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Formel 1 Japan 2015: Hamilton siegt vor Teamkollege Rosberg

Mercedes meldet sich in Suzuka zurück: Lewis Hamilton bezwingt Nico Rosberg mit harter Fahrweise - Sebastian Vettel wird Dritter - Fernando Alonso blamiert Honda

(Motorsport-Total.com) - Der Fluch von Suzuka ist gebrochen: Weltmeister Lewis Hamilton hat am Sonntag beim Japan-Grand-Prix den 41. Rennerfolg seiner Formel-1-Karriere gefeiert, zum zweiten Mal nach 2014 auf der Traditionsbahn vor den Toren Nagoyas gewonnen, nach Siegen mit seinem Vorbild Ayrton Senna gleichgezogen und seine WM-Führung (zum kompletten Stand) ausgebaut. Schlüssel zum Sieg war für den Briten ein beinhartes Manöver gegen Teamkollege Nico Rosberg direkt nach dem Start. Anschließend kontrollierte er die Szenerie in souveräner Manier (das Japan-Resultat mit allen Details und weiteren Statistiken!).

Hamilton jubelt über einen persönlichen Meilenstein noch (mehr Zahlen, Daten und Fakten in der Datenbank), der ihm in der Gesamtwertung einen 48-Punkte-Vorsprung auf den Stallrivalen beschert: "Ich bin so glücklich. Ich hatte einen großartigen Start, auch wieder dank des Teams und seiner harten Arbeit, um sicherzustellen, dass wir gut wegkommen. Auf die Strecke zu kommen, wo ich Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) fahren gesehen habe, und dort seine Anzahl an Siegen einzustellen, kann ich nicht wirklich beschreiben. Es fühlt sich unwirklich an."

Was sich Hamilton in Kurve eins erlaubte (die ganze Chronologie zum Nachlesen), dürfte bei Mercedes intern zu Diskussionen führen. Der WM-Leader erwischte den besseren Start und gelangte bis zum ersten Einlenkpunkt neben den von der Pole-Position gestarteten Rosberg. In der ersten Rechtskurve bot der Deutsche noch Paroli und verteidigte sich auf der Außenbahn, im zweiten Knick hatte er das Nachsehen. Hamilton, zu diesem Zeitpunkt bereits vorne, ließ am Ausgang außen keinen Platz und zwang Rosberg mit zwei Rädern auf den Grünstreifen.

Seine Enttäuschung konnte er nicht verbergen, zumal die Aussichten auf den ersten WM-Titel seiner Karriere immer trüber werden: "Es geht definitiv in die falsche Richtung. Ich hätte gewinnen müssen. Das war wichtig, hat aber nicht funktioniert", beklagt Rosberg und hält sich mit Kritik an Hamiltons Fahrstil zunächst zurück: "Sehr enttäuschend, nachdem ich von der Pole gestartet bin. Im Duell musste ich vor der zweiten Kurve zurückstecken. Ich hab die Szene noch nicht im Fernsehen gesehen, es war sehr eng."

Rosberg verlor anschließend zwei weitere Positionen an Sebastian Vettel und Valtteri Bottas. Dass es doch noch zum achten Doppelerfolg der Saison für Mercedes kam, war einer kämpferischen Leistung Rosbergs zu verdanken. Obwohl er beim ersten Boxenstopp noch hinter Bottas blieb, weil Williams die Silberpfeile mit einem extrem frühen Reifenwechsel foppte, kassierte er den Finnen kurz darauf auf der Strecke.

Mit einem Überraschungsangriff vor der Schlussschikane hatte Bottas nicht gerechnet. Vettel war beim zweiten Halt bei der Crew fällig, weil der so genannte Undercut funktionierte. Eine freie Runde auf frischen Pneus genügte Rosberg, um den Landsmann hinter sich zu bringen.

Pikante Randnotiz im Duell Rosberg versus Vettel: Obwohl der Ferrari-Star einmal in die DRS-Zone kam, war diese Szene im TV nicht zu sehen. Überhaupt tauchte das Mercedes-Team auffällig selten im Bild der Weltregie auf. Es machte das Gerücht die Runde, dass die Aktion Retourkutsche Bernie Ecclestones sein könnte. Der Formel-1-Boss soll verärgert sein, dass Mercedes Red Bull in der kommenden Saison keine Motoren liefern will, die ihrerseits mit dem kompletten Rückzug aus der Königsklasse drohen.

