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Ex-Fahrer als Stewards: Prost begrüßt Novum

Ab dieser Saison sitzt jeweils ein ehemaliger Formel-1-Fahrer in der Rennleitung - Alain Prost begrüßt diesen Schritt und macht in Bahrain den Anfang

(Motorsport-Total.com) - Der Automobilweltverband FIA hat sich dazu entschieden, ab dieser Formel-1-Saison an die Seite der drei Rennkommissare einen ehemaligen Formel-1-Piloten zu setzen. Da die Kommissare nur selten über Erfahrungen als Rennfahrer verfügen, sollen sie die Kompetenz der Stewards ergänzen und die Entscheidungen bei strittigen Fragen erleichtern. Kontroverse Entscheidungen sollen damit nach Möglichkeit in Zukunft vermieden werden.

Alain Prost

Alain Prost - selbst in kontroverse Situationen verwickelt - ist nun Steward

Alain Prost ist beim Rennwochenende in Bahrain als Erster an der Reihe. Der Franzose begrüßt die Entscheidung des Automobilweltverbandes: "Das ist eine gute Sache", so der ehemalige Formel-1-Weltmeister im Interview mit der 'BBC'. "Jean (Todt, FIA-Präsident; Anm. d. Red.) und ich haben schon viele Male darüber diskutiert, dass ein ehemaliger Fahrer Anteil an der Entscheidung haben sollte. Es ist wichtig, dass die FIA auf die Erfahrung von Rennfahrern zurückgreifen kann."#w1#

Die Einführung der Ex-Formel-1-Piloten-Stewards, die übrigens volles Stimmrecht haben, ist eine Initiative des neuen FIA-Präsidenten Jean Todt, die im Fahrerlager mehrheitlich begrüßt worden ist. Prost ist so begeistert, dass er höchstwahrscheinlich auch bei weiteren Rennen im Verlauf der Saison diese Tätigkeit ausüben wird. Auch Johnny Herbert, Heinz-Harald Frentzen und Alexander Wurz haben bereits zugesagt.

Der 55-jährige Prost will sich allerdings noch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen: "Es ist ein Experiment, wir werden sehen, wie es funktioniert. Meiner Meinung nach ist es jedoch wichtig, dass die FIA auf die Erfahrung eines Rennfahrers zurückgreifen kann. Normalerweise sind die Stewards nie ein Rennen gefahren. Wir sollten das jedoch unabhängig davon nicht überschätzen. Sie kennen die Regeln und verfügen über die Erfahrung. Das wird also eine gute Kombination sein."

Man wolle in Zukunft vermeiden, dass ein Fahrer eine harsche Strafe kassiert, obwohl es sich lediglich um einen normalen Zwischenfall in einem Rennen handelt: "Und wir wollen vermeiden, dass es sehr üble Manöver gibt, die ohne Bestrafung bleiben, so wie dies in der Vergangenheit häufig der Fall war."

Der Automobilweltverband FIA möchte ab dieser Saison zudem Entscheidungen beschleunigen. So soll es seltener vorkommen, dass eine Entscheidung, die sich auf das Ergebnis des Rennens auswirkt, sich bis nach dem Ende des Rennens hinzieht. Nach Möglichkeit sollen die Fans schon beim überqueren der Ziellinie aller Autos wissen, wie das Rennen ausgegangen ist.