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  • 29.10.2016 · 21:03

  • von Christian Nimmervoll & Fabian Hust

Formel 1 Mexiko 2016: Hamilton souverän auf Pole-Position

Nico Rosberg reißt das Ruder in letzter Sekunde zwar noch rüber, aber Lewis Hamilton ist im Qualifying zum Grand Prix von Mexiko letztendlich unschlagbar

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton hat sich beim Grand Prix von Mexiko (Formel 1 2016 live im Ticker) im Stile eines Weltmeisters die Pole-Position gesichert. Sein Rivale im Kampf um den WM-Titel, Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg, sah über weite Strecken angezählt aus, sicherte sich am Ende aber den für ihn so wichtigen Platz in der ersten Startreihe. Und Sebastian Vettel (Ferrari) landete nach der ermutigenden Freitagsbestzeit nur auf Rang sieben.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Max Verstappen

Nico Rosberg, Polesetter Lewis Hamilton und Max Verstappen in Mexiko 2016 Zoom

Rosberg war Sechster in Q1, Fünfter in Q2 und Vierter nach dem ersten Q3-Run, als Hamilton längst Kurs auf die Pole-Position nahm. Doch während Hamilton in seinem zweiten Q3-Versuch um 0,006 Sekunden hinter seiner eigenen Bestzeit von 1:18.704 Minuten zurückblieb, konnte Rosberg zulegen und gerade noch an beiden Red Bulls vorbeigehen. Am Ende fehlten ihm 0,254 Sekunden auf die Bestzeit, aber das Minimalziel war erreicht.

"Ich bin relativ zufrieden, immerhin die erste Reihe", sagt Rosberg. "Lewis war einfach zu schnell heute, aber am Ende habe ich halbwegs meinen Weg gefunden." Mercedes-Boss Niki Lauda gibt zu, dass man sich um Rosberg "große Sorgen" gemacht habe. Denn: Im Gegensatz zu Hamilton bekam Rosberg seine Reifen nicht auf Temperatur - obwohl der Asphalt im Qualifying (55 Grad) viel heißer war als noch im Abschlusstraining (23 Grad).

Laudas Theorie: Hamiltons aggressivere Fahrweise bringt die Reifen schneller auf Temperatur, was bei so kritischen Bedingungen wie in Mexiko dann den Unterschied machen kann. "Nico hat dieses Fenster nicht getroffen", sagt er. Rosberg bestätigt: "Meine Reifentemperaturen waren das ganze Wochenende auf der kalten Seite." Aber was im Qualifying ein Fluch war, kann im Rennen zum Segen werden: "Vom zweiten Platz ist alles möglich!"

Hamilton war laut Lauda "perfekt" unterwegs. Aber als Rosberg noch auf P2 fuhr, dämpfte das die Freude des Polesetters merklich. "Ich fühle mich sehr stark, habe Freude am Fahren. Mehr kann ich nicht tun", sagt Hamilton nüchtern. "Aber meine Aufgabe habe ich dieses Wochenende bisher gut erledigt." Wichtig: Beide Mercedes kamen auf den mittleren Soft-Reifen durch Q2 und haben damit im ersten Rennstint einen strategischen Vorteil gegenüber Red Bull.

Max Verstappen (3./+0,350) hatte in Q2 noch Bestzeit erzielt, "aber da ist Mercedes ja Soft gefahren", misst er dem keine allzu große Bedeutung bei. Die 0,096 Sekunden, die ihm zu Rosberg fehlen, ärgern ihn letztendlich aber doch, weil er sich im zweiten Q3-Run unnötigerweise nicht mehr steigern konnte: "Schade, dass ich in Q3 die letzte Runde nicht ganz zusammengebracht habe, sonst wäre die erste Reihe möglich gewesen."

