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Brawn: Lauda hat bei Mercedes das Geld für Lewis Hamilton aufgetrieben

Ross Brawn verrät, dass Lewis Hamilton ohne Niki Lauda nicht zu Mercedes gewechselt wäre - Lauda musste nämlich zunächst die finanziellen Mittel auftreiben

(Motorsport-Total.com) - Wie wichtig war Niki Lauda bei der Verpflichtung von Lewis Hamilton wirklich? Der Österreicher war Ende 2012 daran beteiligt, den Briten zur Saison 2013 von McLaren ins Mercedes-Werksteam zu locken. Tatsächlich war es eine der ersten Amtshandlungen Laudas, der im September 2012 bei Mercedes einstieg. Damals war Ross Brawn bei den Silberpfeilen noch Teamchef.

Lewis Hamilton, Niki Lauda

Niki Lauda wollte Lewis Hamilton unbedingt bei Mercedes haben Zoom

"Unsere erste gemeinsame Aufgabe war es, Lewis Hamilton ins Team zu holen", erinnert sich Brawn zurück und verrät: "In diesem Prozess war Niki entscheidend. Ich hatte Lewis überzeugt, zu uns zu kommen. Aber es war Niki, der den Mercedes-Vorstand überzeugt hat, uns das Geld für Lewis zu geben." Und das sei für den Österreicher "keine leichte Aufgabe" gewesen.

Denn tatsächlich hatte das Formel-1-Programm der Silberpfeile damals nicht den leichtesten Stand innerhalb des Konzerns. Mercedes war 2010 in die Königsklasse zurückgekehrt, konnte in den ersten drei Jahren nach dem Comeback aber lediglich ein Rennen gewinnen. Von den aktuellen Erfolgen war man weit entfernt, obwohl man unter anderem Michael Schumacher aus dem Ruhestand zurückgeholt hatte.

Ross Brawn, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel

Ross Brawn hatte ebenfalls seinen Anteil an der Hamilton-Verpflichtung Zoom

"Es stellte sich als wichtiger Moment auf dem aktuellen Weg des Teams heraus", erklärt Brawn im Hinblick auf die Hamilton-Verpflichtung, an der Lauda einen großen Anteil hatte. Später sei Lauda dann regelmäßig in der Fabrik gewesen. "Er musste das nicht machen, aber er wollte den Prozess im Team verstehen. Er wollte aktiv dabei sein", erklärt Brawn, für den die Zusammenarbeit nicht immer leicht war.

"Ich muss zugeben, dass er einen ziemlich schonungslosen Ansatz hatte, und dass es viele Situationen gab, in denen wir aneinandergeraten sind", erinnert sich Brawn. "Aber ich denke, dass wir während der gemeinsamen Mercedes-Zeit eine gute Arbeitsbeziehung gefunden haben, von der das Team letztendlich profitiert hat. Nikis Rat war immer wertvoll - nicht bei betrieblichen Fragen sondern im Hinblick auf das Gesamtbild."


Fotostrecke: Abschied von Niki Lauda

Lauda sei über Jahrzehnte im Sport aktiv gewesen und habe dem Team mit seiner Erfahrung helfen können. "Sein Vermächtnis ist gewaltig", so Brawn, der Mercedes Ende 2013 verließ. "Er war ein wichtiger Teil in der Entwicklung des Teams, das die Formel 1 aktuell dominiert und womöglich das erfolgreichste in der Geschichte des Sports werden könnte", so der heutige Formel-1-Sportchef.

Lauda sei zudem ein "erfolgreicher Fahrer auf dem höchsten Niveau" und später auch ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen. "Ich erinnere mich daran, dass er manchmal das Managementteam seiner Airline zu den Rennen brachte und Parallelen zur Formel 1 verwendete, um sie zu größeren Leistungen zu pushen", verrät Brawn.