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  • 16.07.2018 · 10:12

  • von Dominik Sharaf, Giorgio Piola & Matt Somerfield

Frontflügel-Experimente: Red Bull verzweifelt an Renault-Motor

Warum Max Verstappen und Daniel Ricciardo in Silverstone mit verschiedenen Frontflügeln unterwegs waren, alle Griffe in die Trickkiste aber vergebens waren

(Motorsport-Total.com) - Die Red-Bull-Mannschaft experimentierte beim Großbritannien-Grand-Prix in Silverstone einmal mehr mit dem Frontflügel ihres RB14, um das Power-Defizit des Renault-Motors zu kompensieren: Während Max Verstappen mit einer altbekannten Lösung für Strecken, auf denen wenig Abtrieb erforderlich ist, unterwegs war, gingen die Ingenieure bei Daniel Ricciardo einen anderen Schritt.

Frontflügel an Daniel Ricciardos Red Bull RB14

Mit "Gurney-Streifen" (oben in Dunkelgrau): Frontflügel an Ricciardos Red Bull RB14 Zoom

Der Australier vertraute im Freien Training auf einen Frontflügel, an dessen oberem Ende eine zusätzliche Abrisskante (im Fachjargon "Gurney-Strip" genannt, siehe Zeichnung) installiert war. Obwohl das Teil in schnellen Kurven nützlich war, um die Balance zu verbessern, verzichtete Ricciardo im Qualifying und im Rennen darauf, um mehr Höchstgeschwindigkeit aufbauen zu können.

Daraus lässt sich folgern: die Schwächen des Renault-Antriebs sind so groß, dass es sich Red Bull nicht leisten kann, mit seinem Set-up konsequent den Abtriebsvorteil seines Chassis zu nutzen.

Dass Verstappen mit dem aus Montreal bekannten Frontflügel erfolgreicher war, lässt tief blicken. Doch auch die ältere Version war vor Silverstone einer Revision unterzogen worden. Die kleinen Einzelelemente an den Seiten (siehe Zeichnung) hatten weniger Abstand zueinander, um mehr Abtrieb zu generieren. Ziel war es, die Strömung vorne genauso zu gestalten wie am Heck des Wagens.

Frontflügel an Max Verstappens Red Bull RB14

Engerer Abstan zwischen den Elementen: Frontflügel an Verstappens Red Bull RB14 Zoom

Red Bull hatte in der Vergangenheit ähnlich agiert, aber mehr Erfolg gehabt. Es scheint schwieriger geworden zu sein, auf Bahnen mit hohem Vollgas-Anteil die Lücke zu Ferrari und Mercedes zu schließen - möglicherweise, weil die übrigen Topteams weiterentwickelt haben und es sich mittlerweile leisten können, ihrerseits mit weniger Abtrieb zu fahren, was den Chassis-Vorteil egalisiert.

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