Teamkollege Daniel Ricciardo (4./+0,429) ist verwundert darüber, überhaupt in der zweiten Reihe zu stehen: "Ich habe keine Ahnung, wie ich der Pole so nahe kommen konnte. Die Balance war furchtbar." Bis zur sechsten Kurve lag er vier Zehntelsekunden hinter seinem eigenen Delta, trotzdem reichte es für eine Verbesserung. Jetzt hofft er, am Start mit den weicheren Reifen gegenüber Mercedes im Vorteil zu sein: "Es ist ein weiter Weg bis zur ersten Kurve. Das hilft."

Nico Hülkenberg (Force India) hat ganz andere Ziele, nämlich endlich mal eine erste Kurve nach einem gelungenen Qualifying unbeschadet zu überstehen. Nach P7 in Austin reichte es diesmal sogar zu P5, nur 0,626 Sekunden hinter der Pole-Position und 0,046 Sekunden vor Kimi Räikkönen (Ferrari). "In Q3 haben wir den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Runde war perfekt", strahlt er. "Dass wir die Ferraris schlagen, hätten wir nicht erwartet. Es läuft einfach gerade gut."

Und bei Ferrari umso schlechter. Dass Räikkönen am Ende nicht mehr zulegen konnte, war wohl auch eine technische Fehlfunktion. "Ich habe nicht vollen Speed", funkte er verzweifelt, und die Antwort vom Team lautete: "Motorproblem." Zwar droht deswegen kein Wechsel der Antriebseinheit, aber nach den starken Trainingsleistungen ist die Ratlosigkeit bei Ferrari groß: "Ich weiß nicht, was los war. Q1 war noch ganz gut, aber danach wurde es immer schlechter."

Auch bei Teamkollege Sebastian Vettel (7./+0,677), der am Ende froh sein musste, zumindest noch Valtteri Bottas (8./Williams/+0,847) überholt zu haben. "Bitter, denn das Auto ist viel besser als Platz sechs oder sieben", weiß Vettel, in seinen ersten TV-Interviews sichtlich genervt. Sollten die FIA-Rennkommissare besonders streng sein, könnte ihm wegen Blockade von Hamilton in Q2 sogar eine Strafe drohen. "Meine Schuld", gibt Vettel zu.

Ein Drama lieferte in Mexiko das Haas-Team ab. Esteban Gutierrez, zu dem Zeitpunkt 16. der Q1-Wertung, drehte sich - und dachte insgeheim vielleicht einen Sekundenbruchteil darüber nach, im Stile von Michael Schumacher ("Rascasse-gate") seine Position abzusichern, wenn bis zum Ende gelbe Flaggen geschwenkt werden. Doch er fuhr gleich wieder los und wurde 17. Nur: Die Aktion machte ausgerechnet seinem Teamkollegen Romain Grosjean (21.) die schnelle Runde kaputt.

Auch der zweite Mexikaner im Feld, Sergio Perez, konnte die Erwartungen seiner Landsleute (über 100.000) nicht erfüllen. Der Force-India-Pilot ließ es in Q2 auf die letzte Runde auf Supersoft ankommen, doch während Hülkenberg souverän ins Top-10-Finale einzog, leistete er sich einen Fehler beim Bremsen und kam so nicht über P12 hinaus. Vor ihm klassiert: Felipe Massa (9./Williams), Carlos Sainz (10./Toro Rosso) und Fernando Alonso (11./McLaren).

Seine vielleicht beste Qualifying-Leistung des Jahres lieferte diesmal Pascal Wehrlein (Manor) ab. Das Stallduell gegen Esteban Ocon gewann er in Q1 um satte 0,518 Sekunden. Das bedeutete den Einzug ins Q2, in dem er nach dem ersten Run sogar an 14. Stelle lag. Am Ende wurde es Platz 16, nur drei Hundertstelsekunden hinter Jenson Button (McLaren). Selbst auf P14 (Renault-Pilot Kevin Magnussen) fehlte dem Deutschen nur eine Zehntelsekunde.

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