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Formel-1-Rookie Nyck de Vries verklagt: Es geht um eine Viertelmillion

Der Immobilienmillionär Jeroen Schothorst bringt Nyck de Vries vor Gericht - Grund ist der Streit um ein Darlehen aus dem Jahr 2018, das de Vries' Karriere fördern sollte

(Motorsport-Total.com) - Formel-1-Pilot Nyck de Vries wird von einem niederländischen Immobilienmagnaten verklagt. Gegenstand der Klage ist ein Darlehen in Höhe von 250.000 Euro, das er zur Unterstützung seiner Nachwuchskarriere aufgenommen hatte.

Nyck de Vries

Sein erste volles Formel-1-Jahr startet für Nyck de Vries mit einer Klage Zoom

De Vries wird in diesem Jahr mit AlphaTauri Vollzeit in der Formel 1 fahren und dort Pierre Gasly ersetzen, der seinerseits zum Team von Alpin gewechselt ist.

Mit 27 Jahren ist de Vries einer der ältesten Rookies der jüngeren Vergangenheit. Das Cockpit sicherte er sich, nachdem er bei seinem Formel-1-Debüt in Monza - als Ersatz für den erkrankten Alex Albon - im Williams auf Platz neun gefahren war.

Darlehen diente der Förderung von de Vries

Nun aber wird de Vries von Jeroen Schothorst vor einem niederländischen Gericht verklagt. Dieser behauptet, der AlphaTauri-Pilot habe Informationen zurückgehalten und gegen Vereinbarungen im Zusammenhang mit einem Darlehensvertrag von 2018 verstoßen.

Ihn schloss de Vries mit Schothorsts Investmentgesellschaft Investrand. Laut der niederländischen Zeitung 'FD' nahm er ein Darlehen in Höhe von 250.000 Euro auf, um sich in dem betreffenden Jahr einen Platz bei Prema in der Formel 2 zu sichern.

Die Vereinbarung sah angeblich eine Verzinsung von drei Prozent pro Jahr sowie eine Beteiligung an den künftigen Einnahmen aus seinen Formel-1-Aktivitäten vor. Außerdem sei festgelegt worden, dass das Darlehen erlassen wird, wenn de Vries 2022 nicht in der Formel 1 fährt, heißt es in dem Bericht weiter.

Jetzt macht Schothorst de Vries Vorwürfe

De Vries habe Zahlungen in Höhe von 190.000 Euro vorgenommen, aber da er für 2022 keinen Formel-1-Vertrag hatte, ging er davon aus, dass das Darlehen gemäß der Vereinbarung abgeschrieben würde.

Schothorst behauptete jedoch diese Woche vor Gericht, dass de Vries es versäumt habe, die erforderlichen Informationen über seine Einkünfte und Verträge während der Laufzeit des Darlehens vorzulegen. Er fordert nun diese Angaben, einschließlich der derjenigen zu seinem Formel-1-Vertrag mit AlphaTauri.

Schothorst ficht auch die Definition von de Vries' Test- und Reservetätigkeit in der Formel 1 im vergangenen Jahr an, als der 27-Jährige offiziell für Mercedes arbeitete und bei Bedarf für die Kundenteams Williams und Aston Martin einsprang.

Kein böses Blut, trotzdem Gerichtsprozess

"Zunächst möchte ich sagen, dass ich es für Nyck fantastisch finde, dass er als Formel-1-Fahrer erfolgreich geworden ist und dass beim Grand Prix der Niederlande im August zwei niederländische Fahrer an den Start gehen werden", sagte Schothorst in einer Erklärung, die er den niederländischen Medien übermittelte.

"Wir haben in De Vries' Karriere in einem entscheidenden Moment investiert, als niemand anderes mehr Lust dazu hatte. Wir haben jetzt unterschiedliche Meinungen über die Auslegung der Vereinbarung, die wir damals miteinander geschlossen haben."

"Solche Dinge passieren, und deshalb kommen wir leider nicht umhin, die Angelegenheit vor Gericht zu bringen. Es wäre uns wirklich lieber gewesen, wenn es anders gelaufen wäre, aber das ändert nichts daran, dass ich Nyck als Motorsportfan alles erdenklich Gute für die Fortsetzung seiner Karriere wünsche."

Schothorst soll Rückzahlung abgelehnt haben

De Vries bestreitet die Vorwürfe und betont, Schothorst alle notwendigen Informationen über seinen Vertrag gegeben zu haben. Zudem soll er bereit gewesen sein, ihn auszuzahlen.

So berichtet 'De Telegraaf' unter Berufung auf de Vries' Anwalt, Jeroen Bedaux, dass der Formel-1-Fahrer vorgeschlagen habe, das Darlehen in Höhe von 250.000 Euro zusätzlich zu den bereits gezahlten Zinsen in Höhe von 190.000 Euro zurückzuzahlen. Aber dieser Vorschlag sei von Schothorst abgelehnt worden.

"Alles deutet darauf hin, dass Investrand es nicht verkraften kann, dass de Vries im Jahr 2023 und nicht im letzten Jahr der Vereinbarung Formel-1-Fahrer wurde", sagte Bedaux am Dienstag vor Gericht. Dass de Vries das Angebot von Schothorst, sein Formel-1Manager zu werden, höflich ablehnte, sei ein weiterer Faktor.

Ein Urteil des Amsterdamer Gerichts wird für Anfang Februar erwartet.