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Hamilton nimmt Facebook & Co. in die Pflicht: Mehr gegen Rassismus tun

Lewis Hamilton überlegt, an einem Social-Media-Boykott am Rande des Grand Prix von Portugal teilzunehmen, um ein weiteres Zeichen gegen Rassismus zu setzen

(Motorsport-Total.com) - 5,3 Millionen Likes auf Facebook, 6,3 Millionen Follower auf Twitter und 22,1 Millionen Abonnenten auf Instagram - Lewis Hamilton hat zweifellos auch auf Social Media die Nase vorn. Nun nimmt der siebenmalige Weltmeister die großen Plattformen aber in die Pflicht und fordert die Konzerne von Mark Zuckerberg und Co. auf, sich mehr im Kampf gegen Rassismus zu engagieren.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton nimmt Social-Media-Plattformen in die Pflicht Zoom

"Für mich ist es klar, in diesem Sport ist es klar, dass Rassismus weiterhin ein Thema ist. Und ich denke, dass Social-Media-Plattformen mehr machen müssen, um dies zu bekämpfen", betont Hamilton am Donnerstag vor dem Grand Prix von Portugal. Er stimmt dabei mit einer Initiative überein, die sich in der Vorwoche formiert hat.

"Jede Art von Rassismus ist inakzeptabel"

Britische Fußball-Vereine, darunter auch die großen Premier-League-Klubs, haben vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass sie einen dreitägigen Social-Media-Boykott durchziehen werden, um auf rassistische Hetze und Diskriminierung in der virtuellen Welt aufmerksam zu machen.

Die Aktion sei "eine Reaktion auf die anhaltenden und nachhaltigen diskriminierenden Beschimpfungen, mit denen Spieler und viele andere mit dem Fußball verbundene Personen online konfrontiert sind", heißt es in einer Erklärung.

"Jede Art von Rassismus ist inakzeptabel", erklärte Premier-League-Chef Richard Masters. "Die schockierenden Beleidigungen, die Spieler in sozialen Netzwerken hinnehmen müssen, müssen ein Ende haben." Auch die UEFA unterstützt den Vorstoß. "Eine Kultur des Hasses ungestraft wachsen zu lassen ist gefährlich, sehr gefährlich", meinte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Hamilton: Habe online selbst Rassismus erfahren

Mittlerweile haben sich dem Boykott, der von Freitag (30. April) bis Montag (3. Mai) geplant ist, auch britische Cricket-Teams, die Rugby-Liga und Tennis-Association angeschlossen. "Ich unterstütze diese Initiative voll und ganz", lässt Hamilton darauf angesprochen am Donnerstag wissen.

"Wenn ich auch dabei helfen kann, Druck auf diese Plattformen auszuüben, [...] dann tue ich das gerne", fügt er hinzu. Ob der Mercedes-Pilot am dritten Rennwochenende des Jahres tatsächlich auf jegliche Aktivitäten auf Facebook und Co. verzichten wird, lässt er bislang noch offen.

Bekanntlich unterstützt der 36-Jährige aber bereits seit dem Vorjahr die Anti-Rassismus- und Anti-Diskriminierungs-Bewegung, seit der gewaltsame Tod von George Floyd weltweite Proteste unter dem Credo "Black Lives Matter" ausgelöst hatte.


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Der amtierende Champion ist auch einer von wenigen Rennfahrern, die sich von Beginn an öffentlich klar und deutlich positioniert haben. In der Formel 1 hat er noch heute eine tragende Rolle im Kampf für mehr Diversität und Gleichheit inne.

Hamilton war in der Vergangenheit selbst mit rassistischem Hass konfrontiert worden, auch online hat er Diskriminierung aufgrund seiner Hautfarbe erfahren. "Ich wurde vor langer, langer Zeit beschimpft. Damals war ich noch jünger, als ich auf Social Media [Kommentare gelesen habe] und mich mit Leuten austauschen wollte."

Zu jener Zeit habe er gelernt, dass man nicht jeden Online-Kommentar lesen kann oder muss. Und dass man nicht alles "persönlich nehmen darf", rät Hamilton. "Wenn man diese Dinge an sich heranlässt, dann können sie einem den Tag verderben."

"Social-Media-Konzerne müssen mehr machen"

Hass im Netz ist kein neues Phänomen, allerdings werden große Social-Media-Plattformen, wie Facebook, nun mehr und mehr in die Pflicht genommen. Auch von Sportstars wie Hamilton: "Ich glaube, dass die Social-Media-Konzerne mehr machen müssen."

Er ist davon überzeugt, dass die großen Tech-Unternehmen dank ihrer Algorithmen, oder auch mithilfe von Community-Richtlinien und einem rigorosen Vorgehen gegen Hass-Beiträge, zu einer "anti-rassistischen Gesellschaft" beitragen könnten.

"Darauf müssen wir drängen. Ich kenne nicht alle Details, aber ich bin sehr stolz zu hören, dass so viele Organisationen [bei dem Boykott] mitmachen. Ich bin nicht sicher, warum die Formel 1 nicht auch teilnimmt, aber Leute von Sky machen zum Beispiel mit. Ich denke, ich werde es womöglich verfolgen und dieses Wochenende unterstützen."

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