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George Russell: Red Bull gibt 2024 "zu 100 Prozent" den Ton an

Mercedes-Pilot George Russell sieht Red Bull auch für die neue Formel-1-Saison in der klaren Favoritenrolle - Der W15 habe aber das Potenzial aufzuschließen

(Motorsport-Total.com) - Die Hoffnung, dass die Formel-1-Saison 2024 keine reine Red-Bull-Show werden wird, ist nicht nur unter vielen Fans groß. Freilich hofft auch die Konkurrenz, aufschließen und Max Verstappen das Leben etwas schwerer machen zu können.

Titel-Bild zur News: Max Verstappen

Wird die Konkurrenz Red Bull auch 2024 nur von hinten sehen? Zoom

Am ersten Formel-1-Testtag in Bahrain war der dreifache Weltmeister erneut die Messlatte. Und Mercedes-Pilot George Russell glaubt, dass das auch so bleiben wird.

Auf seine ersten Testkilometer am Mittwoch angesprochen, sagt der Brite: "Es war großartig, zum ersten Mal wieder im Auto zu sitzen und den W15 zu fahren, und es fühlt sich wie ein Schritt in die richtige Richtung an, aber es ist nicht zu verbergen, dass unsere Konkurrenten auch einen wirklich tollen Job gemacht haben."

"Wir wissen, dass wir mit der Leistung, die Red Bull im vergangenen Jahr gezeigt hat, einen Berg zu erklimmen hatten. Und für jeden, der diesen Rückstand aufholen wollte, war es eine große Herausforderung", hält der Mercedes-Fahrer fest.

Zwar fühle sich der neue W15 angenehmer an, aber letztendlich komme es auf die Rundenzeiten an, weiß Russell. "Und da haben wir noch nicht wirklich gesehen, wo jeder steht. Aber Red Bull scheint wieder einen wirklich guten Job gemacht zu haben und ist zweifellos der Favorit", legt sich der WM-Achte von 2023 fest.

Russell: Red Bull hat Momentum auf seiner Seite

Auf Nachfrage, ob er also der Meinung sei, dass Red Bull auch in dieser Formel-1-Saison das Tempo vorgeben wird, bekräftigt der Brite: "Ja, hundertprozentig."

Damit wiederholt Russell seine Prognose aus dem vergangenen Jahr, als er sich bereits nach Verstappens Auftaktsieg in Bahrain sicher war, dass Red Bull jedes Rennen gewinnen werde. Mit einer Ausnahme, nämlich Singapur, kam es dann auch so.

Und genau daran knüpft das Weltmeisterteam nun an. "Ich denke, wie man es von Red Bull erwarten kann, haben sie das Momentum aktuell auf ihrer Seite. Sie haben das neue Reglement als Erste in den Griff bekommen und sind seither das Maß der Dinge. Wie ich schon sagte, sind sie definitiv die Favoriten."

"Hier in Bahrain sind sie definitiv allen anderen einen Schritt voraus. Sie haben einen beeindruckenden Winter hinter sich, kein Zweifel, aber das war zu erwarten. Es ist ein so beeindruckendes Team und eine so beeindruckende Institution. Wir müssen sehen, wo wir in den nächsten Rennen stehen", sagt Russell.


Fotos: Formel-1-Wintertests 2024 in Bahrain


Dass das neue Auto ein Fortschritt gegenüber dem W14 ist, steht für ihn aber schon jetzt außer Frage: "Es ist definitiv eine Verbesserung. Daran gibt es keinen Zweifel."

"Aber was das Fahrgefühl angeht, kann man das schlechteste Auto haben, wenn es schneller ist als alle anderen, ist man trotzdem glücklich damit", räumt Russell ein. Wie es sich auf der Strecke im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, müsse sich noch zeigen.

W15 angenehmer zu fahren, aber auch schneller?

"Es war definitiv angenehm, es gestern zu fahren. Ich hatte ein gutes Gefühl im Auto, aber wir wissen, dass alle anderen Teams einen großen Schritt nach vorn gemacht haben. Und im Moment ist es definitiv zu früh, etwas zum Kräfteverhältnis zu sagen."

"Wir müssen einen riesigen Berg erklimmen, um aufzuholen, was Red Bull im vergangenen Jahr geleistet hat und wie weit sie allen anderen voraus waren. Wir müssen abwarten. Aber wir haben definitiv eine viel bessere Plattform, auf der wir aufbauen können. Das Auto ist nicht mehr die Diva, die es zuletzt war."

Sowohl Russell als auch sein Teamkollege Lewis Hamilton fehlte es an Vertrauen in das Heck des letztjährigen W14, und genau diese Eigenschaft scheint nun behoben zu sein.

George Russell

Mit dem W15 sieht George Russell deutliche Fortschritte gegenüber 2023 Zoom

"Das Auto war vergangenes Jahr wirklich schwierig zu fahren", blickt Russell zurück. "Lewis und ich hatten kein Vertrauen in das Auto. Es fühlte sich an, als würde es in jeder einzelnen Kurve gegen uns arbeiten. Wir konnten in den mittelschnellen und schnellen Kurven nicht angreifen, ohne dass das Heck ausbrach."

"Und wir haben das Gefühl, dass wir einen wirklich guten Schritt in Bezug auf die Konstanz des Autos gemacht haben. Wir können uns wirklich besser darauf verlassen als in der Vergangenheit, und das war im vergangenen Jahr ein großer Schwerpunkt."

Mercedes muss den "Sweet Spot" noch finden

Viele Probleme mit dem W14 habe das Team "sehr gut behoben". Jetzt könne es sich darauf konzentrieren, den Abtrieb zu erhöhen. "Denn in der Vergangenheit gab es bei allem, was wir aerodynamisch unternommen haben, grundlegende Probleme mit dem Auto, die wir erst verstehen mussten", erklärt Russell.

Auf die Frage, was dem Team jetzt noch fehlt, sagt der Mercedes-Pilot: "Mehr Abtrieb. Wenn sich das Auto gut anfühlt, aber noch nicht ganz die Pace hat, muss man einfach an den richtigen Stellen mehr Abtrieb finden. Denn mit dieser Version des Reglements gibt es definitiv einen Sweet Spot für alle Teams."

"Man will das Auto so tief wie möglich haben, aber man darf nicht zu tief gehen, weil man sonst unter Bottoming oder Bouncing leidet, was bei einigen Teams immer noch ein wenig ein Thema ist. Am Ende braucht es nicht viel, um diesen Sweet Spot zu finden."

"Red Bull hat diesen Sweet Spot bereits gefunden und hoffentlich können wir die Lücke schließen. Aber es wird viel harte Arbeit erfordern, um das zu erreichen", weiß Russell.

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