Allen Querelen zum Trotz: Mercedes demonstrierte in Japan eindrucksvoll, dass die Probleme in Singapur vor einer Woche ausschließlich mit der Charakteristik der Strecke zu tun hatten. "Ich bin komplett glücklich", erklärt Aufsichtsratsboss Niki Lauda und nennt die Schwächephase "vorbei". Auch Hamilton atmet auf und ist froh, dass der Titelkampf ein silberner bleibt: "Es war wichtig, dass wir zurückschlagen konnten, weil Ferrari im vergangenen Rennen unglaublich schnell war", so der Brite.

Vettel, der bis Rennende in Schlagdistanz zu Rosberg blieb, aber mit der erwähnten Ausnahme die DRS-Zone erreichte, ist klar, dass gegen die Silberpfeile kaum etwas auszurichten war: "Mit Nico war es eng, wir hatten die Chance. Aber im Nachhinein redet es sich einfach. Alles in allem bin ich glücklich." Auch erkennt Vettel positive Tendenzen im Saisonverlauf: "Es geht klar in die richtige Richtung. Mercedes hat ein tolles Auto, sie sind schwer zu schlagen. Aber wir sind besser, als viele erwartet haben."

Hauptargument für die Vettel-These: Ferrari etablierte sich als zweite Kraft, weil Kimi Räikkönen zwar einmal mehr das Tempo seines Teamkollegen nicht mitzugehen vermochte, sich aber im finnischen Zweikampf gegen Bottas mit einiger Mühe durchsetzte. Der Williams-Pilot wurde Fünfter und schien nach einem starken Qualifying das Maximum aus dem FW37 herausgeholt zu haben.

Nico Hülkenberg fuhr von Startplatz 13 kommend ein unauffälliges Rennen, sorgte mit Rang sechs aber für das - gemessen an seinen Möglichkeiten - perfekte Ergebnis. Nach einem tollen Start setzte sich der Force-India-Pilot in den Top 10 fest und spulte die Renndistanz souverän herunter. "Auf den ersten Metern hat sich entschieden, ob Sieg oder Niederlage. Ich war dann Achter. Das ist auf einer Strecke, auf der man nicht gut überholen kann, wichtig. Ich bin also sehr zufrieden", meint Hülkenberg.

WM-Punkte sammelten ebenfalls die Lotus-Piloten Romain Grosjean (7.) und Pastor Maldonado (8.) sowie die Toro-Rosso-Fahrer Max Verstappen (9.) und Carlos Sainz (10.). Nach der Teamorder-Affäre von Singapur gelang dem Niederländer kurz vor Schluss ein unstrittiges Manöver gegen den mit Bremsproblemen kämpfenden Spanier.

Dass Fernando Alonso Elfter wurde, war für McLaren-Honda bei einem blamablen Heimspiel auf der Hausbahn des Automobilkonzerns noch schmeichelhaft. Der Ex-Weltmeister und sein Teamkollege Jenson Button (16.) waren auf den Geraden hilflose Opfer der Konkurrenz. Alonso schimpfte im Boxenfunk sogar über einen "GP2-Motor" im Heck und fluchte: "Das ist peinlich!" An der Box hörte der angereiste Honda-Boss jedes Wort des unter dem Helm fuchsteufelswilden Piloten.

Bereits nach wenigen Metern war das Rennen für Sergio Perez (Force India/12.), Daniel Ricciardo (Red Bull/15.) und Felipe Massa (Williams/17.) gelaufen. Während der Mexikaner sich einen Reifenschaden beim Kontakt mit Sainz einhandelte und viel Zeit verlor, sorgten der Australier und der Brasilianer im direkten Duell für lädierte Pneus. Beim Zurückschleichen an die Box verloren die beiden massiv an Boden, Massa wurde sogar überrundet. Daniil Kwjat (Red Bull/13.) gelang nach massivem Qualifying-Crash und Boxengassen-Start nach Chassis-Wechsel eine Aufholjagd.

Einziger Ausfall im Rennen war Sauber-Fahrer Felipe Nasr, der sein Auto kurz vor Ende des Rennens mit technischen Problemen abstellen musste. Einen Schreckmoment gab es in der 46. Runde, als sich Manor-Marussia-Pilot Alexander Rossi (18.) nach der mit weit über 250 km/h durchfahrenen 130-R-Kurve drehte, quer über die Strecke rutschte, sein Auto aber meisterhaft abfing. Das alleine war ein Jahr dem tödlichen Unfall Jules Bianchis an Ort und Stelle aufregend genug, doch zu allem Überfluss befand sich Teamkollege Will Stevens (19.) im Anflug und fand nur mit viel Glück einen Weg vorbei am Rossi-Boliden.

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