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"Dieses gewisse Extra": Viel Lob für Hülkenberg nach P3 im Qualifying

Formel-1-Rückkehrer Nico Hülkenberg glänzt im Qualifying in Silverstone mit Platz drei für Racing Point, Lob für den Deutschen gibt es von allen Seiten

(Motorsport-Total.com) - Es seien "verrückte sieben oder acht Tage" gewesen, sagt Nico Hülkenberg. Kein Wunder: Noch vor etwas mehr als einer Woche war er kein Formel-1-Fahrer. Und jetzt steht er in der Startaufstellung zum Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone (hier im Liveticker verfolgen!) auf der dritten Position. Ein Ergebnis, das ihn selbst "ein bisschen überrascht", so sagt Hülkenberg.

Nico Hülkenberg

Racing-Point-Fahrer Nico Hülkenberg nach dem dritten Platz im Qualifying Zoom

Mit 1:26.082 Minuten büßte er zwar 0,928 Sekunden auf Pole-Mann Valtteri Bottas im Mercedes ein, fuhr im Racing Point RP20 als Ersatzmann für den an COVID-19 erkrankten Sergio Perez aber auf die erste Verfolgerposition hinter dem Mercedes-Duo um Bottas und Lewis Hamilton. Vorsprung auf Max Verstappen auf Rang vier: fast genau eine Zehntelsekunde.

Seinen Racing-Point-Teamkollegen Lance Stroll hatte Hülkenberg am Ende ebenfalls deutlich im Griff, um gut zweieinhalb Zehntel. Und Stroll erkannte diese Leistung an: "Nico", so sagte nach dem Qualifying, "hat das herausragend gemacht."

Hülkenberg: Das Rennen kommt erst noch!

Das sieht auch Formel-1-Experte Ralf Schumacher so. Er meinte bei 'Sky': "Wenn einer wiederkommt, aus der Teilzeitrente, und er schlägt den [Stammfahrer], dann ist das natürlich nicht toll [für den Stammfahrer]. Nico hat das super gemacht. Ich glaube, im Rennen kann er noch mehr von seinem Potenzial zeigen, wenn er gut reinkommt."

Doch gerade, weil das Rennen noch nicht gefahren ist, gibt sich Hülkenberg selbst zurückhaltend. Er trage ob seiner Qualifyingleistung zwar "ein großes Lächeln im Gesicht", habe aber auch "großen Respekt" vor der Grand-Prix-Distanz am Sonntag.


Fotostrecke: Das Formel-1-Comeback von Nico Hülkenberg in Bildern

Hülkenberg erklärt: "Es wird definitiv schmerzhafter werden, wo mir doch die Erfahrung von vergangener Woche fehlt und ich nicht die Abläufe beim Start und allem durchgehen konnte. Für mich ist alles noch immer neu mit dem Auto, aber wir werden tun, was wir können."

Konkurrenz lobt Hülkenberg: "Wirklich stark!"

Er werde versuchen, das Auto "dort zu halten, wo es hingehört", meint Hülkenberg. Und sollte es ihm tatsächlich gelingen, den dritten Platz bis ins Ziel zu verteidigen, er stünde zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere auf dem Treppchen.

Vorerst aber zollt ihm die Konkurrenz ihren Respekt für das Abschneiden im erst zweiten Qualifying nach dem kurzfristigen Formel-1-Comeback. Mercedes-Teamchef Toto Wolff etwa sagt, man müsse Hülkenberg "wirklich loben", weil er "wirklich stark" aufgetreten sei.


Fotos: Nico Hülkenberg, Grand Prix zum 70-jährigen F1-Jubiläum


Und Ex-Weltmeister Jenson Button findet, Hülkenberg habe "dieses gewisse Extra". Auch Button schwärmt bei 'Sky': "Er hatte keine Vorbereitung auf diese Saison, was die Arbeit mit dem Team oder seine Fitness anbelangt. Hier bei seinem zweiten Wochenende das Auto auf P3 zu stellen, das war schon eine herausragende Runde."

Hülkenberg zufrieden mit "kleinem Highlight"

"Er fährt ja gegen ein paar wirklich großartige Leute im Kampf um P3, gegen Max Verstappen, gegen Daniel Ricciardo. Beide sind absolut bei der Musik, aber er gibt ihnen eineinhalb Zehntel mit."

Hülkenberg erklärt diese Leistung damit, sich im RP20 schon "viel wohler" zu fühlen als noch vorige Woche bei seinem "Kaltstart" ohne nennenswerte Vorbereitung. Er sagt aber auch: "Es ist gerade mal Samstag. Dann kommt der Sonntag, darauf kommt es am meisten an."

"Es ist auf jeden Fall ein schönes, kleines Highlight. Es ist aber noch nicht an der Zeit, um in Jubel auszubrechen, denn morgen ist der große Tag. Und ich bin natürlich nur ein temporärer Gast hier, also sind die Erwartungen ein bisschen anders. Ich nehme es einfach mit", sagt Hülkenberg.

So habe er es auch im Qualifying gemacht: Nach einem Fahrfehler in Q2 im Abschnitt Chapel, bei dem er sich "das Leben schwer gemacht" hatte, legte er in Q3 noch einmal nach. "Ich habe dann einfach an fast nichts gedacht", meint Hülkenberg. "Ich habe einfach nur alles gegeben. Und ja, ich bin ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis."

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