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Boullier: Grosjean hat seine Lektion gelernt

Eric Boullier ist davon überzeugt, dass Romain Grosjean geläutert ins Cockpit zurückkehrt, und lobt Kimi Räikkönens "Eichhörnchen-Taktik"

(Motorsport-Total.com) - Den Großen Preis von Italien erlebte Romain Grosjean aus einer ungewohnten Perspektive. Nachdem er als Verursacher des Startunfalls in Spa-Francorchamps für ein Rennen gesperrt worden war, verfolgte er das Rennen in Monza nicht wie gewohnt aus der Cockpit-Perspektive seines E20, sondern am Lotus-Kommandostand an der Boxenmauer, wo er die Arbeit der Renningenieure aus nächster Nähe verfolgen konnte. Teamchef Eric Boullier kann der ungewohnten Position seines Fahrers jedoch auch etwas Positives abgewinnen.

Romain Grosjean

Romain Grosjean musste in Monza mit der Rolle des Zuschauers vorlieb nehmen Zoom

"Er wird eine Menge gelernt haben, denn wenn du im Auto sitzt, hörst du nur deinen eigenen Boxenfunk", so Boullier gegenüber 'Sky Sports F1'. "Wenn du aber in der Box bist, hörst du den Funk von beiden Autos und kannst viel mehr lernen." Der Franzose geht davon aus, dass die Strafe bei seinem Piloten die richtige Wirkung gezeigt hat und er geläutert aus der Zwangspause zurückkehren wird. "Er hat seine Lektionen gelernt und will in Singapur unbedingt wieder im Auto sitzen", sagt Boullier.

Deutlich mehr Freude als sein "Sorgenkind" Grosjean bereitet dem Teamchef derzeit Kimi Räikkönen, der zwar immer noch auf seinen ersten Sieg wartet, durch konstante Spitzenresultate in der WM-Wertung immer weiter nach vorne rückt. Diese "Eichhörnchentaktik" brachte den Finnen nach dem Grand Prix von Italien auf den dritten Gesamtrang. "Sein Ansatz ist gut", lobt Boullier. "Wir müssen weiterhin gute Punkte gewinnen und unsere Konstanz wahren. Das wird der Schlüssel zur Meisterschaft sein."

Sieht man einmal von Spitzenreiter Fernando Alonso ab, war Räikkönen in den vergangenen sechs Rennen mit Abstand der erfolgreichste Pilot. Seit Valencia war der Finne nie schlechter als Platz fünf und gewann in diesen Rennen insgesamt 86 Punkte und somit deutlich mehr als die anderen Verfolger. Lewis Hamilton gewann im gleichen Zeitraum 54, Sebastian Vettel 55, Mark Webber 53 und Jenson Button 56 Punkte. Und Boullier sieht keinen Grund, warum sich daran kurzfristig etwas ändern sollte: "Wir freuen uns auf die kommenden Rennen, die unserem Auto viel besser liegen sollten."