?"
Haug: "Es war ein guter Start von unseren Fahrern. Heikki hat sich ganz stark in Szene gesetzt und sich gegen Massa durchgesetzt, ohne ihn zu berühren. Lewis war vorne. Dann ging es ab, Runde um Runde. Lewis ist gleich im zweiten Sektor drei, vier Zehntel schneller gefahren. Wir sind auch beim ersten Stopp etwas früher reingefahren, um die Gefahr des Safety-Cars zu vermeiden. Wenn man den Abstand hat, sollte man das tunlichst tun, wie das Rennen heute bewiesen hat."

Leise Kritik an Räikkönen

"Kimi ist rausgerutscht. Das sah nicht ganz gekonnt aus." Norbert Haug

Frage: "Dann hat sich Kimi Räikkönen beim Restart hinter Heikki Kovalainen verschätzt..."
Haug: "Kimi war da ein bisschen übermütig, Heikki hat das wahrscheinlich ein bisschen provoziert. Also ist Kimi rausgerutscht. Das sah nicht ganz gekonnt aus, er hat zu spät gebremst. Aber sehr clever - mit Heikki werden wir noch Freude haben!"

"Letztes Jahr hatte er hier ein ganz schlechtes Rennen auf Renault, aber heute ist er ganz stark gefahren. Er hat sich von niemandem einschüchtern lassen, hatte ein schweres Auto, ist vor Kimi geblieben, obwohl sein Auto um mindestens 25 Kilo schwerer war. Das ist eigentlich mindestens eine Sekunde. Trotzdem den Platz zu verteidigen gegen Kimi, der ein harter Angreifer ist, das verdient allen Zuspruch."

Frage: "Kimi Räikkönen hat sich dann noch einmal gedreht."
Haug: "Ja, da war er auf der Wiese. Ob das dann der Grund für den Ausfall war, weiß ich nicht, aber er kann sich nicht beklagen. Er ist dreimal draußen gewesen und immer wieder reingekommen. Das ist auch Glück, denn du kannst auch im Kiesbett stecken bleiben. Insofern ist er gefahren bis zum Motorschaden, glaube ich - das hat sich nicht mehr gut angehört."

Frage: "Ferrari hatte einen schwarzen Tag unter dem neuen Teamchef Stefano Domenicali. Wie schwierig ist das für ihn ohne Jean Todt und ohne Michael Schumacher?"
Haug: "Das tut sicherlich weh, vor allem wenn man sich vorher sehr sicher war, dass man vorne ist, dass man unschlagbar ist. An Stefano Domenicali liegt es sicherlich nicht, das ist ein absolut feiner Kerl, mit dem man sehr gut arbeiten kann und den ich sehr schätze - wie auch das ganze Technikerteam."

Haug: Großer Respekt vor Ferrari

"Ich würde Ferrari nie abschreiben." Norbert Haug

"Die Ferrari-Mannschaft ist absolut okay und kompetent. Die können beim nächsten Rennen einen Doppelsieg machen. Ich würde Ferrari nie abschreiben. Wenn sie langsamer sind als wir, würde ich das akzeptieren, aber ich bin nicht so dumm zu sagen: Ferrari ist weg, die sehen wir nicht mehr!"

Frage: "Was bedeutet das für das Kräfteverhältnis?"
Haug: "Ich wage zu sagen, dass Ferrari gegen uns keine Chance gehabt hätte. Kompliment an BMW, deren Pace war besser als die von Ferrari. Vor der Saison hieß es, Ferrari ist der große Favorit. Möglicherweise ist das in Malaysia anders, aber hier hatten sie keine Chance. Das kann man nach dem Rennen sagen. Das heißt aber nicht, dass es so weitergeht - das kann ich wirklich nicht prophezeien."

Frage: "Glauben Sie, dass Ihr Ex-Fahrer Fernando Alonso eigentlich langsamer ist, als es sein heutiger vierter Platz zeigt?"
Haug: "Das habe ich nicht gesagt. Er hat sicher im Qualifying das Mögliche möglich gemacht. Ich werde auch da keine andere These haben als bei Ferrari und BMW und allen, die gut sind - Williams ist ja auch stark geworden. Renault wird stark sein. Da wurde einiges angekündigt. Sicherlich hat Fernando heute hie und da profitiert, aber das Resultat ist verdient. So ist es einfach. Ich habe jeden Respekt vor unseren Rivalen."

Frage: "Eine schöne Szene war vor der Siegerehrung die Umarmung und der Tanz von Lewis Hamilton mit Nico Rosberg, oder?"
Haug: "Das sind Bilder, die will der Zuschauer sehen! Die Jungs sind in einem Kartteam gefahren, wir haben sie vor zehn Jahren schon gefördert - auf Idee von Keke übrigens. McLaren und wir haben denen Geld gegeben für das MBM-Team - und jetzt stehen sie gemeinsam auf dem Podium und schätzen sich. Ich habe auch schon Fahrer gesehen, die sich ganz anders verhalten haben. Das ist Sport, das ist Fairness. Da haben wir mitgewirkt! So gehen die Leute miteinander um. Die Zuschauer sind begeistert, wenn sie solche Bilder sehen, genau wie wir auch."

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