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Christian Horner: Verstappen hat seit 2021 noch einen Schritt gemacht

Red-Bull-Teamchef Christian Horner resümiert die Erfolgssaison 2022 und analysiert, was auf Team- und auf Fahrerebene den Unterschied gemacht hat

(Motorsport-Total.com) - Schaut man sich die dominante Saison von Red Bull in diesem Jahr an, vergisst man leicht, dass es für das Team ein langer Weg zurück an die Spitze war. Immerhin datierte der letzte Konstrukteurstitel auf das Jahr 2013. 2021 unterlag man noch knapp Mercedes, holte aber mit Max Verstappen den Fahrertitel.

Max Verstappen, Christian Horner, Helmut Marko, Sergio Perez

Horner, Verstappen und Co. erlebten bei Red Bull eine Saison der Superlative Zoom

In dieser Formel-1-Saison sicherte sich Red Bull schließlich beide Titel. Auf die Frage, was den Unterschied in diesem Jahr machte, sagt Teamchef Christian Horner: "Es liegt an den Leuten. Ich glaube, das Team ist das stärkste, das Red Bull je hatte."

"Und ich glaube, dass wir technisch und operativ im gesamten Unternehmen stark sind", fährt er fort. "Jeder ist die Extrameile gegangen, die nötig ist, um solche Ergebnisse zu erzielen, wie wir es gegen Gegner von Weltklasse getan haben. Und niemand hat nach den vergangenen acht Jahren das Ziel aus den Augen verloren."

"Jeder ist fokussiert und entschlossen geblieben. Und wenn sich uns die Gelegenheit bot, haben wir sie mit beiden Händen ergriffen", beschwört Horner den Teamgeist bei Red Bull.

Nach schwachem Saisonstart die Wende geschafft

Auch als diese Saison eher holprig begann, hätten alle an einem Strang gezogen. "Unser Team hat einen erstaunlichen Job gemacht, indem es ein so konkurrenzfähiges Auto auf die Räder gestellt hat und nach dem Doppelausfall in Bahrain wieder auf die Beine gekommen ist", erinnert er an den verkorksten Saisonauftakt.

Damals feierte Ferrari einen Doppelsieg. Charles Leclerc führte die WM nach drei Rennen mit 46 Punkten Vorsprung an. Doch Red Bull holte auf: "Als wir in Imola den Sprint und den Grand Prix gewannen, konnten wir Ferrari wieder unter Druck setzen."

"Wir haben ihnen keine Atempause gelassen. Wir haben das Auto effizient weiterentwickelt und dabei auch ein wenig Gewicht verloren", erklärt Horner die Fortschritte und lobt freilich auch Verstappen: "Max war in diesem Jahr in sensationeller Form."

"Wenn man an einige Rennen in diesem Jahr zurückdenkt, war es in den ersten Rennen so eng mit Ferrari. Man denke nur an Miami, Saudi-Arabien und sogar Bahrain. Es war eine unglaubliche Saison für uns." Am Ende dominierte Red Bull Ferrari deutlich und gewann die WM mit 205 Punkten Vorsprung.


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Verstappen hatte wiederum 146 Zähler Vorsprung auf Leclerc. Er gewann 15 der 22 Grands Prix, was einem neuen Rekord entspricht. "Max ist in diesem Jahr wirklich herausragend gewesen. Nach dem Gewinn der Meisterschaft vor zwölf Monaten hat er einen weiteren Schritt gemacht", hält Horner stolz fest.

Eine Saison der Rekorde für Verstappen und Red Bull

"Und wenn man bedenkt, dass er 15 Grands Prix und zwei Sprintrennen gewonnen hat, ist das... Als ich anfing, waren es nur 17 Rennen. Unglaublich. Als Team haben wir 17 Grands Prix gewonnen, fünfmal den ersten und zweiten Platz belegt, sind Erster und Dritter in der Fahrer- und Konstrukteursweltmeisterschaft."

"Wir haben alle unsere eigenen Rekorde und auch die Rekorde der Formel 1 gebrochen. Ich denke, es war eine Saison mit einigen Höhen und Tiefen, aber wenn man sie als Ganzes betrachtet, war es ein herausragendes Jahr für das Team", bekräftigt Horner.

Einzig die anhaltenden Diskussionen über das umstrittene Saisonfinale 2021 und die Schlagzeilen um den Verstoß der Budgetobergrenze konnten die Erfolgsbilanz trüben. Darauf angesprochen, sagt der Teamchef: "In diesem Sport lernt man immer dazu."


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"Man lernt an den Tagen, an denen man verliert und an denen man gewinnt. Man lernt aus allem, was in diesem Sport passiert. Und das gilt für jeden. Der Tag, an dem man glaubt, alles zu wissen, ist der Tag, an dem man anfängt, rückwärts zu gehen. Es gibt also viele Lektionen, die wir aus diesem Jahr mitnehmen können."

"Aber es gibt auch sehr viel Positives. Es war ein phänomenales Jahr für das Team, für die Fahrer, für unsere Partner", sagt Horner und gedenkt dabei auch Dietrich Mateschitz.

"Leider haben wir in einem Jahr, das unser erfolgreichstes in der Geschichte des Sports war, unseren Gründer verloren. Es ist ihm gewidmet." Mateschitz war am 22. Oktober im Alter von 78 Jahren verstorben. Verstappens Titelsieg in Suzuka erlebte er noch mit.

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