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Formel-1-Technik: Wie Ferraris Fortschritt von einer alten Idee unterstützt wurde

Ferrari scheint zurück zu alter Form zu finden: Die Updates in Portimao waren dabei auch ein Schritt zurück - Blick auf 2021 wird nicht vergessen

(Motorsport-Total.com) - Mit Platz vier in Portimao hat Charles Leclerc den Aufwärtstrend bei Ferrari unterstrichen. Die Scuderia hatte in den vergangenen Rennen stets kleinere Updates dabei, die eigentlich nicht den großen Schritt darstellen sollten. Anscheinend waren aber die kleinen Schritte genug, um das Bild im Mittelfeld zu wandeln.

Ferrari

Ferrari hat vor allem Veränderungen am Unterboden getestet Zoom

Ferrari hat sich in Portugal am vergangenen Wochenende eine Menge Arbeit aufgehalst. Nicht nur dass man sich auf Teile fokussiert hat, um die Effekte der Regeln für 2021 zu studieren, man hatte auch ein Upgrade an Bord, das schon in dieser Saison Verbesserungen bringen soll. Und nebenbei musste man sich auch um das Set-up und die Reifen kümmern - und das auf einer neuen Strecke.

Ferrari hat die Uhren dabei ein Stück zurückgestellt - und das nicht nur aufgrund der Zeitumstellung. Während viele Updates der vergangenen Rennen neue Ideen aufgriffen, wies der Unterboden in Portimao ein altes Feature auf: drei diagonal platzierte Finnen auf den Schlitzen vor den Hinterreifen.

Schon 2019 hat die Scuderia dieses Aerodynamik-Feature genutzt. Für 2020 wurde das Konzept bei den Roten zwar fallengelassen, dafür tauchte es bei vielen anderen Fahrzeugen auf - unter anderem bei Mercedes und Red Bull.

Ferrari-Unterboden

Beim Unterboden hat die Scuderia eine alte idee wieder aufgegriffen Zoom

Bei Ferrari lag der Fokus der Entwicklung derweil auf eingeschlossenen Löchern im Unterboden. In Österreich hatte man einen neuen Unterboden mit mehr diagonalen Perforationen anstatt der zuvor verwendeten längsgerichteten.

Man hatte gehofft, dass die Finnen in Kombination mit einem erhöhten horizontalen Flap nicht mehr benötigt werden würden. Der horizontale Flap musste nun wieder den drei Finnen weichen, die an Leclercs Auto in voller Version vorhanden waren, während man an Vettels Auto mit rasch aufgebauten Prototyp-Finnen fuhr.

Leben in der Gegenwart

Interessant an 2020 ist, dass die Teams immer noch weitere Wege finden, mehr Performance aus den Reifen zu holen, obwohl es die gleichen Reifen wie in der Vorsaison sind. Das führt dazu, dass die Teams häufig eine Balance zwischen entgegenstehenden Anforderungen finden müssen.

Ferrari-Bremse

So sah die Bremse von Ferrari am Nürburgring aus ... Zoom

Zum einen muss etwa die Bremse gekühlt werden, gleichzeitig muss man aber den Wärmetransfer in die Felgen managen, was einen Effekt auf die Temperatur der Reifen hat. Ferrari hatte in Portugal einige Veränderungen an der Front vorgenommen und etwa auf eine geschlossenere Trommel gesetzt.

Der Fokuspunkt war dabei eher aerodynamischer Natur, doch in Konsequenz hat es auch Auswirkungen auf die Bremskühlung und den Wärmetransfer in die Felgen.

Ferrari-Bremse

... und diese Version hatte Ferrari in Portimao im Einsatz Zoom

In der alten Lösung wurde der Luftstrom durch die Rotation des Rades beeinflusst, doch die neuere schafft einen fokussierteren aerodynamischen Effekt, der die Turbulenzen des gesamten Radsystems stören kann.

Natürlich hat dies auch Auswirkungen auf die thermische Beziehung, da die Hitze, die beim Bremsen gewonnen wird, anders durch das Konstrukt strahlt. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wurden tropfenförmige Auslässe eingeführt, durch die einiges an Hitze in den Raum zwischen Bremstrommel und Felge weichen kann.

Ein Auge auf der Zukunft

Ferrari weiß nur zu gut, dass der Kampf um die Rückkehr an die Spitze nicht sofort gewonnen werden kann. Anstatt Entwicklungen, die vielleicht noch etwas konzeptionelle Veränderungen benötigen, vorschnell zu bringen, hat man einen gemäßigteren Ansatz gewählt und Teile eingeführt, die eher ebenfalls einen Benefit für die kommende Saison bringen.

Und 2021 wird jedes Team einen Vorteil haben, das die geplanten zehn Prozent Abtriebsverlust zumindest teilweise wieder auffangen kann. In Portugal hatte die Scuderia daher ein Teilepaket mitgebracht, mit dem man Daten sammeln wollte.

Ferrari

Diese Illustration zeigt die Verschnörkelung vor den Hinterreifen gut Zoom

Diese Teile waren in Einklang mit dem Reglement für 2021 und bestanden aus einem Unterboden mit den diagonalen Aussparungen vor den Hinterreifen, schmaleren Bremsschacht-Finnen und kürzeren Diffusorstreben.

Dass man diese Teile unter echten Bedingungen testen kann, verschafft dem Team nicht nur Feedback von den Fahrern, sondern auch wertvolle Daten, mit denen man die Korrelation zu den Simulationsmitteln verbessern kann.

Ferrari

Auch am Diffusor werden für 2021 Änderungen vorgenommen werden Zoom

Interessanterweise wies der Unterboden einen geschnörkelten Abschnitt vor den Hinterreifen auf, der den Luftstrom aufrollen und die Turbulenzen von den Reifen stören soll. Normalerweise übernehmen die Schlitze in dieser Region die Aufgabe, aber das wird mit dem neuen Reglement nicht länger möglich sein.

Gleichzeitig wies der Diffusor kürzere Streben auf, die mehr als 50 Millimeter über der Referenzebene liegen müssen. In Konsequenz installierte Ferrari drei vertikale Streben anstatt der üblichen zwei, die sonst im Diffusor angebracht sind.

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