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  • 09.10.2016 · 03:57

  • von Craig Scarborough & Dieter Rencken (Haymarket)

Formel-1-Technik: Mercedes stößt an seine Grenzen

Der technische Überblick beim Grand Prix von Japan: Warum Mercedes an seine Grenzen stößt und welche letzten Updates neu an die Autos geschraubt wurden

(Motorsport-Total.com) - Bei der Untersuchung des Motorschadens von Lewis Hamilton beim Grand Prix von Malaysia in Sepang vor einer Woche stößt das Mercedes-Team an seine Grenzen. Denn der Motor wurde durch die extrem temperaturintensive Reibung so zerstört, dass es selbst mit den am höchsten entwickelten forensischen Methoden kaum noch möglich ist, der ursprünglichen Ursache auf den Grund zu gehen.

Der Motor traf am Dienstag in der Fabrik in Brixworth ein. Seither erhält Sportchef Toto Wolff in Suzuka jeden Tag einen E-Mail-Bericht vom Fortschritt der Untersuchung, "teilweise zu den ungewöhnlichsten Zeiten". Das zeige, wie hart hinter den Kulissen gearbeitet wird. Aber mehr als dass wohl ein defektes Kurbelwellenlager einen Zylinder hochgehen hat lassen, konnte bisher nicht zuverlässig herausgefunden werden.

Mercedes tappt also im Dunkeln, denn weswegen das Kurbelwellenlager sich festgerieben hat, ist nicht bekannt. Also wurden für den Grand Prix von Malaysia Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Erstens: Sowohl das Werksteam als auch die Kundenteams verwenden ein dickflüssigeres Motoröl als in Malaysia. Das kostet fünf bis acht PS Leistung, bringt aber eine bessere Schmierung und somit weniger Defektrisiko.


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Zweitens: Die Kundenteams bekommen die neueste Ausbaustufe nicht, die Hamilton schon seit Spa-Francorchamps fährt. Diese hätte in Suzuka eigentlich überall debütieren sollen. "Wir hatten geplant, neue Motoren einzusetzen. Die verwenden wir jetzt nicht, sondern wir bleiben bei den alten Motoren", bestätigt Williams-Technikchef Pat Symonds.

Drittens: Mercedes verändert die Betriebsparameter des Motors für Suzuka. Heißt im Klartext: Der aggressive Strat-5-Modus kommt nicht zum Einsatz. Das kostet im Qualifying am meisten Zeit, wirkt sich im Rennen weniger dramatisch aus.


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Aber die Empfehlung scheint nur für das Werksteam zu gelten, denn: "Für uns hat sich nichts verändert", wundert sich Felipe Massa. "Für das Werksteam vielleicht, aber wir Kundenteam machen nichts anders als bei den letzten Rennen."

"Großes Kopfzerbrechen bereiten uns die Modi, die wir fahren, nicht", ergänzt Symonds. "Aber bis hundertprozentig geklärt ist, was mit Hamiltons Motor in Malaysia passiert ist - bisher kennen wir die Ursache nur teilweise -, müssen wir ein Auge darauf werfen."

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