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Claire Williams: Formel 1 braucht weniger Rennen, nicht mehr

Claire Williams plädiert für weniger Rennen, das würde nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Nähe zum Formel-1-Fan stärken - Das Rennformat befürwortet sie

(Motorsport-Total.com) - Hanoi, Buenos Aires oder Miami? Die Formel-1-Rechteinhaber haben anscheinend große Zukunftspläne. Dennoch steht die Königsklasse vor einer prinzipiellen Frage: Soll der Rennkalender noch weiter ausgebaut werden, oder besinnt sich der Zirkus auf traditionelle Kernmärkte zurück?

Claire Williams

Claire Williams wäre über eine Ausweitung des F1-Kalenders nicht glücklich Zoom

Unter der Führung von Liberty Media scheint ersteres auf dem langfristigen Plan zu stehen. Bereits des Öfteren ist die magische Grenze von 25 Rennen pro Saison in der Debatte gefallen. Die Teamchefs sind davon nur mäßig begeistert, bedeutet diese Erweiterung natürlich auch Mehrkosten. Claire Williams spricht nun Klartext. Die Britin, die das Familienunternehmen mittlerweile führt, wünscht sich eine Rückbesinnung.

"Ich denke, wir sind nahe am Limit dran", erklärt die Tochter von Teamgründer Frank Williams im Rahmen der Testfahrten in Barcelona. Aus Sicht der Teamchefin denkt sie zuerst an ihr Personal. Die knapp 600 Angestellten seien "der Schlüssel zum Erfolg", als Chefin muss sich Williams um ihr Wohl kümmern. Es sei laut der Britin zu viel verlangt, sie 25 Rennwochenenden im Jahr auf Reisen zu schicken.

Exklusivität soll Fanbindung stärken

Bereits mit 21 Rennen pro Jahr kommen die Teams an personelle Grenzen, öfters war bereits die Rede von zwei Schichten, die sich mit der Arbeit abwechseln könnten. "Es ist natürlich toll, wenn man das Budget für eine zweite Mannschaft aufbringen kann und das Personal dadurch an 30 oder mehr Rennwochenende entlasten kann. Aber ich denke nicht, dass wir dafür unser Geld ausgeben sollten." Zumal das Privatteam keineswegs über die Millionenbeträge verfügt, wie etwa Ferrari und Mercedes. Das Budget des Teams beläuft sich auf kolportierte 135 Millionen Euro pro Saison, weniger als die Hälfte der Topteam-Budgets..

Williams sieht allerdings nicht nur ein finanzielles Problem, sie ist ebenso kritisch was die Bindung der Fans betrifft. "Die Fans möchte man wieder näher heranführen. Brauchen wir dafür also 30 Rennen, damit die Fanbindung wieder stärker wird?", fragt sie sich und beantwortet dies im gleichen Atemzug: "Ich bin sicher, Leute fühlen sich dem Sport verbunden, wenn dieser exklusiver ist und es weniger Rennen gibt." Sie selbst spricht sich klar für einen schlankeren Rennkalender aus.


Fotostrecke: Was wurde aus alten Formel-1-Strecken?

Liberty Media überdenkt jedoch nicht nur die Anzahl der Rennen, auch das Rennformat selbst wird einer Prüfung unterzogen. Williams ist damit grundsätzlich zufrieden, auch die limitierte Anzahl der Testmöglichkeiten unterstützt sie. "Wir alle benötigen die Freitagstrainings. Die könnte man aber etwas umkrempeln, um mehr Unterhaltung für die Fans zu bieten", denkt sie an.

"Aber ich denke wir sind an einer Grenze angelangt, die machbar ist und toleriert wird. Im Endeffekt geht es um die Leute, die fit sein müssen, um ihren Job auszuüben", kommt sie wieder auf das Thema Personal zurück. Bei 25 Rennen wäre für sie bereits eine Obergrenze erreicht. Nachsatz: "Wenn nicht bereits bei der aktuellen Anzahl."

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